Etwas Seltsames ist in der Hotelwelt geschehen. Egal, ob man in Auckland, Madrid, Shanghai oder Zürich eincheckt, wirken die Hotels merkwürdig vertraut: florale Tapeten und Mid-Century-Möbelklassiker in der Wohnzimmer-artigen Lobby, Rohholztische, bunte Bodenfliesen und industrielle Deko-Glühbirnen im Restaurant, Eames Plastic Chairs im Zimmer und U-Bahn-Wandkacheln im Bad. Überall begegnen wir demselben Look & Feel.
Dabei ist es nicht so, dass die neuen Hotels und aufgefrischten Hotelklassiker alle zu globalen Ketten mit denselben Corporate-Designern gehören würden. Vielmehr haben sich alle unabhängig voneinander eine ähnliche Hipster-Ästhetik mit demselben Vanille-Flair angeeignet. Die digitalen Plattformen verbreiten ihre «Weisheit der Massen» und die damit einhergehende Vereinheitlichung der Geschmäcker mit viraler Effizienz – dies in lässigen New-Generation-Hotels genauso wie in feinen Luxusherbergen. Mit dem Ergebnis, dass man sich überall auf der Welt stets an denselben Orten glaubt und Hotels nicht nur vermehrt einander gleichen, sondern ebenso coolen Coffee-Shops, Arbeitsräumen, Boutiquen und Lounges ähneln. Diese modernen Lebensräume können durchaus geschmackvoll sein, doch weckt deren innere Leere ein wachsendes Unbehagen.
Charismatische Hotels, die es kein zweites Mal gibt
Wie sollen wir also reisen in dieser Ära des platten, austauschbaren Tourismus? Wie entkommen wir der globalen Spiessigkeit und wo beginnt der heutige Luxus? Für viele Reisende liegt die Antwort in charismatischen Hotels, die es in ihrer Art kein zweites Mal gibt. Philippe Perd sagt es deutlich – und nicht ganz unbescheiden: «Es gibt nur ein Hôtel du Cap-Eden-Roc, so wie es nur eine Mona Lisa gibt.» Der Hausherr dieser Hotelikone an der französischen Riviera bringt das gegenwärtige Anforderungsprofil an ein ideales Hotel auf den Punkt: Der Einmaligkeitscharakter ist in den Augen fortgeschrittener Reisender und den insgesamt 184 beurteilenden Experten im 22. BILANZ-Hotel-Ranking von zentraler Relevanz.
Die Methodik
Das Hotel-Ranking der BILANZ basiert auf 600 Expertentests in den letzten 18 Monaten, auf einer schriftlichen Umfrage bei 108 Schweizer Top-Hoteliers, auf den aktuellen Bewertungen relevanter Reisepublikationen und Testportale sowie auf den Erfahrungen von 76 befragten Hotelkennern und Reiseprofis. BILANZ rechnete die Einstufungen dieser vier Bewertungssäulen in ein einheitliches 100-Punkte-Schema um. Trend 1: Hideaways mit Einmaligkeitscharakter
Mehr denn je geht es für Hoteliers heute darum, eine Gegenwelt zur schleichenden Gleichförmigkeit zu erschaffen und dabei die eigenen Normen und Werte so hinreissend umzusetzen, dass sowohl die herkömmlichen Bewertungskriterien als auch die Zimmerpreise oder das Wetter für den Gast keine entscheidende Rolle mehr spielen. Wer ins «Hôtel du Cap» reist, fährt nicht einfach an die Côte d’Azur, sondern taucht hier in eine andere Welt und Zeit ein, so famos wie in den schönsten Filmen. Im mediterranen Privatpark fühlt man sich wie am Set von Fitzgeralds «Zärtlich ist die Nacht», während das lautlos aufmerksame Hotelteam für einen ganz heutigen Energiefluss sorgt.
Auch die Villa Feltrinelli am Gardasee, die in der Kategorie der weltbesten Ferienhotels (siehe Bildergalerie unten «Die weltbesten Ferienhotels 2018») vom elften auf den zweiten Rang hochkletterte, ist ein finessenreicher Gegenentwurf zum Luxus-Mainstream. «Je platter die anderen Hotels werden, desto mehr Mühe geben wir uns, das standardisierte Hospitality-Denken über Bord zu werfen», sagt der Schweizer Gastgeber Markus Odermatt.
In derselben Liga spielen auf ihre ganz eigene Art das Inselresort Fregate Island Private auf den Seychellen, das Post Ranch Inn in Kalifornien, das Soneva Jani auf den Malediven, Schloss Elmau in Bayern und das Riffelalp Resort ob Zermatt.
