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Schönspieler ohne Arbeitsangst

Der neue Tablett-PC von Apple taugt auch zum Arbeiten. Denn die neuen Büroanwendungen erlauben es, mit dem Gerät auch Office-Dateien zu bearbeiten. Seine Stärken hat das iPad jedoch beim Betrachten vo

Jorgos Brouzos

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Das iPad ist schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. Bereits nach wenigen Wochen wurden weltweit 2 Mio Exemplare des neuen Tablett-PC verkauft. Dabei ist das iPad erst seit wenigen Tagen ausserhalb der USA erhältlich. Doch viele Kunden, auch aus der Schweiz, die nicht bis zur offiziellen Markteinführung warten wollten, haben sich das iPad aus den Vereinigten Staaten zuschicken lassen. Der Verkaufsstart in Europa wurde wegen der starken Nachfrage in den USA sogar um einen Monat verschoben.

Das iPad macht sich also daran, den Erfolg des iPhone wiederholen zu können. Das iPhone kann Multimedia-Anwendungen mit der Funktionalität eines Handys verknüpfen. Dass es dabei auch im Business-Anzug eine starke Rolle spielt, liegt an der eingängigen Bedienung und den vielseitigen Applikationen. Das iPad hingegen ist darauf ausgerichtet, Fotos, Videos, Texte und Webseiten möglichst komfortabel darzustellen. Ob es sich so auch für den Arbeitseinsatz eignet, ist fraglich.

Eingängige Bedienung

Wie bereits beim iPhone ist auch beim iPad die Bedienung intuitiv gelöst; innerhalb von wenigen Augenblicken fühlt man sich mit dem Gerät vertraut. Ähnlich einfach verläuft die Synchronisation mit der Apple-Software iTunes und Microsofts Outlook. Innert Sekunden sind Termine und Kontaktdaten auf dem Tablett zugriffsbereit.

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Neu lassen sich Videos und Fotoalben in überzeugender Qualität betrachten. Mit einer Fingergeste werden Details vergrössert und mit einem Wisch das nächste Bild angezeigt. Eine eher noch überschaubare Auswahl an Zeitschriften und Büchern steht in einer teilweise beeindruckenden Aufmachung zur Verfügung. Ein Wisch genügt und schon wird zur nächsten Seite geblättert. Die Schriftart, Schriftgrösse und die Helligkeit lassen sich wie bei vielen eBook-Readern jederzeit an die persönlichen Vorlieben anpassen.

Mit den neuen iWork-Anwendungen will Apple von Beginn an auch diejenigen vom iPad überzeugen, die im neusten Apple-Gadget vor allem ein Gerät sehen, das sich nur zum Darstellen von Medien eignet, aber dies alles andere als ein Arbeitsinstrument betrachten. iWork besteht aus drei unabhängigen Programmen. Keynote ist dabei mit Word zu vergleichen, Pages ist eine Präsentations-Software wie Powerpoint und Numbers ein Tabellen-Tool wie Excel.

Die Bildschirm-Tastatur ist für das Schreiben längerer Texte sicherlich nicht geeignet, doch für kurze Notizen ist an ihr nichts auszusetzen. Auch wer ein bestehendes Dokument unterwegs geringfügig anpassen möchte, kann das mit diesen Anwendungen leicht erledigen. Alle drei Programme verrichten ihren Dienst tadellos und können gängige Office-Dokumente anstandslos öffnen und auch wieder so abspeichern, dass sie an anderen Geräten weiterverwendet werden können.

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Applikationen überzeugen

Der Erfolg des iPhone hängt auch damit zusammen, dass zahlreiche unabhängige Entwickler Apps für das Smartphone veröffentlichten. Bereits zeichnet sich ein ähnlicher Trend für das iPad ab. Es sollen für das Gerät schon 5000 speziell angepasste Applikationen verfügbar sein. Darunter befinden sich auch einige Business-Perlen. So überzeugt etwa die gratis verfügbare und speziell für das iPad entwickelte Bloomberg-Anwendung. Äusserst übersichtlich werden Kursgrafiken dargestellt und zugehörige Business-News aufbereitet. Auch der BBC ist es gelungen, eine Software zu entwickeln, die verschiedene Kanäle erfolgreich kombiniert.

Viele Schweizer Anwendungen werden noch in einer herkömmlichen iPhone-Fassung angeboten, die jedoch zum iPad kompatibel ist. Das beliebte Tool von Online-Trader Swissquote füllt etwa den Bildschirm nur zur Hälfte aus. Die Anwendung lässt sich zwar auf die komplette Bildschirmgrösse aufblasen, doch dann leidet die Auflösung; die Übersicht geht verloren.

So manches ist beim iPad besser gelöst als bei seinem kleinen Cousin. Wie beim iPhone dreht sich beim Kippen des Geräts die Darstellung immer mit. Dieser Effekt lässt sich aber neu über einen Schalter arretieren. Das hilft etwa beim Lesen im Bett. Dennoch hat das iPad so manche Schwachstelle. Das Gerät kann keine Webseiten darstellen, die auf der weit verbreiteten Flash-Technologie basieren, da diese laut Apple den Prozessor überlasten würde und die Batterielaufzeit verringerte. Zudem kann wie beim iPhone immer nur eine Applikation auf einmal geöffnet werden. Eine Kamera, etwa für Videochats, fehlt ebenfalls und auf dem Gerät erstellte oder veränderte Dateien lassen sich auch nicht über eine Speicherkarte transferieren.

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