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Mark Schneider

Mark Schneider

CEO ABB

Ein Jahr ist Mark Schneider nun im Amt, der Überraschungskandidat, den niemand auf dem Zettel hatte, als es um die Neubesetzung des Nestlé-Chefpostens ging. Man kann nicht sagen, dass es ein langweiliges Jahr gewesen wäre. Dies, obwohl Schneider bei seinem ersten Auftritt als Nestlé-Chef klargemacht hatte, dass sich mit ihm nicht viel ändern würde an der Spitze des Konzerns mit knapp 90 Milliarden Franken Umsatz und rund 300 000 Mitarbeitern. Kurzfristig änderte sich sogar erst einmal gar nichts.
Aber dann kam Daniel Loeb. Der aktivistische Investor steckte 3,5 Milliarden Dollar in Nestlé und erwarb damit 1,3 Prozent der Aktien. Eigentlich wenig, doch genug, um Radau zu schlagen und wahrgenommen zu werden mit seinen Forderungen. Die da sind: die Produktivität des Konzerns erhöhen, das Portfolio straffen, die Profitabilität steigern, die Kosten reduzieren, Aktienrückkäufe tätigen. Und vor allem wachsen, nachdem der Konzern zuvor die eigenen Wachstumsziele während der letzten vier Jahre verpasst hatte. Das deckt sich prinzipiell mit Schneiders Zielen (ein Aktienrückkaufprogramm etwa kündigte er beinahe zeitgleich an); der Druck von aussen ermöglicht ihm sogar, die nötigen Massnahmen schneller umzusetzen.
Nur vom Verkauf der 23-Prozent-Beteiligung am Kosmetikriesen L’Oréal will Mark Schneider nichts wissen. Wahrscheinlicher ist sogar, dass er den Anteil erhöht: Im September verstarb Liliane Bettencourt, Tochter von L’Oréal-Gründer Eugène Schueller, ab März darf Nestlé gemäss Beteiligungsvertrag damit weitere Aktien zukaufen.
Dazu beschleunigt Schneider den Umbau von Nestlé zum Gesundheitskonzern. Vom US-Süsswarengeschäft will er sich trennen, stattdessen setzt er auf vegane und frische Lebensmittel sowie Bio-Produkte, was sein Vorgänger und jetziger VR-Präsident Paul Bulcke eher vernachlässigt hatte. Unter Schneider übernahm Nestlé in den USA die Firma Freshly, einen Onlineanbieter von frisch zubereiteten Mahlzeiten, ausserdem Sweet Earth, einen Hersteller vegetarischer Lebensmittel, sowie den Kaffeeröster und Coffeeshopbetreiber Blue Bottle Coffee.
Der neue Job in Vevey ist für Schneider selber «sehr wohl eine persönliche Herausforderung im Umgang mit neuen Dimensionen», wie er in einem Interview sagte. «Das ist Teil der eigenen Journey, die man bewältigt oder eben nicht. Man wächst daran, oder man versagt.» Bisher ist Schneider auf dem Wachstumspfad.

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