Platz 10 (Vorjahr: 19): Adler Mountain Lodge, Seiser Alm – Das auf unaufdringliche Weise sehr trendbewusste Berghotel bietet vom Einfachen das Beste. Die fliessenden Übergänge zwischen drinnen und draussen, den Mix aus alpiner Geborgenheit und lichter Architektur gibt es auch anderswo, doch nirgends so stimmig zusammengefügt und in solch fabelhafter Dolomiten-Szenerie wie hier. Die Lodge hat nur ein Problem: Sie ist eigentlich immer ausgebucht. Aber das ist ein Problem, das jedes Hotel gerne hätte. zVg Platz 9 (Vorjahr: 8): Southern Ocean Lodge, Australien – Urlaub ist für Anfänger. Die Southern Ocean Lodge auf der südaustralischen Kangaroo Island ist für Fortgeschrittene. Sie ist für Menschen, die sich gerne in wilder Natur verlieren und dabei nicht auf neuzeitlichen Komfort verzichten wollen. Das schnörkellose Interieur der 21 Suiten mit bodentiefen Fensterfronten hoch über dem Ozean stellt ästhetische Gelassenheit her, und über allem schwebt ein Hauch von Abenteuer. zVg Platz 8 (Vorjahr: 12): Four Seasons at Landaa Giraavaru, Malediven – Das um vier Ränge vorpreschende Inselresort unter Leitung des Schweizer Hoteldirektors Armando Kraenzlin zählt weder zu den neusten noch zu den publicityträchtigsten Luxusresorts, dafür zu den vollkommensten über viele Jahre. Es ist das beste Beispiel dafür, dass eine gewisse Magie entstehen kann, wenn talentierte und passionierte Menschen unermüdlich daran arbeiten, einen bereits wunderschönen Ort noch schöner zu machen. zVg Platz 7 (Vorjahr: 4): Amangiri, Utah – Man muss zu diesem Hotel wollen. Doch das Ziel lohnt unbedingt: Es feiert die Millionen Jahre alte Fels- und Canyonlandschaft im Süden Utahs. Mit einem Mix aus karger Architektur und warmer Atmosphäre. Und mit Ausblicken, vor denen urbane Erfolgsgestresste wieder zu Menschen werden. Von keinem der Zimmer ist ein Zeichen der Zivilisation «da draussen» zu bestimmen, kein Auto in der Ferne, kein Strommast am Horizont, nur die Stille der Wüste. zVg Platz 6 (Vorjahr: 3): Post Ranch Inn, Big Sur/Kalifornien – Die Website ist ansprechend, die Berichte in Broschüren und Reisemagazinen sind verlockend, doch kann den Besucher nichts auf den tatsächlichen Zauber dieses Hideaways vorbereiten. Wer hierher in die kalifornische Abgeschiedenheit kommt und eines der 39 rustikal-luxuriösen Zimmer und Baumhäuser bezieht, darf damit rechnen, etwas ganz Spezielles zu erfahren, das in der Erinnerung noch lange weiterleuchtet. zVg Platz 5 (Vorjahr: 29): Huka Lodge, Taupo/Neuseeland – Das Ruhige und Beständige ist keine Selbstverständlichkeit in einer Zeit, die immer zügiger nach neuen Bildern und Reizen verlangt. Umso erfreulicher, dass es noch Hotels gibt, die gegen Trends und Modelaunen immun sind und einfach das durchziehen, was ihnen richtig erscheint. Die Huka Lodge ist so ein unaufgeregt faszinierender Ort – und zugleich ein Lieblingsziel von ultrareichen Bonvivants, welche die gewöhnlichen Reichen meiden wollen. zVg Rang 4 (Vorjahr: 5): Fregate Island Private, Seychellen – In Zeiten wirtschaftlicher, politischer und sozialer Unsicherheiten gewinnen sogenannte «safe haven destinations» an Bedeutung, möglichst fern den gefühlten Risikozonen des internationalen Terrors und in einem annehmbaren gesellschaftspolitischen Umfeld. So erklärt sich auch der dauerhafte Erfolg privater Hotelinseln. «Fregate» beherbergt 16 Villen, alle mit eigenem Elektrobuggy für Entdeckungsfahrten zu den sieben makellosen Stränden. zVg Rang 3 (Vorjahr: 2): Schloss Elmau, Bayern – Die Faszination, die das Schlosshotel und das benachbarte Elmau Retreat im bayerischen Hochtal am Fuss des Wetterstein-Gebirges verströmen, lässt sich nicht ausschliesslich mit den üblichen Klassifikationen begreifen. Eher ist es ein Art flirrendes Versprechen, das begeistert. Schloss Elmau lässt uns Gäste lebendiger, intelligenter, unbeschwerter, ausgeglichener fühlen – und erinnert uns daran, wer wir sein wollen und wie wir leben möchten. zVg Rang 2 (Vorjahr: 11): Villa Feltrinelli, Gargnano/Gardasee – Diese Hotelperle raubt selbst schwer zu beeindruckenden Vielgereisten den Atem. Hier taucht man nicht nur in eine andere Welt, sondern auch in eine andere Zeit ein, so perfekt wie in den schönsten Filmen. Zu den Extravaganzen der Villa zählt die Möglichkeit, zu jeder gewünschten Zeit an jedem beliebigen Ort im privaten Park am Seeufer oder in den Salons frühstücken oder dinieren zu können. Nur beim Check-out muss man stark sein. zVg Rang 1 (Vorjahr: 6): Hôtel du Cap-Eden-Roc, Cap d’Antibes/Côte d’Azur – Wenn es heiss ist an der französischen Riviera und der Trubel unerträglich wird, gibt es nichts Wohltuenderes als einen parkumgebenen Rückzugsort am Meeresufer – insbesondere wenn man sich im «Hôtel du Cap» verstecken kann. Die Ikone hat einen Charme und einen Zauber, den man nicht planen, sondern sich nur über lange Zeit erarbeiten kann. Dank kontinuierlichen Verbesserungen und einem überaus gastorientierten Serviceverständnis gelang dem Hotel nun der Sprung auf den ersten Rang. zVg
Trend 2: Vom Einfachen das Beste
Im Zuge des neuen Luxus gehen urbane Erfolgsgestresste, die um die Kostbarkeit ihrer freien Stunden wissen, tendenziell nicht mehr dreimal pro Jahr auf Fernreisen, sondern nur noch einmal alle drei Jahre. Dafür sehnen sie sich öfter mal nach ländlich-kultivierten Fluchtpunkten in der Nähe, suchen nach Perfektion in der Einfachheit, tanken neue Lebensenergie bei langen Bike- und Wandertouren in unverschandelter Natur oder finden bei einem Yoga-Retreat wieder zu sich selber. Zyniker nennen dies «Langeweile-Tourismus». Doch Hotels an einstigen B- oder C-Standorten fernab von Glamour und Betriebsamkeit, dafür mit hohem Erholungswert und einer Aura von Wärme und Herzlichkeit, gewinnen an Bedeutung. Bodenständig ehrliche, oftmals familiengeführte Häuser mit charmantem Design und lustvoller Küche wie die Post Bezau im Bregenzerwald, die Adler Mountain Lodge auf der Seiser Alm oder das Parkhotel Bellevue in Adelboden haben in diesem Markt ihre Chance erkannt und ihr Angebot so erweitert, dass es ermattete Stadtmenschen locker auch eine Woche in der Provinz aushalten.
