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Luxushotels und Corona: Komfort und Virenschutz mit fünf Sternen

Der Lockdown hat die ­Nobelhäuser extrem hart getroffen. Nun hoffen die Hoteliers auf einen Sommer mit vielen Schweizer Gästen.

Iris Kuhn Spogat

The Dolder Grand Zürich: Generaldirektor Mark Jakob

«The Dolder Grand», Zürich: Für Generaldirektor Mark Jacob ist gewiss: «So schnell, wie das kam, wird es nicht überwunden.» Das «Dolder» hielt er immer offen.

Attila Czinke

Schliessen oder offen lassen? Mark Jacob, Direktor des «Dolder Grand» in Zürich, hat die Restaurants geschlossen und das Hotel offen gelassen. Durchschnittlich 20 Zimmer sind während des Lockdowns belegt – von 175. Die paar wenigen Gäste essen im Zimmer, in der Lobby oder in der Bibliothek. Rentabel ist das nicht.

Doch Jacob würde wieder so entscheiden: Erstens sei er Hotelier aus Leidenschaft, ganz gleich wie viele Gäste er zu beherbergen habe. Zweitens habe auch Kosten, wer schliesst. Drittens sei Offenlassen «ein Zeichen der Zuversicht». Mit einem Take-away – online bestellen, dann an einem offenen Fenster neben dem Hoteleingang abholen – lastet er die maximal reduzierte Küchencrew zusätzlich aus. «Dieser Umsatz hat sich zur sechsstelligen Zahl entwickelt», sagt Jacob, «das ist zwar nur ein Bruchteil des normalen Umsatzes, aber mehr, als wir erwartet haben.»

Unter dem Strich, sagt Jacob, sei es finanziell nicht schlechter herausgekommen, als wenn er das Hotel ganz geschlossen hätte. Das tiefrote Ergebnis geht zulasten des Inhabers Urs Schwarzenbach. Dazu Jacob: «Die Krise tut finanziell sehr weh, aber der Mehrheitsaktionär steht hinter den Entscheiden.»

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Iris Kuhn Spogat
Iris Kuhn-Spogat
Iris Kuhn-Spogat

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