Guten Tag,
Die More Gallery in Giswil OW widmet Frank Stella, einer Schlüsselfigur der internationalen Nachkriegskunst, zwei Ausstellungen. Bis Ende August sind sieben monumentale Skulpturen des 1936 geborenen
Werbung
Es sind massige, abstrakte Assemblagen, vorwiegend aus den Jahren 1990 und 1991, die in der Vergangenheit mehrheitlich in Museen gezeigt wurden. Diese Jahre markierten einen Wendepunkt in Stellas Schaffen. Ausgehend von seinen Erfahrungen als Maler im zwei- und dreidimensionalen Raum, beschäftigte er sich von diesem Zeitpunkt an vorwiegend mit skulpturalen Formen.
In ihrem Zusammenspiel aus Stahl, Aluminium, Draht, Maschendraht und anderen gefundenen Materialen wirken diese Werke wie komplexe, mehrschichtige Collagen. «Three Mile Island», «Peach Bottom» und «Brown’s Ferry» von 1991 bilden eine Serie von Skulpturen, die nach Kernkraftwerken benannt sind. Ihr Grundgerüst bilden monumentale Staffeleien aus Stahl, auf welchen gepresste und zerstückelte Aluminiumblöcke und Gusselemente scheinbar zufällig angeordnet sind. Mit scharfen Kanten und gebrochenen Linien strahlen sie einen dissonanten Akkord aus.
Zu den augenfälligsten Werken der Ausstellung gehört die monumentale Skulptur «Watson and the Shark» von 1991. Sie ist nach einer Bildikone der US-Malerei benannt, einem Gemälde von John Singleton Copley. Dieses Bild von 1778 zeigt einen Haiangriff auf einen jungen Matrosen. Skulptur wie Bild beinhalten unterschiedliche Elemente stürmischer Bewegung und eine narrative Ebene, die den Betrachter so schnell nicht loslassen. (ba)
Frank Stella, More Gallery, Giswil, bis 28. August.
Werbung