Trend 3: Wildnis mit Stil
Eine weitere Lösung des anspruchsvollen Reisenden, sowohl dem Mehrheitsgeschmack als auch dem Overtourism zu entfliehen, besteht darin, tatsächlich zu neuen Horizonten in den entlegensten Regionen der Erde aufzubrechen und Wow-Erlebnisse in wilder Natur zu suchen, ohne dabei ein Jota an Komfort zu opfern. Hierfür scheint die Deplar Farm im Norden Islands das Modell der Stunde zu sein – auch weil viele mal das magische Grün und Violett des Polarlichts erleben wollen. Gleichermassen wichtige Punkte auf der Landkarte der betuchten Freizeit-Abenteurer sind das Amangiri in der Canyon-Wüste von Utah und das Tierra Patagonia im chilenischen Nationalpark Torres del Paine sowie die Safari-Destinationen Singita Sabora Tented Camp in der Serengeti und Sandibe Okavango Lodge in Botswana.
Platz 10 (Vorjahr: 6): Eden Roc, Ascona – Die Uferlage sowie das Spa- und Wassersportangebot sind beeindruckend. Auch wurden viele der einst von schrillen Farben dominierten Zimmer in einem zurückhaltenderen Stil renoviert. Alle vier Restaurants haben schöne Seeterrassen, setzen aber – wenig abwechslungsreich – unisono auf mediterrane Küche. Auch fühlt sich das Eden Roc im Gesamteindruck wie ein Luxushotel der Nullerjahre an und lässt an zwei goldene Regeln denken: Wer aufhört, besser werden zu wollen, hat aufgehört, wirklich gut zu sein. Und wer einmal der Beste war, hält womöglich zu lange an dem fest, was einst erfolgreich war. zVg Platz 9 (neu): Bürgenstock Resort, Obbürgen – Die 1873 begründeten Bürgenstock-Hotels mussten ihre Rolle im 21. Jahrhundert neu definieren. Sie wollten nach der Totalrenovation nicht abgehoben wirken, sondern auch für Einheimische zugänglich sein – und zugleich die Faszination des Besonderen am Leben erhalten. Entstanden ist ein wunderbares Resort mit heutigem Energiefluss und fulminantem Restaurant-, Spa- und Freizeitangebot. Das reicht, um sich kometenhaft auf den neunten Platz zu katapultieren. zVg Platz 8 (Vorjahr: 8): The Chedi, Andermatt – Kaum eine Hoteleröffnung der letzten Jahre hat hierzulande so polarisiert wie diejenige des «Chedi». Dem weltweit für seine spektakulär gestalteten Luxusresorts renommierten Architekt Jean-Michel Gathy ist hier eine ungewohnte Symbiose aus alpinem Chic und asiatischer Grandezza gelungen, ohne protzig zu wirken. Hochwertige Naturmaterialien und warmes Licht schaffen mondäne Behaglichkeit, und das Team um Jean-Yves Blatt ist top. zVg Platz 7 (Vorjahr: 10): Kulm Hotel, St. Moritz – Neues zu wagen und Traditionen zu pflegen, das verträgt sich recht gut – wie Heinz und Jenny Hunkeler zeigen und ihr «Kulm» damit um drei Ränge verbesserten. Kontinuierlich wird in den labyrinthisch verschachtelten Hoteltrakten erneuert und optimiert, und die Bandbreite an Restaurants (insbesondere das asiatisch geprägte «the K by Tim Raue» und die peruanisch ausgerichtete «Sunny Bar by Claudia Canessa») ist zumindest im Winter grossartig. zVg Platz 6 (Vorjahr: 7): Tschuggen Grand Hotel, Arosa – Der erste Eindruck mag etwas hochhausig sein, doch hat man das beim Betreten der Lobby schon vergessen. Diese präsentiert sich als weitläufige Wohlfühlwelt mit flackerndem Kamin. Das flamboyant farbenfrohe Hoteldekor steht in bewusstem Kontrast zum puristisch gestalteten Wellnessbereich, und der hauseigene «Tschuggen Express» hievt die Hotelgäste in drei Minuten vom Hotel zur Tschuggenhütte mitten im Ski- und Wandergebiet. zVg Platz 5 (Vorjahr: 3): Riffelalp Resort 2222m, Zermatt – Die einzige wirkliche Luxus-Lodge der Schweiz ist ein begehrtes Winterziel von sportlichen Genussmenschen aus aller Welt. Diese schätzen die Hammerlage neben der Skipiste und die entspannte Atmosphäre ohne vornehmes Getue. Aufdringlich ist hier oben auf 2222 Meter Höhe nur – und das zur Freude aller Gäste – der