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Unfallfrei fahren

Der Einstieg in die automobile Welt beginnt bei Volvo mit dem Kompaktmodell V40. Das Geld für hochmoderne Technik und Sicherheit aus Schweden kommt aus China.

Michael Rehsche

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Seit eine chinesische Investorengruppe, zu welcher der Autobauer Geely gehört, die Volvo Car Group aufgekauft hat, fliesst den Schweden wieder Kapital zu. Mit diesen Investitionen können oben in Skandinavien neue, zukunftsorientierte Technologien auf dem Gebiet der Verbrauchseffizienz sowie der Sicherheit realisiert werden. Dies geschieht allerdings nicht uneigennützig. Die chinesischen Geldgeber hoffen, ja erwarten, dass eines Tages dank Technologietransfer aus Europa ihre eigenen Autos zu den modernsten auf dem Weltmarkt gehören. Die schwedisch-chinesische Verbindung nimmt im internationalen Automobilbau damit eine einzigar­tige Stellung ein. Denn anders als beispielsweise bei Joint Ventures zwischen deutschen Herstellern und ihren Partnern aus dem Reich der Mitte gehört Volvo vollumfänglich den Chinesen. Dies verleiht dem aus Sicht der Europäer nicht unproblematischen Technologietransfer besonderes Gewicht.

Vor diesem Hintergrund hat Volvo begonnen, die Modellpalette grundlegend zu erneuern. Der Anfang wurde mit dem als Volumenmodell gedachten kompakten V40 gemacht. Im Rahmen dieses Programms erhielten die Fahrzeuge nicht nur ein neues Design, sondern zusätzlich auch auf Sparsamkeit getrimmte Motoren, kombiniert mit Front- oder Allradantrieb.

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Weitere Neuheiten sind für dieses Jahr vorgesehen. Auf der Detroit Motor Show, die nächste Woche ihre Tore öffnet und die Startzeichen fürs Autojahr 2014 setzt, zeigt Volvo die Studie für ein Sport Utility Ve­hicle (SUV) mit coupéförmigem Design. Die Schweden bewegen sich im Segment, das beispielsweise BMW mit dem X6 ­bereits belegt und das von den Münchnern mit der kommenden 4er-Reihe ausgebaut werden soll. Während das für Volvo noch Zukunftsmusik ist, werden die bestehenden SUV aus Schweden (die XC-Baureihen 60/70 und 90) 2014 modernisiert. Auf dem Genfer Automobilsalon sollen die neuen XC-Generationen erstmals gezeigt werden.

Das Karosseriedesign der kompakten V-Varianten legt den Schwerpunkt auf ein schräg abfallendes Heck. Der grössere S80 hingegen wurde um ein kurzes, konven­tionelles Heck erweitert, was den Charakter einer hochwertigen Oberklasselimousine unterstreicht. Auf diese Weise will sich Volvo im Erscheinungsbild von der Konkurrenz, vornehmlich der deutschen, abheben. Geschehen soll dies vor allem aber im Bereich Sicherheit, seit Jahrzehnten das Markenzeichen der Skandinavier. Volvo will hier weiter versuchen, auch in Zukunft den Mitbewerbern einen Schritt voraus zu bleiben. Besonders deutlich wird das in einem Vergleich in der Kompaktklasse. Dort bietet Volvo im V40 – als bisher einziger Hersteller – einen Fussgänger-Airbag an. Hinzu kommen modernste Systeme wie Spurassistent, Fussgängererkennung oder automatische Notbremsanlage. Dahinter steckt ein ehrgeiziger Plan: Ab dem Jahr 2020 soll keine mit einem Volvo fahrende Person aufgrund eines Unfalls schwer verletzt oder gar getötet werden.

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Der kompakte V40 ist in der Schweiz sowohl als Front- als auch als Allradver­sion (Cross Country), allerdings nur mit Benzinmotoren, lieferbar. Der Preis für das Einstiegsmodell mit Frontantrieb beträgt 36 150 Franken; 39 850 Franken kostet die Allradversion. Das Motorenangebot umfasst drei Benziner (180 PS Leistung als Vier- oder Fünfzylinder und 254 PS als Fünfzylinder) sowie drei Dieselaggregate (115/150 und 177 PS, Vier- und Fünfzylinder). Der Dieselmotor, kombiniert mit dem Frontantrieb, gab sich bei Testfahrten in der Schweiz laut Bordcomputer mit 5,8 Liter für 100 Kilometer sehr genügsam, während der Benziner mit Allradantrieb bereits 8,3 Liter – überwiegend im Stadtverkehr – schluckte. Eine Start-Stopp-Automatik gehört zur Serienausstattung.

Volvos Anstrengungen zielen – nach schwierigen Jahren – darauf ab, wieder ein ernst zu nehmender Player auf dem Weltmarkt zu werden. Was Qualität und technische Standards betrifft, wollen die Skandinavier mit den deutschen Pre­miumherstellern auf Augenhöhe bleiben. Profiteure dieser Anstrengungen werden als Begleiterscheinung auf jeden Fall die chinesischen Geldgeber sein.

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