Guten Tag,
Der Post-Verwaltungsratspräsident stellt sich der harschen Kritik des Gewerbes, dass er mit billigem Geld Firmen im Markt wegschnappe.
Verwaltungsratspräsident Christian Levrat gibt politisch Gegensteuer. Der ehemalige SP-Präsident verteidigt die Expansionsstrategie des Staatskonzerns.
Rolf NeeserSeit vier Jahren prasselt Kritik vonseiten des Parlaments auf den Post-Verwaltungsrat ein. Das Gewerbe stört sich an der Expansionsstrategie – der Staatsbetrieb hat viele private Firmen aufgekauft. Mit Vorstössen will eine rechte Mehrheit der Post dieses Geschäft verbieten. Gleichzeitig opponieren die SVP, die Mitte und die Linke gegen den Abbau des Filialnetzes. Und schliesslich durchkreuzt der Preisüberwacher die Pläne der Post, die ihre Preise für Briefe und Pakete offensiv erhöhen will. Wie das für die Post ausgehen soll, erklärt der angriffige Post-Verwaltungsrat Christian Levrat im Gespräch.
Auch ich beobachte meine erwachsenen Kinder. Sie erhalten Pakete und versenden Retouren. Sie nutzen Twint oder das E-Banking von Postfinance, obwohl sie die Wahl hätten, auch andere Banken zu nutzen. Sie stimmen wie Ihr Sohn brieflich ab und nutzen das Postauto. Anders gesagt: Die Post ist für sie relevant im Alltag. Einfach anders als für unsere Generation. Unsere Kundinnen und Kunden wählen, ob sie die Post physisch oder digital nutzen.
Die Veränderungen sind markant, und die digitale Transformation wird die Entwicklung nicht bremsen. Seit 2010 hat das Volumen von Briefen und Zeitungen um 40 Prozent abgenommen. Die Einzahlungen am Postschalter gingen in dieser Zeit um drei Viertel zurück. Wir schätzen, dass wir bis ins Jahr 2040 zwei Drittel des heutigen Brief- und Zeitungsvolumen verlieren werden. Bei den Einzahlungen am Schalter wird es ein winziger Bruchteil der heutigen Einzahlungen sein.
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