erhabene Blick aufs Matterhorn und auf die umliegenden Viertausender. zVg Platz 4 (Vorjahr: 1): The Alpina, Gstaad – Der auf Platz 4 landende Vorjahressieger ist nicht schlechter geworden, aber andere Häuser wurden besser. Unverändert bietet die Berner Oberländer Luxusherberge mit den 56 Chalet-artigen Zimmern und zeitgemässer Service-Exzellenz einen gelungenen Mix aus solider Swissness und mondäner Gelassenheit, gleichzeitig wird der Alpenstil jedoch auch wohltuend gebrochen, etwa durch das japanische Restaurant Megu oder das Six Senses Spa. Derzeit sucht die Besitzerfamilie Mimran eine Nachfolge für Direktor Eric Favre. zVg Platz 3 (Vorjahr: 5): Suvretta House, St. Moritz – Die unnachahmliche Atmosphäre, das breit gefächerte Freizeitangebot und die privilegierte Panoramalage machen aus der monumentalen und zugleich märchenhaften Luxusherberge ein konstant erfolgreiches, von Trends und Krisen weitgehend unabhängiges Ferienziel für drei Gäste-Generationen. Peter und Esther Egli verstehen es, sich flexibel und situationsabhängig auf jeden Gast einzustellen und herauszuspüren, was Menschen individuell glücklich macht. zVg Platz 2 (Vorjahr: 4): Gstaad Palace, Gstaad – Das weisse Märchenschloss hat in der Summe aller Qualitäten aufgeholt und landet auf dem zweiten Platz. Es ist ein Ort, an dem sich die Fantasie entzünden kann und der eine Atmosphäre bietet, welche der Individualität der Gäste Raum gibt. Die Patina der hundertjährigen Mauern hat Hotelier Andrea Scherz mit maximaler Heutigkeit kombiniert, ohne sich von gängigen Superlativen und Designtrends unter Druck setzen zu lassen. zVg Platz 1 (Vorjahr: 2): Castello del Sole, Ascona – Kein anderes Hotel in der Schweiz vereint Natur und Luxus so harmonisch wie dieses, und in den letzten Jahren wurde der Resort-Charakter der zauberhaften Anlage mit dem riesigen Privatpark und dem eigenen Gutsbetrieb noch stärker in den Fokus gerückt. Dank gezielten Design-Akzenten hat das Castello del Sole viel von der einstigen Biederkeit verloren und an Leichtigkeit gewonnen. Die Servicekultur unter dem langjährigen Gastgeberpaar Simon & Gabriela Jenny trägt das ihre zum ersten Platz bei. zVg
Trend 4: Reiseziel «Ich»
Für andere Urlauber besteht der neue Luxus darin, ihrem Körper das zurückzugeben, was ihm vom täglichen Wahnsinn geraubt wurde. Vorbeugende Gesundheitsmassnahmen unter ärztlicher Anleitung sind ein Riesending im Tourismus, und keinem Health-Retreat gelingt die Umsetzung derzeit so gut wie dem Palace Merano in Südtirol. Ähnlich gut schneiden das Como Shambhala Estate auf Bali, das Chiva Som in Thailand sowie die beiden Schwesterbetriebe Lanserhof Lans in Tirol und Lanserhof Tegernsee in Oberbayern ab. In der Schweiz hat sich das Waldhotel im Bürgenstock Resort als Kompetenzzentrum für «Health & Medical Excellence» eingeführt, was unbedingt stimmt und den Neuling auf Platz 9 vor das Grand Resort Bad Ragaz katapultiert (siehe Bildergalerie oben «Die besten Ferienhotels der Schweiz 2018»).
Trend 5: Old Cool
Natürlich begeistern nach wie vor auch zahlreiche Herbergen in den urbanen Zentren und altbekannten Sehnsuchtszielen. So gelingt es manchen Hotelikonen, ihre Rolle im 21. Jahrhundert neu zu definieren, die Faszination des Besonderen am Leben zu erhalten und gar noch attraktiver zu werden als je zuvor. Das Art-déco-geprägte Claridge’s in London ist eines dieser Häuser, die jene Gelassenheit und gewachsene Aura ausstrahlen, die man mit Geld allein nicht kaufen kann. Auch The Mark in New York, Le Bristol in Paris, The Peninsula Hong Kong oder das Sunset Tower Hotel in Los Angeles zählen zu den Fixsternen am Hotelhimmel, die schon viele Generationen von Gästen glücklich gemacht haben und zugleich ganz von heute sind (siehe Bildergalerie unten «Die weltbesten Stadthotels 2018»).
