Experten loben die Frontkamera vom neuen iPhone X. Doch kann die Kamera auch gegen die chinesische Konkurrenz bestehen? Wir ziehen den Vergleich zum Mate 10 Pro von Huawei.
Karen Merkel-Gyger
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Die Kamera vom iPhone X im Vergleich mit dem Huawei Mate 10 Pro mit Leica-Kamera: Das besondere Highlight im iPhone X ist der PortrΓ€tmodus. Er ist auf allen iPhone-Plus-Modellen und dem iPhone X verfΓΌgbar. Durch den verschwommenen Hintergrund entsteht eine besondere Tiefenwirkung, die den Fokus noch stΓ€rker auf das Objekt im Vordergrund lenkt. Ausserdem stehen bei jedem Bild im PortrΓ€tmodus spezielle Effekte zur VerfΓΌgung...RMS... zum Beispiel der Effekt Β«BΓΌhnenlichtΒ», der die Umgebung ausblendet und nur das Objekt im Fokus hervorhebt.RMSHier zum Vergleich der PortrΓ€tmodus vom Huawei Mate 10 Pro. Huawei arbeitet mit Leica zusammen und verspricht Fotos von hoher QualitΓ€t. Gegen das iPhone X fΓ€llt die PortrΓ€tfunktion allerdings ab.RMSErstmals gibt es die PortrΓ€tfunktion von Apple auch im Selfie-Modus. Wer die Umgebung auf dem Selfie nebensΓ€chlich findet, kann damit gute Wirkung erzielen.RMSAuch hier lassen sich Effekte ergΓ€nzen - zum Beispiel mit Β«KonturenlichtΒ».RMSOder Β«BΓΌhnenlichtΒ». Der Hintergrund auf diesem Selfie ist im Original derselbe wie bei den vorherigen Fotos. Positiv: Selbst wenn ein PortrΓ€tbild mit dem Effekt Β«BΓΌhnenlichtΒ» fotografiert wurde, lΓ€sst sich im Anschluss das Bild wieder auf Β«OriginalΒ» zurΓΌckstellen und der Hintergrund ist dann zu sehen.RMSWΓ€hrend Apple beim PortrΓ€tmodus klar vorne liegt, kΓΆnnen sich die Aufnahmen vom Huawei Mate 10 Pro bei anderen Motiven sehen lassen Bei der Innenraumaufnahme bildet das Huawei-GerΓ€t die Farben brillanter ab...RMS...als das iPhone X.RMSNicht immer ist der Unterschied so deutlich, je nach LichtverhΓ€ltnissen. Hier links eine Aufnahme mit dem iPhone X, rechts das Mate 10 Pro.RMSDas iPhone X erlaubt, blassere Aufnahmen nachtrΓ€glich mit Farbfeffekten aufzubessern. Der Nutzer kann dabei zwischen neun Filtern wΓ€hlen β von strahlend warm/kalt ΓΌber dramatisch warm/kalt bis zu drei Schwarzweiss-Stufen.RMSDas Mate 10 Pro ermΓΆglicht allerdings erheblich mehr Effekte, darunter allein 39 Filter mit schΓΆnen Namen wie Β«NostalgieΒ» oder Β«ValenciaΒ», bis zur Auswahl zwischen Β«KreideΒ», Β«WasserfarbeΒ» und anderen Varianten.RMSDarΓΌber hinaus kann der Nutzer auf Schwarzweiss-Bildern einzelne Farben reaktivieren, etwa alle RottΓΆne. Auch kΓΆnnen alle Bildeinstellungen manuell abgestuft werden. Und ein besonderes Special: In einem Pro-Modus kann die Kamera komplett manuell bedient werden.RMSDer deutlichste Unterschied zwischen dem PremiumgerΓ€t von Huawei und dem neuen Apple-Flagship zeigt sich bei Nachtaufnahmen. Die Farben in der Huawei-Aufnahme rechts wirken zwar kΓ€lter, dafΓΌr ist das Bild auch bei Dunkelheit scharf. Links das Apple-Foto zum Vergleich.RMSSelbst bei Distanzaufnahmen ist die Differenz erkennbar: links die Aufnahme mit dem iPhone X, rechts mit dem Mate 10 Pro.RMSPunkten kann Apple dagegen bei Nahaufnahmen mit Gegenlicht. Die Bilder vom Mate 10 Pro gerieten reichlich dunkel β einzig im Modus Β«NachtaufnahmeΒ» schafft das Mate 10 Pro vergleichbar gute Ergebnisse. Allerdings ist hier die BildschΓ€rfe schwer zu erzielen...RMS... wie diese Aufnahme vom GrossmΓΌnster in ZΓΌrich zeigt. Das Foto ist im Nachtmodus erstellt, die Kamera lag dabei auf einer festen Unterlage. Die Helligkeit des Bildes ist beeindruckend, doch Verwackler sind schwer zu vermeiden.RMSEine Spielerei des Huaweis Mate 10 Pro, der Effekt Β«LichtmalereiΒ».
Fazit: Das iPhone X ΓΌberzeugt mit dem PortrΓ€tmodus. Im Durchschnitt liefert das Mate 10 Pro aber bessere Aufnahmen. Auch wenn einige Effekte das Huawei-GerΓ€tes eher Spielerei sind, bietet das Handy eine grΓΆssere Varianz und fΓΌr Foto-Freunde sogar den Pro-Modus, in dem die Kamera komplett manuell bedient wird.
