Barcelona oder Madrid? Oft fällt die Entscheidung auf die Stadt am Meer. Es sei denn, man interessiert sich für Kultur und Nightlife – dann ist man in Madrid besser aufgehoben.
Aus dem Kunstdreieck, das die Museen Prado, Reina Sofía und Thyssen-Bornemisza bildeten, ist durch den Bau des CaixaForum ein Viereck geworden. Die Architekten Herzog & de Meuron entkernten ein Kraftwerk und stellten es auf Stelzen. Davor wächst ein vertikaler Garten 24 Meter in die Höhe. Auch der Cubo de Moneo, der Erweiterungsbau des Prado, ist gelungen. Im Würfel steckt der rekonstruierte Kreuzgang des Klosters San Jerónimo, das einmal hier stand.
Madrid inszeniert sich neuerdings auch kulinarisch. Seit der katalanische Food-Boom globale Aufmerksamkeit erlangt hat, holt Madrids einst behäbige Gastroszene mit einem Tempo auf, das Kennern spanisch vorkommt. Stilbildende neue Restaurants kehrten der Altstadt den Rücken zu und erfüllen das Nordende des Retiro-Parks nun mit Leben. Trotz allem Aufbruch werden sich zwei Dinge nie ändern: Die beste Zeit fürs Abendessen ist Mitternacht – und selbst im angesagtesten Lokal würde kein Wirt je einen Gast auffordern, den Tisch für die nächste Reservation zu räumen.
Auf keinen Fall versäumen: die Restaurants Ramses, Teatriz, Le Garage und Iroco. Das Letztgenannte verfügt sogar über die rarste aller Madrider Raritäten: eine kleine Terrasse. Spanische Nueva Cocina in adrettem Minimaldekor gibt es im Broche, im Chaflán und im Alboroque. Das hippe Olsen verlockt zu skandinavischem Essen, für italienische Küche ist das Più di Prima das Mass der Dinge ausserhalb Italiens.
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Ausser für Kunst und Fussball ist Madrid vor allem für sein Nachtleben legendär. Es gibt wohl keine andere Hauptstadt, in der man um drei Uhr nachts mehr Menschen auf der Strasse sieht als um drei Uhr nachmittags. Hier geht es weniger darum, diese oder jene Bar zu besuchen, als darum, sich entspannt treiben zu lassen. Flirrende Anlaufstellen sind die Ausgehzone Huertas, das gediegene Viertel La Latina und die schrägeren Quartiere Malasana und Chueca.
Wo übernachten? Auch wenn die Fassade abschreckt: Im Puerta América haben einige der weltbesten Architekten je eine Etage gestaltet. Aus einem Guss gestylt ist das Me Madrid, luxuriös die Casa de Madrid. Finanziell relaxter geht es im De Las Letras Hotel und im Room Mate Alicia zu – beide Häuser bieten angenehme Zimmer und Empfangspersonal, das sich mit Trends auskennt.