Platz 10 (Vorjahr: 22): 1 Hotel Central Park, New York – Alles ist wohnlich eingerichtet und fühlt sich ein bisschen wie zu Hause an – nur besser. Die Zimmer bieten dem Gast alles, was er braucht, aber nichts Unsinniges darüber hinaus – aus Fenstersitznischen mit grossen Kissen blickt man auf die 6th Avenue und den Central Park. In der Lobby mit eigenem Marktstand und im Restaurant Jams glaubt man für die Dauer seines Aufenthalts, Teil von Manhattan und der hiesigen kreativen Community zu sein. zVg Platz 9 (Vorjahr: 14): Ett Hem, Stockholm – Erstmals unter den Top Ten der weltbesten Stadthotels und fünf Ränge besser als im Vorjahr ist das Ett Hem ein ideales Beispiel für den Trend zum tiefgestapelten Luxus. Von aussen gibt es sich so, als wäre es gar kein Hotel, und im Innern fühlt man sich, als wäre man zu Besuch in der eleganten Stadtvilla eines wohlhabenden Freundes, der gerade verreist ist, aber für alles gesorgt hat und die Gäste der Obhut seines liebenswerten Personals überlässt. zVg Platz 8 (Vorjahr: 3): Ellerman House, Kapstadt – Das Edel-Guesthouse mit der Atmosphäre eines diskreten Clubs hält sich überzeugend im Kreis der Top Ten. Paul Harris, der Inhaber seit 1988 und ein Überflieger unter Südafrikas Kunstsammlern, liess konsequent alles weg, was an ein Hotel erinnert, dafür ist Ellerman House eine einzige Kunstgalerie – und punktet mit weiteren Besonderheiten, die dem verwöhnten Traveller wichtig sind, etwa dem kostenlosen Chauffeurdienst auf Stadtgebiet. zVg Platz 7 (Vorjahr: 4): Belmond Hotel Cipriani, Venedig – Unbeeindruckt vom Auf und Ab der lauten Konkurrenten, fängt das «Cipriani» den ganz speziellen Vibe von Venedig ein. Die Serenissima wird hier und von hier aus zum Erlebnis, zugleich kann man dem Touristenrummel jederzeit stilvoll entfliehen: Innert fünf Minuten führt das hauseigene Mahagoniboot vom Markusplatz zum Hotel auf der Giudecca-Insel. Nur schade, dass die renovationsbedürftige Fassade und die ältlichen Korridore zum 60-jährigen Jubiläum nicht aufgefrischt wurden. zVg Platz 6 (Vorjahr: 12): Four Seasons Hotel Firenze, Florenz – Um sechs Ränge verbessern konnte sich die Florentiner Niederlassung von Four Seasons. Mit seiner prunkvollen Architektur macht das Gebäude-Ensemble der Renaissancestadt alle Ehre. Und dank dem riesigen Innenhofgarten fühlt man sich ein bisschen wie auf einem toskanischen Landgut – mit dem Vorteil, dass man die Museen und Trattorien um die Ecke weiss. Für viele Reisende ist dieses Hotel eine der schönsten Stadtoasen der Welt. zVg Platz 5 (Vorjahr: 2): The Upper House, Hong Kong – Asiens bestes Stadthotel ist frei von lauten Signalen und grossartig in seiner innenarchitektonischen Klarheit. Die 117 Zimmer, die sich auf die obersten Etagen eines Wolkenkratzers mit Blick auf Victoria Harbour und Kowloon verteilen, sind mindestens 68 Quadratmeter gross und sprechen moderne Stadtnomaden an, die ein heiter-entspanntes Lebensgefühl auch im Service schätzen. Es fühlt sich immer ein bisschen wie nach Hause kommen an. zVg Platz 4 (Vorjahr: 1): The Mark, New York – Wer nach NYC reist, hat bei der Hotelwahl zwei Möglichkeiten: entweder «laut» oder «leise», und damit ist nicht der Strassenlärm gemeint, sondern die Grundhaltung des Hauses. Laut sind alle bekannten, nach Aufmerksamkeit und Auszeichnungen gierenden Hotelketten. Leise und diskret ist The Mark an der Upper East Side. Der Vorjahressieger muss sich in diesem Jahr mit dem vierten Platz begnügen, bleibt aber ein Leuchtturm weltstädtischer Gastlichkeit. zVg Platz 3 (Vorjahr: 7): Claridge’s, London – In einem der Londoner Grandhotels aufzuwachen bedeutet, unbesiegbar in den Tag zu gehen – so die Einsicht des englischen Musikers Alex James, und man kann ihm nur zustimmen. Doch welches ist das Beste? Derzeit das Art-déco-geprägte Claridge’s, und das hat viel mit dem langjährigen Personal zu tun. Sucht man nach Ruhe, sind die Mitarbeiter eigentlich unsichtbar. Man kann aber auch problemlos mit Kindern essen gehen, dann wird es richtig herzlich. zVg Platz 2 (Vorjahr: 8): The Greenwich Hotel, New York – Das um sechs Ränge vorrückende Greenwich Hotel ist der nicht-mehr-so-geheime Geheimtipp der New Yorker Mode-, Film- und Kreativszene und vermittelt das Gefühl, wie ein Starregisseur oder Modeimpresario zu residieren. Die unprätentiös wohnlichen Interieurs präsentieren sich im altmodischen Stil eines mediterranen Herrenhauses und haben doch urbanen TriBeCa-Chic. In die Suiten (und deren Bäder) würde man gern auf Dauer einziehen. zVg Platz 1 (Vorjahr: 6): La Réserve Paris, Paris – Der neue Spitzenreiter unter den Stadthotels spricht Menschen an, die das Sehen und Gesehenwerden in palastartigen Lobbys nicht ertragen, hingegen ein gewisses Understatement schätzen und sich eher wie in einem exklusiven zweiten Zuhause fühlen wollen. Hotelbesitzer Michel Reybier hat sich hier einen persönlichen Traum erfüllt, den er mit seinen Gästen weiterträumen möchte. Diese Passion hinter der Pariser «Réserve» spürt man in ungezählten Details. zVg
Hierzulande sind insbesondere das Beau-Rivage Palace in Lausanne, das Fairmont Le Montreux Palace und das Les Trois Rois in Basel, aber auch das erstplatzierte Castello del Sole in Ascona und das Gstaad Palace in Würde gereifte Orte, die sich nicht wie Stillstand anfühlen, sondern wie zeitgemässe Perfektion.