Fotos: Karen MerkelRMS
Das iPhone X ist auf dem Markt und seit langem gab es zum Verkaufsstart wieder einmal Schlangen vor den Apple Stores. Die Erwartungen an das JubilΓ€ums-Smartphone sind hoch, der Preis ist es mit mindestens 1199 Franken auch. Apple verspricht, das GerΓ€t Β«werde die Grundlagen fΓΌr die kommenden zehn Jahre legenΒ».
Gemeint ist dabei vor allem die Β«TruedepthΒ»-FunktionalitΓ€t der Frontkamera, die Nutzern die Authentifizierung per Face-ID ermΓΆglicht. Das Feature funktioniert in den ersten beiden Testtagen schnell und stabil β einige Experten sehen Apple hier der Konkurrenz um zwei bis drei Jahre voraus. Lag die FΓ€lschungssicherheit bei Touch-ID 1:50'000, liegt sie bei Face-ID laut Apple bei 1:1 Millionen. Video-Tests zeigen, dass Face ID selbst eineiige Zwillinge auseinanderhalten kann.
Β«Herausragende PerformanceΒ» beim Mate 10 Pro
Doch wie gut ist die Kamera des iPhone X ΓΌber die Face-ID-Funktion hinaus? Wir ziehen hier den Vergleich zum Mate 10 Pro von Huawei. Die Herausforderer aus China geben sich selbstbewusst und wollen selbst im Apple-Land Schweiz ganz nach oben. Bei der Lancierung der neuen Flagship-GerΓ€te sagte Schweiz-Chef Daniel Meier zu handelszeitung.ch: Β«Wir wollen innerhalb der nΓ€chsten fΓΌnf Jahre Nummer eins in der Schweiz werden.Β»
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In Bezug auf die Kamera legt der Konzern aus China vor: Das Expertenrating von Dxomark bescheinigt der Kamera des Mate 10 Pro eine Β«herausragende PerformanceΒ». Das iPhone X ist in der Wertung vom Oktober nicht enthalten. Nur das neue Google Handy Pixel 2 sehen die Analysten noch weiter oben als das Mate 10 Pro. Das Google-Handy gibt es allerdings in der Schweiz nicht zu kaufen, damit ist das Mate 10 Pro in der Wertung das beste in der Schweiz verfΓΌgbare Smartphone. Hat sich das mit dem iPhone X geΓ€ndert?
iPhone X ermΓΆglicht Selfies im PortrΓ€tmodus
Zu den technischen Daten: iPhone X und iPhone 8 Plus verfΓΌgen ΓΌber eine Kamera mit Duallinse auf der RΓΌckseite, beide 12 Megapixel, mit Blendwerten von 1,8 und 2,4. Dazu kommt ein Bildstabilisator, der das Fotografieren bei schlechten LichtverhΓ€ltnissen verbessern soll. Das HuaweigerΓ€t verfΓΌgt ΓΌber eine Dualkamera von Leica mit 12 MP und eine 20 MP-Linse fΓΌr Schwarzweissaufnahmen, beide mit einer besonders offenen Blende von 1,6.
Die 7MP-Frontkamera des iPhone X unterscheidet sich durch die Truedepth-Technologie von allen anderen iPhones. Sie ermΓΆglicht nicht nur Face-ID, sondern auch Selfies im PortrΓ€tmodus. Die Frontkamera vom Mate 10 Pro bietet 8MP bei einer Blende von 2.0.
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Vergleich von Seflies bis Nachtaufnahmen
FΓΌr den Test haben wir uns auf Selfies, Nahaufnahmen, Innenaufnahmen und Fotos bei Dunkelheit konzentriert (siehe Bildergalerie oben). Selfies im PortrΓ€tmodus sind dabei nur mit dem iPhone X mΓΆglich. Hier liegt die wahre StΓ€rke des iPhone X: beim Abbilden von Menschen und dem Knipsen von Selfies. Selbst wer Selfies weniger mag, wird Spass an dem Feature haben.
Bei Dunkelheit dagegen ΓΌberzeugt das Mate 10 Pro deutlich mehr. Einziger Abstrich: Die Bildfarbe ist ein ganzes StΓΌck kΓ€lter als beim iPhone X, das ist Geschmackssache. Bei der Abbildung gibt es aber keine Frage, das Mate Pro X erreicht bei dunklen LichtverhΓ€ltnissen erkennbar schΓ€rfere Bilder.
Happiger Preisunterschied
Die MΓΆglichkeiten der Bildbearbeitung sind ausserdem variantenreicher. Wenn der Nutzer mΓΆchte, kann er im Pro-Modus die Kamera sogar komplett manuell bedienen. Aber auch ohne Pro-Modus gibt es allein 39 Effekte zur Auswahl, plus weitere BearbeitungsmΓΆglichkeiten. Einige davon mΓΆgen Spielerei sein, trotzdem bleibt der Eindruck, dass der Nutzer beim Huawei-GerΓ€t mehr GestaltungsmΓΆglichkeiten als beim iPhone X.
Fazit: Der PortrΓ€tmodus von Apple macht Spass und die Kamera liefert bei guten LichtverhΓ€ltnissen meist tolle Bilder. Mit dem Huawei Mate 10 Pro gelingen Bilder bei Dunkelheit deutlich besser und die Kamera bietet mehr Varianten, aus denen der Nutzer wΓ€hlen kann. Angesichts der starken Leistung des Huawei-GerΓ€tes wirken die Mehrkosten von 400 Franken fΓΌr das iPhone X happig.