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Fabrice Zumbrunnen

Fabrice Zumbrunnen

CEO Migros

Die Wahl war knapp. Eine einzige Stimme machte den Unterschied. Zur grossen Überraschung der Branche wählte der Verwaltungsrat des grössten privaten Arbeitgebers im Frühling Fabrice Zumbrunnen zum neuen CEO. Zwei Kandidaten standen am Schluss zur Wahl. Alle Beobachter rechneten mit Migros-Zürich-Chef Jörg Blunschi – ein Machertyp mit Risikoaffinität. Stattdessen machte der sieben Jahre jüngere Personal- und Kulturprozent-Verantwortliche das Rennen.

Ausserhalb der Migros ist der zurückhaltende Romand kaum bekannt. Wie soll einer, der ein paar Jahre lang die Minigenossenschaft Freiburg-Neuenburg mit nicht einmal 800 Millionen Franken Umsatz führte, den ganzen 27-Milliarden-Tanker manövrieren? Vor seinem Amtsantritt im Januar will Zumbrunnen die Frage nicht beantworten. Seine Weggefährten übertreffen sich aber mit Lob über den Klassikfan. Er sei geduldig, ausgeglichen, neugierig, intelligent und fleissig. Einer, der geduldig zuhöre, bevor er Entscheidungen treffe. In Freiburg soll er immerhin das Kunststück geschafft haben, bei konstanter Belegschaft die Kosten zu senken und gleichzeitig die Verkaufsfläche zu vergrössern. Trotzdem: Der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) ist noch ein paar Schuhnummern grösser. Über 100 000 Menschen arbeiten für den orangen Riesen. Die zehn Regionalgenossenschaften, denen der MGB gehört, lassen sich nicht in die Strategie dreinreden. Um die Migros agil, mächtig und superrentabel zu halten, muss er die Regionalfürsten ins Boot holen.
Zumbrunnen steht vor gewaltigen Herausforderungen: Der Einkaufstourismus saugt dem Schweizer Detailhandel jährlich über zehn Milliarden Franken Umsatz ab. Im Inland machen Lidl und Aldi den Platzhirschen Migros und Coop Marktanteile streitig. Und die US--Online-Krake Amazon steht kurz vor dem grossen Markteintritt. Intern scheint sich eine Mehrheit auf den jüngsten Migros-Chef aller Zeiten zu freuen. Zumindest dringen kaum Misstöne aus dem Konzern. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass der konsensorientierte, fliessend Deutsch, Italienisch und Französisch sprechende Teamplayer die richtigen Fäden ziehen wird, um die beliebteste Marke im Land auf Kurs zu halten.

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