Sie stellen sicher, dass sich bestens geschulte Mitarbeiter flexibel und situationsabhängig auf jeden einzelnen Gast einzustellen verstehen – und dass es lange nachdem im letzten Pop-up-Lokal der letzte Matcha Chai Latte geschlürft wurde noch einen sachverständigen, empathischen Concierge wie Gianluca Turvano geben wird (siehe Bildergalerie unten «Die zehn Hotelmitarbeiter des Jahres 2018»).
BILANZ-Hoteliers des Jahres: Jan E. & Regula Brucker, Widder Hotel, Zürich – Mit einer Innovationsoffensive in diversen gastronomischen Einheiten zeigt das weltgewandte Direktionspaar, wie Luxus zeitgemäss interpretiert und Leben ins Hotel gebracht werden kann. Täglich beschäftigt sie die Frage: Was können wir noch verbessern? «Es muss das Feuer in einem lodern, oder man soll es sein lassen», sagt Jan Brucker, der auch Präsident der Swiss Deluxe Hotels ist und als feiner Menschenfreund stets überlegt, wie er seine Freude am Leben und am Gastgewerbe mit anderen teilen kann. zVg BILANZ-Empfangschef des Jahres: Laurent Bouriot, Hôtel Victoria, Glion sur Montreux – Wie nahtlos das Hotelteam im «Victoria» funktioniert, zeigt sich darin, wie leise und verlässlich alles vonstatten geht. Bei Laurent Bouriot laufen die Fäden zusammen. Seit acht Jahren im zeitlos zauberhaften Belle-Epoque-Haus hoch über dem Genfersee tätig, gelingt es dem Empfangschef mit aufmerksamer Zurückhaltung, stets den Überblick zu behalten, den Gästen auf Augenhöhe zu begegnen und sowohl deren kulturelle wie charakterliche Unterschiede zu würdigen, als gebe es nichts Selbstverständlicheres auf der Welt. zVg BILANZ-Concierge des Jahres: Gianluca Turvano, Castello del Sole, Ascona – Gianluca Turvano aus der Ruhe zu bringen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Selbst im grössten Stress ist er die Contenance in Person. Der Mann mit den Goldschlüsseln am Revers sorgt mit hohem persönlichen Einsatz, menschlicher Wärme und einem grenzüberschreitenden Kontaktnetz für die diskrete Erfüllung möglichst jedes Spezialwunsches. Wahrscheinlich wäre es eher eine Preisfrage, wenn ein Begehren unerfüllt bliebe. zVg BILANZ-Hotelköchin des Jahres: Claudia Canessa, Restaurant Sunny Bar im Kulm Hotel St. Moritz – Die junge Peruanerin wird geherzt, gelobt, gemocht, von Kollegen, Gästen, Kritikern, nicht nur, weil sie ein feiner Mensch ist, nicht nur, weil sie sich in dieser Branche der Selbstdarsteller persönlich so zurücknimmt und trotz kunstfertiger Gesamterscheinung mit coolen Tattoos und markanter Brille im schmalen Gesicht lieber am Herd steht als im Rampenlicht. Sondern auch, weil sie Ceviche, Quinoa und südamerikanischen Street Food so lustvoll zubereitet, dass einem schier die Tränen kommen – was jedoch auch ein bisschen mit der Schärfe ihrer Gerichte zu tun hat. Sunny Bar@Kulm Hotel BILANZ-Restaurantleiterin des Jahres: Julia Tritschler, Restaurant Prisma im Park Hotel Vitznau – Formvollendet und zugleich herzlich entspannt aufzutreten, die Gäste weder zu aufdringlich noch zu nachlässig zu betreuen sowie auch bei Hochbetrieb die Gemütslage an jedem Tisch herauszuspüren, ist eine Kunst für sich, und Julia Tritschler beherrscht diese souverän. Überdies hat die Restaurantleiterin im «Prisma» die rare Begabung, dass sich Celebrities wie anonyme Gäste fühlen können und normale Sterbliche wie Celebrities. Prisma@Park Hotel BILANZ-Sommelière des Jahres: Lisa Bader, The Restaurant im The Dolder Grand, Zürich – Die junge Süddeutsche, die über 650 Etiketten wacht und das Weinsortiment vermehrt in die Vielfalt der Jahrgänge statt in die Breite weiterer Produzenten entwickelt, begegnet jedem Gast mit so viel Herzlichkeit, als würde sie von seiner Anwesenheit ganz besonders beglückt. Sie beseelt die Menüs von Heiko Nieder mit treffsicheren Weinempfehlungen und schlägt ihren Gästen nicht unbedingt die teuerste, sondern die beste Flasche vor. The Restaurant@The Dolder BILANZ-Barchef des Jahres: Charles Widmer, Savoy Baur en Ville, Zürich – Viele Barkeeper müssen vor allem Umsatz machen und zeigen, was sie draufhaben. Charles