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Lebensqualität

Diese Schweizer Städte werden immer attraktiver

Das Städte-Ranking zeigt: Zürich ist die Schweizer Stadt mit der höchsten Lebensqualität. Doch andere Städte holen mit Riesenschritten auf, während manche massiv abstürzen - vor allem im Kanton Bern.

Das sind die Gewinner und Verlierer im «Bilanz»-Städte-Ranking 2017:Die grössten Absteiger:Platz 91: Männedorf ZH (–10 Plätze)
Die Gemeinde an der Goldküste im Kanton Zürich hat zehn Plätze verloren. Dies vor allem auf Grund der schlechten Bewertung in der Kategorie Mobilität sowie Kultur und Freizeit. Keystone
Platz 104: Horw LU (–14 Plätze)Die rund 13'000 Einwohner zählende Gemeinde im Kanton Luzern verschlechterte sich von Platz 90 im Vorjahr auf den 104.Rang.
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Platz 142: Riehen BS (–13 Plätze)Zwar befindet sich in der Nachbarsgemeinde von Basel die Fondation Beyeler und damit jede Menge Kultur. Im Städte-Ranking rutschte Riehen dennoch von Platz 129 auf Platz 142 ab.
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Platz 106: Belp (-11 Plätze)Auffällig viele Verliererstädte zählt der Kanton Bern. Dazu zählt etwa die Flughafengemeinde Belp, die im Vorjahr noch Rang 95 belegte.
Wikimedia/cc/Sandstein
Platz 113: Muri (-14 Plätze) Auch das steuergünstige Muri konnte sich nicht halten und gab 14 Plätze nach unten ab.
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Platz 120: Interlaken (-11 Plätze) Zwischen Thunersee und Brienzersee gelegen, sowie umringt von den drei mächtigen Bergen Eiger, Mönch und Jungfrau, ist Interlaken gerade bei Touristen ein beliebter Ausgangspunkt für viele Aktivitäten. Und dennoch hat der Oberländer Tourismusort im Städte-Ranking elf Ränge verloren.
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Platz 126: Ostermundigen (-11 Plätze)Von Rang 115 auf Rang 126 ging es für die Berner Vorortgemeinde Ostermundigen.
Bernmobil
Die grössten Aufsteiger:Platz 89: Bulle FR (+11 Plätze)Besser lief es für Bulle FR: Der Hauptort des Greyerzerlandes machte elf Ränge gut. Mit ein Grund dafür ist der verbesserte Arbeitsmarkt sowie das Kultur- und Freizeitangebot.CC/Sandra Mumprecht
Platz 133: Gland VD (+11 Plätze) Elf Plätz nach oben ging es für Gland am Genfersee. Die Gemeinde im Kanton Waadt zählt knapp 13'000 Einwohner.
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Platz 108: Grenchen (+14 Plätze)Die Solothurner Industrie- und Technologiestadt hat volle 14 Ränge gutgemacht. Die Stadt will «weiter diversifizieren» und neue Industrien und Branchen ansiedeln. Zudem haben sich mit CSL Behring in der bernischen Nachbarsgemeinde Lengnau und Biogen in Luterbach zwei attraktive Arbeitgeber in der Nähe niedergelassen. 
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Auch in diesem Jahr gilt: In puncto Lebensqualität steht Zürich über allen. Das geht aus dem Städte-Ranking hervor, das die Beratungsfirma Wüest Partner anhand von 11 Themenindikatoren und insgesamt 116 Einzelvariabeln für die «Bilanz» errechnet hat (die vollständieg Liste finden Sie hier). Wenngleich auch in diesem Jahr an der Limmatstadt keiner vorbeikommt, so holen andere Städte auf - und zwar in Riesenschritten.
Grösste Aufsteigerin im Ranking 2017 ist Grenchen. Die Solothurner Industrie- und Technologiestadt hat volle 14 Ränge gutgemacht und ist jetzt neu auf Platz 108, und das trotz des Einbruchs in der Uhrenindustrie, der die Stadt, aus der ein Grossteil der Uhrwerke kommt, hart getroffen hat. Die Losung des Stadtpräsidenten François Scheidegger heisst deshalb: «weiter diversifizieren». Er will neue Industrien und Branchen ansiedeln. «Wir sind einer der Top-Entwicklungsstandorte des Vereins Hauptstadtregion Schweiz und haben noch attraktive Baulandreserven – für Industrie und auch für privilegiertes Wohnen auf der Jurasonnenseite.»

