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Jens Jenisch
Quelle: Sebastian Magnani

Jan Jenisch

CEO Lafarge-Holcim

Kaum ein Chef hat einen SMI-Konzern nach Amtsantritt so umgepflügt wie Jan Jenisch (52): In seinem ersten Jahr als CEO von Lafarge-Holcim, dem grössten Zementhersteller der Welt, tauschte er sieben der neun Konzernleitungsmitglieder aus, eliminierte den Managementlevel darunter komplett, entliess ein halbes Dutzend Länderchefs, stiess diverse Ländergesellschaften ab, schloss den einen Hauptsitz des fusionierten Unternehmens in Paris und zügelte den anderen von Zürich nach Zug. Vor allem aber gab er den Länderchefs mehr Verantwortung, etwa beim Einkauf: «Da war am Hauptsitz Bürokratie ohne Mehrwert aufgebaut worden», sagt Jenisch. «Das war zu langsam und ineffizient.» Jenisch setzt auf schlanke Strukturen: Nicht weniger als 17 Kaderleute rapportieren direkt an ihn, zudem leitet er selber fünf Regionen plus China sowie sämtliche Stabsfunktionen.

Einen «Wendepunkt» sieht Jenisch bei den jüngsten Quartalszahlen. «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht: Unser Spar- und Effizienzprogramm zahlt sich früher als geplant aus», sagt der gebürtige Deutsche, der zuvor fünfeinhalb Jahre lang erfolgreich den Bauchemiekonzern Sika geleitet hatte. Ob Jenisch in die Geschichte von Lafarge-Holcim allerdings tatsächlich als Bau- oder nur als Abrissmeister eingehen wird, wird sich erst 2022 zeigen. Bis dann soll der Umsatz pro Jahr um drei bis fünf Prozent wachsen, das Betriebsergebnis um mehr als fünf und die Kapitalrendite auf über acht Prozent. Die Börse glaubt Jenischs Wachstumsstory noch nicht so recht: Seit dem Amtsantritt im September 2017 sank der Kurs um knapp 20 Prozent und damit deutlich stärker als der Börsenindex SMI.

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