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Kowalskys Crashtest: Apples Schlaumeieruhr

Apple unternimmt einen zweiten Anlauf, die Schweizer Uhrenindustrie zu bodigen. Es wird wieder nicht gelingen.

Marc Kowalsky

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Dieser Herbst war fΓΌr Tim Cook etwa so erfreulich wie fΓΌr Hillary Clinton: In allen Produktkategorien musste der Apple-Chef sinkende ErtrΓ€ge melden. Erstmals seit 2011 wird Apple das GeschΓ€ftsjahr mit einem UmsatzrΓΌckgang abschliessen. Den Verkauf der neuen drahtlosen KopfhΓΆrer musste er – auch dies ein Novum – auf unbestimmte Zeit verschieben. Und das Autoprojekt, an dem mehr als tausend Angestellte gearbeitet haben sollen, wurde gleich ganz eingestellt. Damit bleibt als einzig echte Innovation Cooks in seinen fΓΌnf Jahren Amtszeit die Apple Watch.

Wie erfolgreich sie wirklich ist, darΓΌber schweigt sich Apple aus (ausser der Behauptung, inzwischen der zweitgrΓΆsste Uhrenhersteller der Welt zu sein). Laut den Branchenbeobachtern von IDC ist ihr Verkauf jedoch zuletzt dramatisch eingebrochen, und die Voraussagen ΓΌber den Tod der Schweizer Β­Uhrenindustrie haben sich nicht bewahrheitet.

Wasserdichtes GehΓ€use

Nach zwei Jahren lanciert Apple nun die zweite Smartwatch. Γ„usserlich ist sie unverΓ€ndert, doch die Bedienung ist logischer geworden – wenn auch noch immer nicht intuitiv. Neu ist das GehΓ€use wasserdicht. Entsprechend unterstΓΌtzt die Fitness-App jetzt auch Schwimmen im Pool und im offenen Wasser. Β­Dedizierte Sportuhren haben aber noch immer deutlich mehr FunktionalitΓ€ten als Apples Schlaumeieruhr.

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Auch den Schlaf protokolliert die Smartwatch nicht, anders als die meisten FitnessarmbΓ€nder. Β­Immerhin muss man dank eines eingebauten GPS nun sein iPhone nicht mehr mitnehmen, will man die Β­Joggingstrecke protokollieren. Der Einsatz dieser Funktion saugt die Batterie allerdings schnell leer. Die hΓ€lt sonst eineinhalb bis zwei Tage – lΓ€nger als frΓΌher, aber fΓΌr meine BedΓΌrfnisse noch immer zu kurz.

Helleres Display

Deutlich heller ist das Display geworden – endlich kann man es auch bei Sonnenlicht gut lesen –, deutlich schneller der Prozessor. Die meisten Apps laden nun in ertrΓ€glicher Geschwindigkeit. Weiterhin gilt freilich: Viele Apps machen auf dem winzigen Display keinen Sinn, so Instagram oder Keynote.

Der Hauptnutzen der Uhr besteht noch immer darin, im Auto oder in der Sitzung schnell und unauffÀllig eingehende Nachrichten zu checken. Über diese Funktion als Zweitdisplay für das iPhone (das es zwingend braucht) kommt auch die Apple Watch Series 2 nicht hinaus.

Fazit: Mit der Zweitauflage hat Apple die grΓΆssten Schwachpunkte der Uhr beseitigt. Der Minicomputer am Handgelenk ist ganz praktisch, einen zwingenden Kaufgrund gibt es aber weiterhin nicht. Das wird nicht reichen to make Apple great again.

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Apple Watch Series 2
Info
: www.apple.ch
Preis
: Ab 419 Franken

Bewertung
: β˜…β˜…β˜…β˜†β˜†

β˜… Technoschrott β˜…β˜… verzichtbar β˜…β˜…β˜… nice to have β˜…β˜…β˜…β˜… cool β˜…β˜…β˜…β˜…β˜… wegweisend

Marc Kowalsky (45) ist ein Early Digital Immigrant: Seit 30 Jahren fΓΌhlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.

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