Businessplan statt Legislaturplanung

Erste Erfolge kann die Stadt schon verbuchen. Zudem haben sich mit CSL Behring in der bernischen Nachbarsgemeinde Lengnau und Biogen in Luterbach zwei attraktive Arbeitgeber in der Nähe niedergelassen. Auch die jüngst angekündigte Umsiedlung von 600 UBS-Jobs von Zürich nach Biel dürfte Scheidegger freuen, schliesslich liegen die beiden Uhrenstädte nur gerade zehn Zugminuten voneinander entfernt.

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Scheidegger hat noch einiges vor mit «seiner» Wahlheimat Grenchen, die rund 17'500 Einwohner zählt und wohl als einzige Stadt der Schweiz statt einer Legislaturplanung einen Businessplan führt: Auf der Agenda stehen unter anderem die Pistenverlängerung für den gemessen an den Flugbewegungen viertgrössten Flughafen der Schweiz, ein neuer Bootshafen und ein grosses Hotelprojekt.

Viele Verliererstädte im Kanton Bern

Nebst Grenchen haben nur noch zwei andere Städte zehn oder mehr Ränge gutgemacht, beide in der Westschweiz: Bulle FR, der Hauptort des Greyerzerlandes, und Gland VD am Genfersee.
Zu den grössten Absteigern gehören Männedorf ZH (–10), Horw LU (–14) und Riehen BS (–13), die Nachbarsgemeinde von Basel. Auffällig viele Verliererstädte zählt der Kanton Bern: So haben die Flughafengemeinde Belp (–11), das steuergünstige Muri (–14), die Stadtberner Vorortgemeinde Ostermundigen (–11) sowie der Oberländer Tourismusort Interlaken (–11) je über zehn Plätze verloren. Nebst Bern konnte im Kanton nur gerade Lyss einen Rang gutmachen. Alle anderen 15 bernischen Städte treten an Ort oder haben Ränge verloren.

Grosse Zentren als Sieger

Das Ranking 2017 bestätige den Trend der Vorjahre, sagt Patrick Schnorf von Wüest Partner. «Gewinner sind die grossen Zentren. Sie bleiben attraktiv, ziehen mit ihrem Kultur- und Freizeitangebot weiter Leute an, und das obwohl die Mieten oder Kosten für ein Eigenheim vergleichsweise hoch sind.»

