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Roland Brack
Quelle: Sebastian Magnani

Roland Brack

Brack.ch ist ein Phänomen. Der Onlinehändler widerspricht der Branchenlogik, wonach Konsumenten im Internet nur Augen für den tiefsten Preis haben. Der Aargauer Gründer und Namensgeber Roland Brack (46) ist alles andere als ein Preisdrücker. Sein Sortiment gibts anderswo günstiger. Und doch ist Brack.ch mit 283 Millionen Franken Umsatz der fünftgrösste Onlineladen im Land. Und gar der grösste der unabhängigen. Vor ihm reihen sich nur noch Marktriesen wie Amazon, Nespresso, Zalando oder die Migros-Tochter Digitec/ Galaxus ein.

Bracks Kunden wollen eben auch im Internet von einem heimischen Anbieter mit zufriedenen Mitarbeitern bedient werden. Während alle immer von der Migros als beliebtestem Arbeitgeber im Detailhandel sprechen, würden laut Kununu.com nur 54 Prozent der Digitec-Angestellten das Unternehmen weiterempfehlen. Brack.ch schafft es auf phänomenale 89 Prozent. Obwohl sich Patron Brack aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat und nur noch die Mutterholding Competec präsidiert, duzen ihn noch alle Angestellten im Warenlager Willisau bis hinunter zum Lernenden. Regelmässig isst er mit den Neueingetretenen zu Mittag und wundert sich, dass es nicht alle so machen: «Man muss doch die Mitarbeiter integrieren.»

Vorbildlich ist Brack auch bei der Warenbewirtschaftung, wo er vor ein paar Jahren als Erster das norwegische Kleinlagersystem AutoStore einrichtete. Während sich die Konkurrenz noch über die Roboter auf Rädern wunderte, die wie von Geisterhand gesteuert die Ware aus den Kunsstoffboxen ziehen, konzipierte Brack bereits den Ausbau des Systems. Inzwischen flitzen die Roboter längst auch bei den Mitbewerbern durchs Lager. Brack ist ein Tüftler, der selber Hand anlegt und lieber nach Effizienz in der Logistik strebt sowie die richtigen Produkte ins Lager stellt, als öffentlichkeitswirksam an der Preisschraube zu drehen.

Aufhalten lässt er sich auch durch beschwerdefreudige Hausbesitzer in der Nachbarschaft nicht, die seit zwei Jahren den Ausbau seines Willisauer Lagers verzögern. Im September zogen diese ihre Einsprache gar ans Bundesgericht weiter. Brack reagiert pragmatisch: «In der Zwischenzeit stecken wir unsere Energie und unsere Ressourcen in einen massiven Ausbau im bestehenden Gebäude», sagt er. Ein Phänomen eben.

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