Apples iPad Pro definiert neu, was ein iPad alles kann. Und was ein Computer kΓΆnnen sollte. Mit diesen markigen SΓ€tzen prΓ€sentiert Apple sein neues GerΓ€t. Der Konzern ist von seiner neusten SchΓΆpfung so ΓΌberzeugt, dass er es als einen mΓΆglichen Ersatz fΓΌr einen Computer anpreist. Eben weil das iPad besser sein soll. Es sei sogar schneller als 92 Prozent aller Notebooks, die in den vergangenen zwΓΆlf Monaten verkauft wurden. Die Grafik? Auf AugenhΓΆhe mit Microsofts Videospielkonsole Xbox One S. Sagt Apple.
Aber kann das iPad Pro wirklich einen Computer ersetzen? Im Test zeigt sich, dass das zumindest in Teilen gelingt. In jedem Fall fΓΌhlt sich das iPad besser an als ein Computer. Apple hat das Design im Vergleich zu den bisherigen GerΓ€ten deutlich verΓ€ndert. Das kantige GehΓ€use des neuen iPad Pro erinnert an das iPhone 5.
AuffΓ€llig dΓΌnn
Allerdings ist es mit 5,9 Millimeter auffΓ€llig dΓΌnn geraten. Die Kamera steht zwar etwas aus dem GehΓ€use heraus, aber selbst wenn es ohne HΓΌlle auf dem Tisch liegt, kippelt es nicht beim Tippen. Wer das GerΓ€t zum ersten Mal in die Hand nimmt, ist erstaunt, dass es so leicht ist. Es wiegt 630 Gramm, sieht aber deutlich schwerer aus.
5,9 Millimeter dick: Beim neuen iPad Pro steht die Kamera etwas aus dem GehΓ€use.2018 Future Publishing
5,9 Millimeter dick: Beim neuen iPad Pro steht die Kamera etwas aus dem GehΓ€use.2018 Future Publishing
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Beim wichtigsten Teil des GerΓ€tes erlaubt sich Apple keine SchwΓ€che. Das Display dΓΌrfte zu den besten gehΓΆren, die es zu kaufen gibt. Apple nennt es ein Liquid-Retina-Display. Wir ersparen uns hier die technischen Angaben, aber es stellt extrem scharf und farbecht dar, weil es sich auf das Umgebungslicht anpasst. Dazu ist es extrem hell und reflexionsarm. Es ist in der Lage, eine Bildwiederholungsrate von bis zu 120 Hertz zu unterstΓΌtzen. Der Touchscreen ist reaktionsschnell.
Face ID statt Home-Button
All dies konnten wir aber auch beim VorgΓ€ngermodell im Test feststellen. Doch beim neuen GerΓ€t ist der Rand deutlich geschrumpft, der das Display umgibt. Er ist zwar nicht so schmal wie bei den iPhone-X-Modellen. Aber das ist bei einem Tablet auch eher zu verzeihen als bei einem Smartphone.
Trotzdem ist er so schmal, dass kein Home-Button mehr auf die Vorderseite passte. Apple hat ihn mit der Gesichtserkennung Face ID ersetzt. Das funktioniert sogar noch besser als beim iPhone, weil das iPad Pro dafΓΌr nicht hochkant ausgerichtet sein muss. Das GerΓ€t entsperrt sich auch, wenn es quer oder auf dem Kopf gehalten wird. Nur darf der Nutzer nicht die Kamera mit der Hand verdecken.
Die Home-Taste vorne auf dem Display ist verschwunden. Entsperren lΓ€sst sich das GerΓ€t per Gesichtserkennung.2016 Kyodo News
Die Home-Taste vorne auf dem Display ist verschwunden. Entsperren lΓ€sst sich das GerΓ€t per Gesichtserkennung.2016 Kyodo News
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Minderwertige iPad-Fotos sind Vergangenheit
Von Nutzern bisheriger iPads verlangt das neue GerΓ€t aber ein wenig Lernbereitschaft bei der Bedienung. Doch die dafΓΌr notwendigen Wischgesten sind schnell gelernt. Apple erklΓ€rt sie mit einigen Videos. iPhone-X-Nutzer mΓΌssen gar nicht umlernen. Wer das alte iPad Pro schon als blitzschnell empfunden hat, darf nun erwarten, dass es blitzschneller ist. Apple hat seinen neusten Chip A12X Bionic eingebaut. Im Test ruckelte oder stotterte es in keiner Situation. Wir haben kein Spiel gefunden, das es an die Leistungsgrenze bringen konnte. Selbst das Bearbeiten von Videos in hoher 4K-AuflΓΆsung konnte das iPad kaum beeindrucken.
