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Schwarzenbach landet mit Umzug juristischen Coup

Milliardär Urs Schwarzenbach hat seinen offiziellen Wohnsitz nach Küsnacht verlegt. Damit befreit er sich auch aus der Schlinge der Zoll- und Steuerbehörden.

Leo Müller

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Schwarzenbach (M.) mit Anwalt Ulrich Kohli (r.) beim Gemeindepräsidenten Markus Ernst.Di Domenico RMS

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Milliardär Urs Schwarzenbach hat seinen offiziellen Wohnsitz in Küsnacht genommen. Anlässlich seiner Anmeldung bei der Einwohnerkontrolle wurde Schwarzenbach am 6. Februar zusammen mit seinem Anwalt Ulrich Kohli vom Gemeindepräsidenten Markus Ernst im Küsnacht Gemeindehaus empfangen.
Der Besitzer der Hotels Dolder Grand in Zürich und Sonne in Küsnacht hatte bis anhin seinen Wohnsitz in England. Mit der Rückkehr in seine Heimatgemeinde ist es Schwarzenbach nun gelungen, Zwangsmassnahmen der Steuerämter gegen ihn abzuwenden. Diese verdächtigen Schwarzenbach, illegal Kunstwerke eingeführt zu haben und verfügten Sicherstellungen über seine Immobilienvermögen in Höhe von 205 Millionen Franken.
Dies ist den Behörden erlaubt, wenn der mutmassliche Steuerschuldner keinen Wohnsitz in der Schweiz hat. Mit der Wohnsitznahme in der Schweiz entfällt daher ein Rechtsgrund für die Blockade über seine Vermögen. Schwarzenbach bestreitet die Vorwürfe und kämpft vor dem Steuerrekursgericht gegen die Steuerforderung: «Ich bin nicht Kunsthändler, sondern Sammler.» Die Sammlung umfasst heute 2400 Bilder, 550 Skulpturen, 1200 Möbelstücke und rund 2250 Kleinobjekte.
Mehr zum Thema lesen Sie in der neuen «Bilanz», ab Freitag am Kiosk oder mit Abo jeweils bequem im Briefkasten.

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Sehen Sie in der Bildergalerie unten, wieviel Sie für eine Eigentumswohnung in den Zürcher Seegemeinden zahlen:
Immobilienkompass 2016 - so viel zahlen Sie für eine Eigentumswohnung in den Zürcher Seegemeinden (4,5 Zimmer, 130 Quadratmeter Wohnfläche, Baujahr 2012)Die hohe Angebotsquote von 9,52 Prozent deutet stark darauf hin, dass die Preise in Meilen fallen dürfen. Bilder: Sophie Stieger; Quelle Karten: Wüest Partner
In Meilen wurde in den vergangenen Jahren sehr viel gebaut, vor allem grosse, teure Eigentumswohnungen, die sich kaum jemand leisten kann und die deshalb sehr schwierig zu verkaufen sind. Steuerlich gehört der Ort zu den attrraktivsten Zürcher Seegemeinden.
Das Immobilienangebot ist in Stäfa sehr vielfältig und die Verhandlungsmacht der Käufer relativ gross, was sich aus der Angebotsquote von 6,73 Prozent schliessen lässt. Bei Comparis lassen sich derzeit 47 Wohnungen zum Verkauf finden.
Ruhig gelegen, an erhöhter Lage mit Seesicht entsteht hier etwa die Überbauung Greenwater, wo noch Wohnungen für zwischen 1,57 (4,5 Zimmer mit 150 m2) und 2,15 Millionen Franken zum Verkauf stehen.
In Männedorf sind die Immobilienpreise mit jenen in Stäfa vergleichbar, die Verhandlungsmacht der Käufer ist aber noch etwas grösser, was sich aus der höheren Angebotsquote von 7,78 Prozent schliessen lässt.
Derzeit entsteht in Männedorf etwa die Überbauung Aufdorf mit vier Wohnungen, wovon aber zwei schon verkauft sind. Frei sind noch zwei 4,5-Zimmer-Wohnungen, eine im 
Erd- und eine im ersten Obergeschoss, für 1,245 bzw. 1,185 Millionen Franken.
Obwohl Pfnüselküste, sind die Immobilienpreise in Kilchberg die höchsten aller Zürcher Seegemeinden. Sehr nahe an Zürich, aber der Steuersatz ist deutlich tiefer:
Verheiratete mit zwei Kindern und einem Bruttoeinkommen von 200'000 Franken bezahlen rund 39 '000 Franken Einkommenssteuern – etwa 6000 Franken weniger als in der Stadt. Die hohe Angebotsquote von 7,94 Prozent lässt künftig eher fallende Preise erwarten.
Dank dem Zuzug von Glencore-Chef Ivan Glasenberg konnte Rüschlikon den Steuerfuss um sieben Prozentpunkte senken. Dieser ist jetzt mit Kilchberg vergleichbar.
Die Zugfahrt nach Zürich dauert vier Minuten länger, aber die Immobilien sind etwas preiswerter als in Kilchberg. Die Angebotsquote liegt wie in Kilchberg bei 7,94 Prozent, sie deutet darauf hin, dass Käufer die Preise in den Verhandlungen drücken können.
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RMS

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