Widmer, die stille Persönlichkeit hinterm Tresen der Savoy-Bar, sieht das entspannter. Ihm geht es nicht darum, dem Gast, der ein bestimmtes Bier bestellt, zu erzählen, wie viel besser die anderen Biere sind, die auf der Karte stehen. Es geht ihm auch nicht nur darum, den besten Drink der Welt zu mixen, sondern vor allem darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der man sich wohlfühlt und deshalb gerne wiederkommt. Seit diesem Sommer auch auf der wiederbelebten Bar-Terrasse am Paradeplatz. zVg BILANZ-Housekeeper des Jahres: André Soares, Grand Hotel Kronenhof, Pontresina – Seine Arbeitsstelle ist unser Rückzugsort. Er kommt mit seinen Room Maids rein, wenn wir Gäste draussen sind. André Soares sorgt nicht nur für frische Betten, Bäder und Blumen, sondern lebt seinem Team auf den Etagen vor, dass es auch in Zeiten von neuen Datenschutzverordnungen darauf ankommt, auf die persönlichen Vorlieben der Gäste einzugehen. «Ich richte den Kronenhof so her, wie ich mein Zuhause für Freunde behaglich machen würde», sagt er. zVg BILANZ-Spa-Leiter des Jahres: Hans-Peter Veit, Victoria-Jungfrau, Interlaken – Den meisten Spas fehlt eine klare Linie und eine Führungspersönlichkeit, die sowohl bei Mitarbeitern wie Gästen wirkt. Hans-Peter Veit zeigt, dass es auch anders geht: Seine Mitarbeiter sind sichtlich stolz, Teil eines Teams von Menschen zu sein, die so positiv auf andere Menschen wirken. Für Ausgepowerte, die neue Lebensenergie tanken und gezielt gesundheitliche Ungleichgewichte korrigieren wollen, hat Veit ausgeklügelte Better-Aging-Programme parat. zVg BILANZ-Doorman des Jahres: Olivier Desbois, Le Grand Bellevue, Gstaad – «You never get a second chance to make a first impression.» Das berühmte Credo von Oscar Wilde gilt auch bei der Ankunft im Hotel, und kaum einer weiss besser um die Wichtigkeit des ersten Eindrucks als Olivier Desbois. Der polyglotte Franzose interpretiert den Beruf des Doormans auf seine ganz eigene charmante Art und wirkt wie kein anderer als Drehscheibe zwischen Rezeption, Concierge und Guest Relations Manager. Er macht den entscheidenden Unterschied und steht stellvertretend für die hohe Anzahl herausragender Teamplayer quer durch alle Abteilungen des «Grand Bellevue». zVg
Trend 6: Tiefgestapelter Luxus
Die grösste Gefahr droht all diesen Traditionshäusern von den neuen Märkten: Seit Gäste aus den kometenhaft aufstrebenden Schwellenländern begonnen haben, sich mit oft prolligem Gehabe in den Hotelklassikern breit zu machen, wendet sich der etablierte Gast unweigerlich ab. Und sucht sich ein raffinierteres Umfeld mit tiefgestapeltem Luxus. So geben sich Hotels nach aussen hin neuerdings gern so, als wären sie gar kein Hotel. Im Ett Hem in Stockholm ist dieser Trend auf die Spitze getrieben. Man fühlt sich, als wäre man zu Besuch in der Stadtvilla eines wohlhabenden Freundes, der gerade verreist ist, aber für alles gesorgt hat und die Gäste der Obhut seines liebenswerten Personals überlässt. Mit dem verschwiegenem Charme eines Privatclubs und gekonntem Understatement betören auch La Réserve Paris und The Lowell in New York, das J.K. Place Roma und das Aman Venice. Sie zählen jeweils zu den höchstbewerteten Hotels ihrer Destination.
In Schweizer Städten ist die Nische der leisen, bewusst unter dem Radar fliegenden Nobelabsteigen erst noch kunstgerecht zu besetzen – am ehesten wird das wunderbare Dreisternehotel Florhof in Zürich diesem Anspruch gerecht. Doch haben die heimischen Ferienhotels Le Crans in Crans-Montana, Paradies in Ftan und The Omnia in Zermatt eine diskrete Strahlkraft, der sich verwöhnte Reisende nicht entziehen können. Unter den internationalen Ferienhotels sind die Huka Lodge in Neuseeland, das &Beyond Vira Vira im chilenischen Pucón und The Cotton House auf der Karibikinsel Mustique unaufgeregt faszinierende Lieblingsorte der ultrareichen Bonvivants, welche die gewöhnlichen Reichen meiden möchten. Jacques Brouchier, Maître de plaisir im Cotton House, ist überzeugt: «Ein Hotel ist nur so gut wie seine Gäste.»