Die Chips erbringen ihre Arbeit aber auch an Stellen, die fΓΌr den Nutzer nicht offensichtlich sind. So hat das iPad Pro eine ZwΓΆlf-Megapixel-RΓΌckkamera, die dank der Rechenleistung des GerΓ€ts bessere Ergebnisse hervorbringt als der VorgΓ€nger. Trotzdem gehΓΆrt schon etwas Mut dazu, mit einem 12,9 Zoll grossem iPad Pro in der Γffentlichkeit zu fotografieren oder zu filmen, ohne dass es einem peinlich ist. Die eher minderwertigen Fotos bisheriger iPads sind aber Vergangenheit.
iPad kann sogar andere GerΓ€te laden
Die Anmutung eines ArbeitsgerΓ€tes verliert das iPad Pro, sobald ein Video abgespielt wird. Das gilt nicht nur fΓΌr das Display. Es ist schon erstaunlich, welche Kraft die vier Lautsprecher hervorbringen kΓΆnnen, die in einem solch dΓΌnnen GehΓ€use untergebracht sind. Γbrigens: Weil das iPad Pro nun fΓΌnf Mikrofone verbaut hat, nimmt es mit einem Video auch Stereoton auf, egal, wie es gehalten wird.
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Das neue iPad Pro zeigt auch, was Apple mit dem Lightning-Anschluss vorhat: begraben. Apple setzt nun auf einen USB-C-Anschluss, der schlichtweg leistungsfΓ€higer ist. So kann das iPad mit seinem grossen Akku sogar andere GerΓ€te laden, die angeschlossen werden. Ein iPhone zum Beispiel. Oder eine Kamera, um Fotos und Videos zu ΓΌbertragen. Oder ein externes Display, das allerdings bei den mit Abstand meisten Apps lediglich das Bild vom iPad spiegelt.
Tastatur kann mit Laptops mithalten
Apple bietet fΓΌr das neue iPad Pro auch einen neuen Apple Pencil an, der dieses Mal per Magnet einfach an das iPad gesteckt werden kann und auf diese Weise gekoppelt und drahtlos geladen wird. Das ist eine gute Idee, denn beim VorgΓ€ngermodell konnte der Stift nirgendwo zur Aufbewahrung angesteckt werden. Er war damit meist nicht zur Stelle, wenn man ihn brauchte. Allerdings kommt das auch nicht allzu hΓ€ufig vor, es sei denn, man zeichnet gern oder mΓΆchte sich auf einer Glasscheibe handschriftliche Notizen machen. Leider lΓ€sst sich der alte Stift nicht am neuen iPad und der neue Stift nicht am alten iPad nutzen.
SchΓΆner schreiben: Der neue Apple Pencil kann per Magnet an das Tablet gesteckt, gekoppelt und geladen werden.Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.
SchΓΆner schreiben: Der neue Apple Pencil kann per Magnet an das Tablet gesteckt, gekoppelt und geladen werden.Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.
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Um ein Notebook zu sein, braucht das iPad Pro natΓΌrlich eine Tastatur, die Apple ebenfalls anbietet. Sie ist zugleich eine SchutzhΓΌlle fΓΌr das GerΓ€t. Wir haben das Smart Keyboard Folio gleich mitgetestet. Im Unterschied zur VorgΓ€ngertastatur, die ΓΌbrigens nicht mit dem neuen iPad genutzt werden kann, gibt es nun zwei Neigungswinkel, was sehr praktisch ist. Die Ausbalancierung ist geglΓΌckt, das iPad steht mit der Tastatur sogar stabil auf dem Schoss. Sie muss weder gekoppelt noch geladen werden. Einmal angesteckt, ist sie gebrauchsfertig. Wir konnten auf der Tastatur genauso schnell und gut schreiben wie auf einer normalen Computertastatur.
Das beste und teuerste Tablet auf dem Markt
Fazit: Das iPad Pro ist das beste Tablet, das wir bisher in die Hand bekommen haben. Allerdings ist es mit einem Terabyte Speicher und Mobilfunkempfang auch das teuerste Tablet. Es kostet 2099 Euro. Ohne Stift und Tastatur. Mit dem kleinsten Speicher von 64 Gigabyte und ohne Mobilfunk sind es dann Β«nur nochΒ» 1099 Euro. Die kleinere Version mit einem elf Zoll grossen Display gibt es ab 879 Euro.
Egal in welcher AusfΓΌhrung, das iPad Pro eignet sich nicht als vollwertiger Notebook-Ersatz. Dazu ist es schlichtweg zu ichbezogen. Das gilt zum einen fΓΌr die neue USB-C-Schnittstelle. Wird ΓΌber einen Adapter ein USB-Speicherstick mit PDFs oder Word-Dokumenten angeschlossen, ignoriert ihn das iPad. Apple war mit seinen iPhones und iPads noch nie ein Freund offener Systeme. Das gilt leider auch fΓΌr das aktuelle GerΓ€t.
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Das grΓΆsste Hindernis ist aber nicht die Hardware. iOS 12, das mobile Betriebssystem, kann es schlichtweg nicht mit einem Computer aufnehmen. Das parallele Arbeiten mit Anwendungen, die nebeneinander dargestellt werden, funktioniert nur mit den wenigsten Apps. Wer gern auf einem Computer mit verschiedenen Fenstern und offenen Programmen arbeitet, verzweifelt am iPad. Multitasking gibt es hier nur in Minimalform.
Schon beim Arbeiten mit Texten ist der Nutzer eingeschrΓ€nkt. SΓ€tze zu markieren ist mit dem Zeigefinger schon fast eine feinmotorische Herausforderung. Man mΓΆchte unweigerlich zur Maus greifen, die es aber nicht gibt. Somit bleibt das iPad das, was es ist. Ein iPad. Aber ein sehr gutes, schΓΆnes und sehr teures.