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Was eine Uhr über ihren Besitzer aussagt

Eine Uhr ist viel mehr als ein Accessoire, das die Zeit anzeigt. Was Uhrenträger mit ihrer Wahl des Zeitzeigers bezwecken und wie diese bei den Mitmenschen ankommt.

Matthias Olschewski

Diese Funktionen bestimmen den Wert einer Luxusuhr:
Chronograph
Stoppuhrfunktionen kommen in mechanischen Männeruhren häufig vor und treiben den Preis nicht allzu sehr in die Höhe. Nicht immer ist die Anzeige so durchdacht wie bei dieser Patek Philippe.
Mondphasen
Mit Mondphasenuhren kann der Mondzyklus verfolgt werden. Dieser wird oft auf einem separaten charakteristischen Zifferblatt wie bei dieser Uhr von IWC dargestellt.
Ewiger Kalender
Ein sogenannter ewiger Kalender ist ein Mechanismus, der fortlaufend das richtige Datum anzeigt. Kompliziert wird die Funktion durch den Einbezug der Schaltjahre.
Tourbillon
Mit einem Tourbillon wird der negative Einfluss der Schwerkraft auf die Ganggenauigkeit ausgeglichen. Der praktische Nutzen hält sich in Grenzen, doch die enorme Komplexität eines Tourbillon erhöht den Wert der Uhr massiv.
Bilder: Keystone
Grande Complication
Eine Grande Complication vereint mehrere Komplikationen in einer Uhr. Die abgebildete Grande Complication Nr. 42500 von A. Lange & Söhne, Glashütte, aus dem Jahr 1902 ist ein Unikat, das bei einer Auktion mehrere Millionen Franken einbringen würde. Das Uhrwerk besteht aus 833 Einzelteilen.
Bild: Ventus55/CC/wikimedia
Erotische Komplikation
Uhren mit Automatenfiguren gehören zu den speziellen Komplikationen der Uhrmacherei. Mechanismen, die man für Schlagwerke benutzt, kann man auch zur Darstellung von Körperbewegungen nutzen. Blancpain verkauft die erotischen Einzelstücke für rund 450'000 Franken.
Bild: Screenshot Youtube
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RMS

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Uhren sind längst mehr als blosse Werkzeuge, um die Uhrzeit anzuzeigen. Sie sind vielmehr ein Symbol für Stil geworden und zeigen nicht selten der Aussenwelt, welche Werte der Träger schätzt.
Geschäftsführer der grössten Unternehmen der Welt tragen eine Uhr, genauso wie zahlreiche Hollywood-Stars, um ein Signal an die Menschen um sich zu senden.

Für Stilsichere und Mächtige

Business Insider hat mit der Uhren-Expertin Melanie Feist vom Uhren-Magazins «Watchtime» gesprochen.
Uhren können ihrer Meinung nach für Macht, Stil, Modebewusstsein oder sogar Wissen stehen, nämlich Wissen über die Historie einer Armbanduhr. Und diese Faktoren können eingesetzt werden, um beim Gegenüber ein bestimmtes Bild von sich zu suggerieren. Das sei aber nicht immer so einfach.
Melanie Feist verriet, welche Wirkung bestimmte Uhrenstile bei Aussenstehenden erzielen und wie ihr durch das Tragen der entsprechenden Uhr nicht nur Aufmerksamkeit erregt, sondern vor allem auch guten Stil beweist.

Sportuhren

Der absolute Klassiker unter den mechanischen Sportuhren ist die Submariner von Rolex. Es gibt sie mit oder ohne Datumslupe. «Wer sich für eine Sportuhr entscheidet, legt Wert auf einen robusten Begleiter in jeder Lebenssituation», so Feist.

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Natürlich soll auch der eigene dynamische Lebensstil dabei zum Ausdruck kommen. Mit einer Rolex können Männer von Welt nichts falsch machen und gerade in Kombination mit einem schicken Anzug zeigen Sie sich im besten Licht.

Smartwatches

Smartwatches bieten die Vorzüge des Smartphones auf kleinstem Raum. Die üblichen Funktionen — wie Benachrichtigungen bei eingehenden Nachrichten und Anrufen, Fitnesstracker sowie die Musiksteuerung — sind mittlerweile Standard. Dank integriertem GPS werden sie immer unabhängiger vom Smartphone.
Auch Hersteller von Luxusuhren wie TAG Heuer und Breitling springen auf diesen Trend auf und machen dem Platzhirsch Apple in diesem Bereich Konkurrenz.
«Käufer von Smartwatches zeigen damit ihre Affinität zu neuer Technik, ihr Modebewusstsein und ihre Trendorientierung. Sie probieren gerne Neues aus und pflegen einen urbanen Stil», so die Uhren-Expertin.

Luxusuhren

«Wer eine mechanische Luxusuhr, zum Beispiel eine Lange 1 der deutschen Uhrenmanufaktur A. Lange & Söhne, besitzt, investiert in ein Stück, das ihn ein Leben lang begleiten wird. Der Käufer legt Wert auf zeitlose Eleganz und Qualität und nicht unbedingt auf einen Markennamen, den jeder kennt», so Feist.

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Luxusuhren zeichnen sich vorrangig durch ein edles Design aus und können auch in Form einer Sportuhr getragen werden. In der Regel ist eine solche Uhr ein Liebhaberstück und zugleich ein Statussymbol, das subtil nach aussen hin kommuniziert: Ich liebe Qualität in allen Bereichen und kenne mich aus.

Ausgefallene Uhren

Wer sich für eine Uhr wie die «Son of a Gun Russian Roulette» von Artya entscheidet, möchte auffallen und vielleicht auch ein bisschen provozieren. «In jedem Fall liebt es der Besitzer, dass seine Uhr für Gesprächsstoff sorgt und er der einzige in der Firma ist, der diese Uhr trägt. Mainstream ist definitiv nicht sein Ding», so Feist.
Der Träger einer solchen Uhr hat meist auch extravagante Kleidung und setzt sich aussergewöhnlich in Szene. Dazu muss natürlich auch die Armbanduhr passen, die ebenfalls Akzente setzt und für neugierige Blicke sorgt.

Vintage-Uhren

Eine gebrauchte Uhr ist nicht für jeden Uhrenliebhaber etwas. Meist wagt man sich erst an das Thema heran, wenn man schon mehrere Uhren besitzt. Vorwissen zur Modell- und Markengeschichte sind von Vorteil, um nicht die Katze im Sack zu kaufen.
«Der Besitzer einer Vintage-Uhr ist sowohl traditions-, als auch modebewusst, möchte mit seiner individuellen Wahl aber auch auffallen: Er liebt die historischen Designs und liegt mit seiner Retro-Uhr absolut im Trend. Das Beste: Die Uhr lässt sich nicht so einfach nachkaufen», weiss Melanie Feist aus jahrelanger Erfahrung.

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Oft handelt es sich bei Vintage-Uhren um seltene Stücke, von denen es nur noch wenige in gutem Zustand gibt. Liebhaber dieser Klassiker lassen sich eine solche Uhr einiges kosten.
Dieser Artikel erschien zunächst bei Business Insider Deutschland unter dem Titel «Expertin erklärt, was das Uhrenmodell über den Träger verrät».

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