Platz 10 (Vorjahr: 11): Art Deco Hotel Montana, Luzern – Ein gutes Hotel erkennt man daran, dass sich die Gäste ganz selbstverständlich darin bewegen – weil sie so entspannt sind und sich wohlfühlen. Das 1910 erbaute Viersternehaus «Montana» ist so ein heiter stimmendes Hotel, und der langjährige Direktor Fritz Erni sorgt für einen steten Nachschub an Neuerungen: Zuletzt wurden die beiden obersten Stockwerke in ein «Hotel im Hotel» mit 19 Zimmer und Suiten im Fünfsterne-Standard umgewandelt. zVg Platz 9 (Vorjahr: 9): Victoria-Jungfrau, Interlaken – Das 162-jährige Grandhotel mit der fast endlos langen Fassade bietet verschiedene Stimmungswelten unter einem Dach: Wer gerne grosses Kino mit Sehen und Gesehenwerden in mondänen Belle-Epoque-Hallen mag, findet im Victoria-Jungfrau ebenso seine Traumwelt wie jene Gäste, die einfach mal ein paar Tage genüsslich abtauchen oder im Spa Nescens zu neuer Gesundheit und Lebensenergie finden wollen. Hans-Peter Veit ist BILANZ-Spa-Manager des Jahres 2018. zVg Platz 8 (Vorjahr: 8): Baur au Lac, Zürich – Das Baur au Lac, das sich unverändert auf dem achten Rang hält, ist ein Denkmal. Und ein Denkmal hat immer auch etwas Statisches. Doch das Zürcher Traditionshaus schafft es immer wieder neu, das Denkmal mit Leben zu füllen und in guten Momenten genau die Gelassenheit auszustrahlen, die der heutige Gast ersehnt. In der schönen Hotelhalle und im Garten kann man sich stilvoll vom Trubel der Stadt erholen und trotzdem mittendrin sein. zVg Platz 7 (Vorjahr: 3): Les Trois Rois, Basel – Das Trois Rois verlor vier Plätze von 3 auf 7. Das sichert ihm dennoch unseren Respekt und viele glückliche Gäste. Nach neun Jahren übergab Reto Kocher die Direktion an Tanja Wegmann, die das Haus bereits Ende der Nullerjahre führte. Fest im Sattel bleibt Peter Knogl, der möglicherweise der unaufgeregteste Spitzenkoch Europas ist und der Genusskultur im Gourmetrestaurant «Cheval Blanc» ein strahlendes Gesicht gibt. zVg Platz 6 (Vorjahr: 7): Four Seasons Hotel des Bergues, Genf – Die älteste Genfer Luxusherberge (1834) konnte sich in der Gunst der Reisenden um einen Rang verbessern. Die Ambiance ist auf klassische Weise wohnlich – oder so wohnlich ein Hotel mit 115 Zimmern eben sein kann. Highlights sind das japanische Rooftop-Restaurant Izumi und das Spa mit Hallenbad in der Dachetage. Das Team sorgt mit grossem Engagement dafür, dass der normale Gast vom ersten Moment an gleich gut empfangen wird wie die VIPs. zVg Platz 5 (Vorjahr: 5): La Réserve Genève, Genf – Das Genfer City-Resort ist in cooler Opulenz im Stil einer urbanen Afrika-Lodge mit vielen exzentrischen Accessoires durchgestaltet. Das gefällt auch den Einheimischen und Expats, die sich gerne in der stets belebten Lobby-Bar-Lounge oder in einem der beiden Restaurants treffen. Das Spa zählt zu den schönsten im Land und setzt verstärkt auf lustvoll gesundheitsfördernde Better-Aging-Programme. Ein Boots-Shuttle verbindet das Hotel mit dem Stadtzentrum. zVg Platz 4 (Vorjahr: 6): Widder Hotel, Zürich – Die Luxusherberge verkörpert die Quintessenz von Zürich: alt trifft auf neu, global auf lokal, solide Schweizer Qualität auf coolen Live-Jazz. Seit einiger Zeit gibt das Stadthotel Tempo und sorgt insbesondere mit seinem gastronomischen Angebot für strahlende Gesichter. Nach der Boucherie «August» und dem Pop-up-Lokal «Widder Garage» folgte die «Widder Bar & Kitchen», wo es gelang, eine latente Bedrücktheit in eine wohlige Leichtigkeit umzupolen und durch lustvolle Sharing-Plates mehr mit Fun-Dining als wie bisher mit Fine-Dining zu begeistern. zVg Platz 3 (Vorjahr: 2): Fairmont Le Montreux Palace, Montreux – Der Konzertflügel in der grossen Hotelhalle wird oft spontan von Gästen bespielt. Das sagt einiges aus über das entspannte Lebensgefühl im Montreux Palace. Anders als in scheinbar perfekten Grandhotels sind die Gäste hier nicht mit ihrer eigenen Unvollkommenheit konfrontiert und können ganz gelassen sich selber sein. Die frisch erneuerten Zimmer und das diskret aufmerksame Team tun ihr Übriges, damit man sich hier sehr, sehr wohl fühlt. zVg Platz 2 (Vorjahr: 4): The Dolder Grand, Zürich – Rund 30 von 100 Kunstwerken wurden im letzten Jahr von den Zollbehörden beschlagnahmt, doch unverändert ist das Dolder Grand von feinster Kunst durchwirkt, darunter Andy Warhols riesiger Eyecatcher «Big Retrospective Painting», der alleine auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt wird. Der Service bleibt state-of-the-art: Mark Jacob bringt nicht nur seinen Gästen, sondern auch seinen Mitarbeitern besondere Wertschätzung entgegen. zVg Platz 1 (Vorjahr: 1): Beau-Rivage Palace, Lausanne – In einer Region, die mit gloriosen Hotels gesegnet ist, überstrahlt diese «Grande Dame» alle anderen. Und holt ein bisschen Glamour zurück in die oftmals deprimierend gleichförmige Hotelwelt. Die Faszination einer grossen Tradition geht im Beau-Rivage Palace – bien sûr – mit einem modernen Verständnis von Service einher: Kaum ein anderes Hotel versammelt eine so grosse Anzahl von engagierten Mitarbeitern quer durch sämtliche Abteilungen. zVg