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Aktivistischer Investor

Lars Förberg: Ein Schwede auf der Jagd nach Rendite

Lars Förberg ist mit Cevian das Paradebeispiel eines aktivistischen Investors. Auch bei ABB übt er seit Jahren Druck aus. Wer ist der Schwede?

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In vielen Unternehmen investiert: Cevian Gründer Lars Förberg. Anne Gabriel-Juergens für BILANZ

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Seit Jahren liefern sich ABB und die Beteiligungsgesellschaft Cevian einen erbitterten Kampf um die Stromnetzsparte: Wortführer ist der Schwede Lars Förberg, Mitgründer von Cevian Capital und Verwaltungsratsmitglied bei ABB. Seine Gesellschaft hält 5 Prozent an dem Konzern. Förberg ist mit Cevian Capital das Paradebeispiel eines aktivistischen Investors.
Er fodert seit seinem Einstieg bei ABB 2015 eine Abspaltung der Stromnetzsparte, ABB-Chef Ulrich Spiesshofer hielt bis jetzt dagegen an, doch jetzt kommt es anders. Am Montag gaben Hitachi und ABB bekannt, dass der japanische Mischkonzern die Stromnetzsparte von ABB für ingesamt 11 Milliarden Dollar übernehmen wird. Natürlich zeigte sich Förberg erfreut über den Deal. «Die angekündigten Massnahmen sind die richtigen Schritte in der Entwicklung von ABB», sagte Förberg am Montag.

Bei Panalpina gab es Klagen

Denn obwohl Förberg im VR von ABB sitzt, fanden zahlreiche Meinungsverschiedenheiten immer wieder ausserhalb des Konferenzraums statt. Förberg wird als «freundlich und korrekt» beschrieben, aber er ist bestimmt. Nicht nur gegenüber ABB, sondern auch anderen Unternehmen, bei denen Cevian beteiligt ist.
So etwa beim Schweizer Logistiker Panalpina. Dort sass Förberg 2011 bis 2013 im Verwaltungsrat. Zum Ende musste Chefin Monika Ribar ihr Büro räumen. «Die Profitabilität liegt verglichen mit der Konkurrenz nur bei einem Drittel, die Firma verliert Marktanteile, Panalpina schafft keine Werte. Und das seit Jahren», klagte Förberg in der BILANZ.

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Mit 99,21 Prozent wurde Lars Förberg Mitte April in den VR von ABB gewählt. Nichts erinnerte mehr an den erbitterten Kampf, den sich Förbergs Beteiligungsgesellschaft Cevian und ABB während fast zweier Jahre geliefert hatten. Das ist sein Machtnetz:
Die Gegner:ABB-CEO Ulrich Spiesshofer prüfte zwar – sehr langwierig – die Forderung Förbergs nach Abspaltung der Sparte Stromerzeugung, wollte jedoch letztlich (und vermutlich von Anfang an) davon nichts wissen. Das persönliche Verhältnis zwischen den beiden hat sich nach anfänglichen Spannungen inzwischen normalisiert. Spiesshofer droht das gleiche Schicksal wie anderen Chefs von Firmen, die nicht nach Cevians Vorstellung performen...
Bei Panalpina musste neben neun Kaderleuten schliesslich auch Konzernleiterin Monika Ribar gehen, die heutige VR-Präsidentin der SBB und VR bei Sika.
Ihr vorgesehener Nachfolger, der damalige Asienchef Marco Gadola, flüchtete sich zum Zahnimplantatehersteller Straumann, wo er bis heute CEO ist.
Beim Baukonzern Bilfinger musste Roland Koch über die Klinge springen, vorher immerhin Ministerpräsident von Hessen.
Die Verbündeten:Wichtigster Verbündeter im ABB-VR wird Jacob Wallenberg sein: Der grösste Anteilseigner von ABB hat das gleiche Interesse an steigenden Aktienkursen wie Förberg und unterstützte seine Wahl ins Board.
ABB-VR Matti Alahuhta kennt Förberg bereits von der gemeinsamen Arbeit im Board von Volvo Trucks.
Dort sitzt auch Hanne de Mora, die in einem früheren Leben bei McKinsey der Mastermind hinter der Hunter-Strategie der Swissair war und heute in Zürich die von ihr gegründete Managervermittlung A-Connect führt.
Gut ist der Draht auch zu Volvo-Chairman Carl-Henric Svanberg, dem früheren CEO von Ericsson und heutigen Präsidenten von BP.
Bei Panalpina haben sich der damalige VR-Präsident Rudolf Hug (Bild) und der Vertreter des Hauptaktionärs Ernst Göhner Stiftung, Roger Schmid, lobend über Förbergs Arbeit geäussert. Er half auch beim Turnaround des grössten dänischen Geldinstituts Danske Bank mit.
Dort arbeitete er im Board eng zusammen mit Präsident Ole Andersen, Chairman von Bang & Olufsen, …
… und dem ehemaligen SAP-Chef und zukünftigen Aufsichtsratspräsidenten von Siemens, Jim Snabe.
Privat ist Förberg befreundet mit Fredrik Reinfeldt, der von 2006 bis 2014 schwedischer Ministerpräsident war.Bilder: Keystone/zvg
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Sonderling in der Schweiz

Trotz der freundlichen Erscheinung ist Förberg ein Sonderling in der Schweiz. Noch nie vorher hatte ein solch grosser Schweizer Konzern wie ABB einen aktivistischen Investoren ins Board gelassen. VR-Präsident Peter Voser hat sich die Kritik von Förberg in Bezug auf die Grid-Sparte des Oerliker Konzerns wohl immer wieder anhören müssen.
Förberg legt sich gerne mit anderen an: «Wir sind in vielen Unternehmen investiert mit einem starken Shareholder, etwa bei Thyssenkrupp, Volvo oder Ericsson. Normalerweise kommt man durch einen faktenbasierten Dialog zu den richtigen Schlüssen, und dann kann man auch die richtigen Massnahmen treffen», sagte er gegenüber der BILANZ.
Nach dem Verkauf der ABB Stromsparte gibt sich Förberg versöhnlich. «Wir unterstützen die von Verwaltungsrat und Management eingeschlagene strategische Richtung voll und ganz.»
(tdr)

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