Guten Tag,
Lange Zeit war sie Opfer. Dann entschied sie: Was mich nicht umbringt, macht mich stark.
Thomas Wyss
Vorbild 4: Schauspielerin Selma Blair wurde nach albtraumhafter Jugend und sexuellen Übergriffen Teil der #MeToo-Bewegung.
DukasWäre «Mean Baby» Fiktion, würde das Buch als «brutale, kaputte Horrorstory» bezeichnet, mindestens. Traurigerweise ist «Mean Baby» aber Realität – nämlich die 2022 veröffentlichte Autobiografie von Selma Blair. Darin schildert die aus einer jüdischen Familie stammende Schauspielerin, wie sie als Siebenjährige an einem Pessach-Fest erstmals Alkohol probiert hat. «In dieser Nacht wurde ich betrunken. Sehr betrunken. Schliesslich wurde ich zu meiner Schwester Katie ins Bett gelegt. Am Morgen wusste ich nicht mehr, wie ich dorthin gekommen war.»
Das ist jedoch nur ein Teil des Grauens. Selma wird in diesem komatösen Zustand auch noch vergewaltigt, wie in den Memoiren ebenfalls zu lesen ist: «Ich machte mich klein und still und wartete darauf, dass es vorbei war. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass das, was mir in dieser Nacht widerfahren ist, ein Einzelfall war, aber das war es nicht. Ich bin vergewaltigt worden, mehrmals, weil ich zu betrunken war, um die Worte ‹Bitte aufhören› zu sagen.» In einem Interview mit dem «People»-Magazin mutmasst sie gar, dass sie ohne Alkoholismus ihre Kindheit nicht überlebt hätte.
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