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Bracken Darrell

Bracken Darrell

Möglicherweise ist Bracken Darrell einer der am meisten unterschätzten Manager der Schweiz. Das hat vermutlich auch mit seinem Auftreten zu tun. Der Amerikaner ist nahbar, trifft jeden neuen Angestellten persönlich, er sitzt im Grossraumbüro wie alle anderen auch, fliegt Economy. Ganz sicher ist er einer der erfolgreichsten Manager der Schweiz: Seit seinem Amtsantritt im Januar 2013 hat Darrell den Wert von Logitech verfünffacht. Das Computerzubehör der einstigen Krisenfirma ist wieder in, in vielen Ländern und Kategorien ist das Unternehmen mit Hauptsitz in Lausanne heute Marktführer.
Sein wichtigster Entscheid: Darrell, der einst mit Design-Altmeister Dieter Rams bei Braun gearbeitet hatte, stellte das Design wieder in den Mittelpunkt der Logitech-Produkte. So baute er eine 150 Mann starke Gestaltungsabteilung auf und nimmt noch immer jedes neue Produkt ab, bevor es auf den Markt kommt. «Er hat eine völlige Leidenschaft für die Produkte», sagt Logitech-Verwaltungsrat Edouard Bugnion über Bracken Darrell. «Das würde man von einem Produktentwickler erwarten und von einem Produktdesigner, aber nicht immer vom Konzernchef.»
Auch bei den Kosten räumte Darrell auf: Er halbierte die Produktpalette, gab das B2B-Geschäft (Mäuse und Tastaturen für PC-Hersteller) auf und kürzte das Entwicklungsbudget für PC-Zubehör um 75 Prozent. Das frei werdende Geld steckte er in jene Kategorien, die Wachstum versprachen: Gaming, Kameras und Lautsprecher. Es hat sich gelohnt: Das Geschäftsjahr 2017 (Logitech schloss es bereits im März ab) war das erfolgreichste seit langem.
Aber natürlich bleibt noch viel zu tun. Der Mann aus Kentucky, der viele Jahre in Europa (auch in der Schweiz) gewohnt hatte, will Logitech zu einem Multimarkenkonzern machen, einer kleinen Version des Konsumgüterriesen Procter & Gamble, wo er früher tätig war. «Wir werden hartnäckig weitere Marken hinzufügen», sagt Darrell. «Wir brauchen sie.» Zumal grosse Lücken im Portfolio bleiben, etwa beim Megatrend Smart Home, bei Wearables, bei intelligenten Assistenten oder beim Boomthema Virtual Reality.
Mindestens drei Milliarden Dollar Umsatz soll Logitech dereinst machen. Darrell selber plant seine Zukunft langfristig: «Ich werde in 15 Jahren noch immer bei Logitech sein», sagt er. «Ausser sie zerren mich heraus wie den Passagier bei United Airlines.»

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