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Tatsächlich bleibt auch in diesem Jahr das Podest unverändert: Auf Zürich folgen Zug und Winterthur mit der besten Lebensqualität. Auf Platz 4 und 5 folgen Bern und Aarau. Die Bundesstadt und der Aargauer Hauptort haben je einen Rang auf Kosten von Luzern gutgemacht.
Wo Vermögende in der Schweiz am besten leben, sehen Sie in der Bildergalerie:
In Zusammenarbeit mit Wüest Partner hat «Bilanz» 162 Schweizer Städte in puncto Lebensqualität auf Herz und Nieren geprüft. Bewertet wurden elf Faktoren wie Gesundheit und Sicherheit, Einkaufsinfrastruktur und Mobilität. Das sind die 15 attraktivsten Schweizer Städte:Platz 15: Horgen Vor allem die hohe Steuerattraktivität (Rang 6) macht die Gemeinde am Zürichsee interessant. Weniger gut ist die Einkaufsstruktur für den 20'000-Seelen-Ort (Rang 124). Keystone
Platz 14: Lenzburg Die Kleinstadt im Kanton Aargau schneidet in allen Kategorien durchschnittlich gut ab. Der Aspekt Bevölkerung und Wohnen sticht dabei mit dem 15. Rang hervor.
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Platz 13: Wallisellen Mobilität und Erholung wird neben der Einkaufsinfrastruktur grossgeschrieben. Trotz dem Shoppingcenter Glattzentrum belegt die Gemeinde in dieser Kategorie bloss Rang 10.
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Platz 12: Baden Keine Stadt hat mehr zu bieten in Sachen Freizeit und Kultur. Auch der Arbeitsmarkt ist vergleichsweise attraktiv (Rang 15), wobei die Kategorie Gesundheit und Sicherheit den Durchschnitt mit Rang 138 herunterzieht. 
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Platz 11: Uster Mit über 30'000 Einwohnern ist Uster die drittgrösste Stadt im Kanton Zürich nach Winterthur. Trotz Rang 7 in der Kategorie Gesundheit und Sicherheit und der guten Mobilität (Rang 16) reicht es nicht für die Top 10. 
CC/Aína Spycher
Platz 10: Lausanne Dafür hat es die Stadt im Kanton Waadt unter die Top 10 geschafft. Obwohl in puncto Erholung (Rang 73) noch Potential nach oben besteht, hat die Stadt am Genfersee viele Besonderheiten zu bieten, wie zum Beispiel das olympische Museum, die Kathedrale Notre-Dame sowie das Château Saint-Maire. Verdienter Rang 11 in der Kategorie Besonderheiten der Stadt also. Pixabay
Platz 9: Genf Der Hauptort des gleichnamigen Kantons schneidet stark in Kategorien wie Arbeitsmarkt (Rang 9), Bildung und Erziehung (Rang 8) und Besonderheiten (Rang 5) ab. Jedoch scheitert eine bessere Platzierung an der schlechten Bewertung in der Kategorie Soziales (Rang 112) und Steuerattraktivität (Rang 105).
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Platz 8: St. Gallen Nicht nur gute Bratwurst, auch viele Besonderheiten (Rang 2) wie das Kloster, viele Museen und antike Bauten finden sich in der Stadt im Osten. Die Kategorie Bevölkerung und Wohnen, bei der Werte wie die Entwicklung der Stadtbevölkerung und die Anzahl neu erstellter Wohnungen einfliessen, ist mit Rang 111 schlecht bewertet.
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Platz 7: Basel Der Stadt am Rhein kann keine andere Schweizer Stadt etwas vormachen wenn es um Bildung und Erziehung geht - da sind die Basler am stärksten. Die Mobilität mit den Basler «Trämli» wurde mit Rang 3 belohnt. 
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Platz 6: Luzern Die Luzerner müssen an ihrem Gesundheits- und Sicherheitssystem arbeiten (Rang 106). Dafür ist der Arbeitsmarkt in der Stadt am nordwestlichen Ufer des Vierwaldstättersee mit Rang 3 einer der besten. 
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Platz 5: Aarau Die Einkaufsstruktur ist in Aarau mit zahlreichen Shoppingmöglichkeiten sehr gut bewertet worden (Rang 3). In der Kategorie Steuerattraktivität ist Aarau bloss auf dem 43. Rang. 
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Platz 4: Bern Die Stadt an der Aare hat das Treppchen auch dieses Jahr nicht geschafft. Immerhin weist die Hauptstadt den besten Arbeitsmarkt der Schweiz vor, wobei dagegen vergleichsweise hohe Steuern anfallen (Rang 129).
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Platz 3: Winterthur In drei Kategorien wurde die zweitgrösste Stadt Zürichs in der Top 10 platziert. Die Erholung (Rang 81) kommt dort jedoch zu kurz.
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Platz 2: Zug Der Zytturm, das Zuger Rathaus und das Kunsthaus führen unter anderem zur Erstplatzierung in der Kategorie Besonderheiten. Für den Titel der attraktivsten Stadt der Schweiz hat es aufgrund der schlechten Bewertung im Sozialen (Rang 109) nicht gereicht. 
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Platz 1: Zürich Nicht nur die grösste, auch die attraktivste Stadt der Schweiz ist Zürich. Die Limmatstadt bietet unter anderem die beste Mobilität und beweist sich auch in der Kategorie Bildung und Erziehung sowie Gesundheit und Sicherheit auf dem Treppchen. Zürich bietet somit die höchste Lebensqualität der Schweiz. Pixabay
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