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Karriere

Diese Frauen wollen erste Wall-Street-Chefin werden

Noch nie stand eine Frau an der Spitze eines der 22 Top-Unternehmen der Wall Street. Nun sind drei Frauen nah am CEO-Posten dran - dabei hat die Wall Street ein Frauen-Problem mit tiefen Wurzeln.

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Als CEO an die Wall Street: Mary Callahan Erdoes, Karen Peetz und Avid Modjtabai (v.l.).Bloomberg RMS

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Die erste Frau, die eine der 22 grΓΆssten amerikanischen Investmentbanken und Finanzfirmen fΓΌhren wird, kΓΆnnte eine Verhaltensforscherin, eine Mathematikerin oder eine Ingenieurin sein. Bei den drei Frauen mit diesem Hintergrund handelt es sich Karen Peetz, President bei Bank of New York Mellon, Mary Callahan Erdoes, Chefin des Asset-Managements bei JPMorgan Chase, sowie Avid Modjtabai, Chefin fΓΌr Verbraucherkredite bei Wells Fargo. Alle drei befinden sich derzeit nur einen Steinwurf von einem CEO-Posten entfernt.
Letztlich ist es aber auch genauso gut mΓΆglich, dass keine der drei jemals auf den Posten des Vorstandschefs vorrΓΌckt. Dieser Eindruck ergibt sich beim Blick auf die Historie der Wall Street, wo noch nie eine Frau an der Spitze eines der 22 Top-Unternehmen stand.

Schon viele waren nah am CEO-Posten dran

Nahe dran am CEO-Posten waren schon viele. Zoe Cruz, President bei Morgan Stanley, und Sallie Krawcheck, Chefin bei Citigroup Global Wealth Management, verloren ihren Job im Nachgang der Finanzkrise. Ina Drew, eine weitere Kandidatin, verliess JPMorgan Chase, nachdem sie 2012 ΓΌber den Skandal rund um den Β«Londoner WalΒ» gestolpert war. Und zu Beginn dieses Jahres entschied sich Ruth Porat, Finanzchefin bei Morgan Stanley, fΓΌr einen Wechsel zu Google Inc.

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Ausser Frage steht jedoch, dass sich bei Banken einiges seit den 1980er Jahren getan hat. Damals musste sich Goldman Sachs Group Inc. dafΓΌr entschuldigen, dass ein Mitarbeiter aus der Personalabteilung einer Absolventin der Stanford University die Frage stellte, ob sie sich fΓΌr eine Abtreibung entscheiden wΓΌrde, um ihren Job zu retten.
Β«Ich beobachte, dass mehr Banken versuchen, die Anzahl von Frauen in FΓΌhrungspositionen zu erhΓΆhenΒ», sagt Elisabetta Bartoloni, Partnerin beim Personalberater Heidrick & Struggles. Angetrieben werden sie ihrer Meinung nach auch von Studien, die zeigen, dass ein gemischteres Management Unternehmen dabei hilft, bessere Ergebnisse zu erzielen.

Frauen-Problem an der Wall Street hat tiefe Wurzeln

Das Frauen-Problem an der Wall Street hat tiefe Wurzeln. Nur 20 Prozent aller weiblichen Absolventen eines MBA-Programms interessieren sich ΓΌberhaupt fΓΌr einen Job in der Finanzwelt, verglichen mit einer Quote von 36 Prozent unter MΓ€nnern. Das zeigt eine Erhebung von Universum Global.
Diejenigen Frauen, sie sich fΓΌr einen Finanz-Job bewerben, haben dieselben Chancen auf eine Zusage wie MΓ€nner, sagt Matthew Bidwell, Professor fΓΌr Management an der Warton School, in einem Interview mit Bloomberg. Jedoch: Β«Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Frauen ΓΌberhaupt erst bewerben, ist geringer, weil sie sehen, dass ’da keiner wie ich’ in der FΓΌhrungsebene ist.Β»

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Nur bis zum mittleren Management

Und diejenigen, die sich bewerben und sich im Anschluss bis ins mittlere Management hocharbeiten, kommen ab da dann oft nicht weiter. Diese Lage hat sich seit der Finanzkrise sogar noch weiter verschΓ€rft, wie Daten der Equal Employment Opportunity Commission zeigen. Demnach waren im Jahr 2013 in der Finanz- und Versicherungsbranche rund 48 Prozent aller Mitarbeiter im mittleren Management weiblich, wΓ€hrend in der FΓΌhrungsebene der Frauen-Anteil bei nur 29 Prozent lag. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 waren 49 Prozent aller Mitarbeiter im mittleren Management und 30 Prozent aller Mitarbeiter in FΓΌhrungspositionen weiblich.
Der Trichter ist sogar noch enger, wenn die Daten fΓΌr die 22 grΓΆssten Firmen der Wall Street ausgewertet werden. Dort sind gerade einmal 16,6 Prozent aller Posten in FΓΌhrungspositionen mit Frauen besetzt.
Die wenigen Frauen, die es bis an die Spitze schaffen, haben einen Ratschlag fΓΌr angehende Bankerinnen: Durchhalten! Β«Bei fast jedem gibt es in der Karriere Momente, in denen einem gesagt wird, man sei nur Durchschnitt oder darunterΒ», sagt Barbara Byrne, Vice Chairman bei Barclays Capital. Β«MΓ€nner werden hier wΓΌtend, wΓ€hrend Frauen oft kΓΌndigen.Β» Stattdessen sollten Frauen Selbstvertrauen ausstrahlen, meint sie.

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(bloomberg/ccr)

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