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Venture Capital

Investor Klaus Hommels sieht Europa im Rückstand

In Sachen Start-up-Finanzierung hätten die Schweiz und Europa den Anschluss an China und die USA verloren. Die Folgen zeigten sich bereits.

Marc Kowalsky

Klaus Hommels, Schweizer Investor, fotografiert in seinem Büro am Zürichsee.

Vorreiter: Mit seinem jüngst aufgelegten Start-up-Fonds Lakestar III investiert Hommels gezielt in europäische Techfirmen.

Lukas Lienhard / 13 Photo

Eine neue Studie zeigt den Rückstand Europas und der Schweiz in Sachen Start-up-Finanzierung gegenüber den USA und China. Demzufolge sind in der Schweiz seit 1995 insgesamt zehn Milliarden Franken an Venture Capital geflossen. In den USA waren es im gleichen Zeitraum 870 Milliarden, in China 399 Milliarden Dollar.

Die Folgen zeigen sich in der jeweiligen Wirtschaftslandschaft: Die so entstandenen Firmen haben in den USA eine Marktkapitalisierung von 6750 Milliarden Dollar, 34 Prozent des BIP, und beschäftigen 5,8 Millionen Mitarbeiter, 11 Prozent der Erwerbstätigen. In der Schweiz verzeichnen Avaloq, MindMaze, Roivant und Co. lediglich 14 Milliarden Franken Marktkapitalisierung (2 Prozent des BIP) und 15 400 Mitarbeiter (0,3 Prozent der Erwerbstätigen).

Auch die grossen chinesischen Firmen sind VC-basiert. Zusammen haben sie eine Marktkapitalisierung von 1469 Milliarden Dollar und erwirtschaften 222 Milliarden Umsatz. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Techkonzerne Alibaba, Tencent, Baidu und JD: Sie sind selber an 19 anderen Start-ups beteiligt, von denen jedes einen Unternehmenswert jenseits der fünf Milliarden Dollar aufweist.

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