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US-Wahl

Die zehn Wahlversprechen von Donald Trump

Mit aggressiver Rhetorik geht US-Republikaner Donald Trump auf Stimmenfang. Dabei hat der Milliardär den Wählern schon Dutzende von Versprechen gemacht. Das sind zehn seiner wichtigsten Gelöbnisse.

Gabriel Knupfer

Zehn Wahlversprechen von Donald Trump:Donald Trump will eine Mauer entlang der Grenze zu Mexiko bauen, um die illegale Einwanderung zu stoppen. Das Bauwerk soll rund 1600 Kilometer lang werden. Experten rechnen mit Kosten von mindestens 25 Milliarden Dollar. Den Mauerbau sollen nach Trumps Vorstellung die Mexikaner finanzieren. Falls Mexiko nicht einwilligt, will der Milliardär das Nachbarland auf andere Wege für den Bau bezahlen lassen. Auf dem Bild demonstrieren Gegner des Projekts.
Nach dem Terroranschlag im kalifornischen San Bernardino forderte Trump einen vorübergehenden Einreisestopp für Muslime . Seitdem hat er die Forderung leicht abgewandelt. Aktuell spricht Trump davon, zusätzlich die Einreise aus Ländern zu stoppen, welche durch Terrorismus gefährdet sind – dazu zählt er beispielsweise auch Frankreich.
Trump will der US-Industrie zu einer Renaissance  verhelfen. Millionen von Stellen, welche ausgelagert wurden, sollen wieder in den USA angesiedelt werden. Bewerkstelligen will dies Trump unter anderem, indem er etwa das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu aushandelt.
In der Handelspolitik verspricht Trump eine radikale Kehrtwende: Er will unter anderem Zölle auf Produkte aus Mexiko und China einführen. Flickr/CC/Michael Mandiberg
Trump ist kritisch gegenüber dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta und dem geplanten Freihandelsdeal mit Asien TPP. Er will sie entweder neu aushandeln oder kündigen. In diesem Punkt hat Trump eine ähnliche Haltung wie seine Gegnerin: Auch Clinton fordert einen Marschhalt bei Freihandelsabkommen.
Trump will das bei Republikanern verhasste neue  Gesundheitsgesetz «Obamacare» abschaffen und mit einer marktbasierten Lösung ersetzen.
Auch der Deal mit dem Iran zur Lösung des Atomstreits ist für viele Republikaner ein rotes Tuch (in diesem Bild: Aussenminister John Kerry und sein iranischer Amtskollege Mohammad Javad Zarif). Trump verspricht, das Atomabkommen neu auszuhandeln.
Die staatliche Altersvorsorge «Social Security« ist beliebt – kein Wunder, will sie Trump nicht antasten.
Trump stellt allen Amerikanern eine Steuersenkung in Aussicht  – auch die Superreichen sollen von einem Rabatt profitieren. Trumps Pläne würden ein Loch in die Staatskasse reissen. Wie er die Steuerausfälle kompensieren will, hat der Kandidat bislang nicht erklärt. Flickr/CC/401(K) 2012
Trump will hart gegen die Terrormiliz IS durchgreifen. Unter anderem verspricht er, deren Geldquellen auszutrocknen.Bildquelle sofern nicht anders gekennzeichnet: Keystone
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RMS

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Im Kampf um das Weisse Haus beginnt nun der Zweikampf. Letzte Woche brachten sich die Republikaner mit der Nomination von Donald Trump in Stellung, diese Woche feiern die Demokraten ihre Kandidatin Hillary Clinton. Über Clintons Versprechen haben wir an dieser Stelle bereits berichtet. Mit welchen Versprechen lockt aber Trump die Wähler?

Die unabhängige US-Medienorganisation Politifact hat sich die Mühe genommen, seine zehn wichtigsten Versprechen auszuwählen. Das war kein einfaches Unterfangen – denn der Immobilienmogul macht laufend Ankündigungen, was er als Präsident zu tun gedenkt.

Mexiko soll eine Mauer finanzieren

Zu Trumps bekanntestem Versprechen gehört sein Plan, eine Mauer entlang der Grenze zu Mexiko zu bauen – auf Kosten des Nachbarlands. Er hat schon detailliert beschrieben, wie er Mexiko dazu bringen will, die Rechnung zu übernehmen. Schlagzeilen machte auch Trumps Idee, Muslimen vorübergehend die Einreise in die USA zu verweigern.

Die Liste seiner übrigen Versprechen ist lang und äusserst vielseitig: So hat Trump beispielsweise angekündigt, er werde auf Ferien und Velotouren verzichten und dafür sorgen, dass Golf als Sport für Amerikaner erschwinglich bleibt. Er will die Amerikaner auch dazu bringen, sich «Frohe Weihnachten» zu wünschen – statt «Frohe Festtage». Sein bekanntestes Versprechen ist zugleich sein Wahlkampfmotto: «Amerika wieder gross zu machen».

Betrachten Sie die zehn wichtigsten Trump-Gelöbnisse in der oben eingefügten Bildergalerie. Unten lesen Sie Clintons Wahlversprechen.



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Die wichtigsten Wahlversprechen von Hillary Clinton. Die Präsidentschaftsanwärterin verspricht eine Erhöhung des Mindestlohnes. US-Angestellte sollen landesweit mindestens 12 Dollar pro Stunde verdienen. Aktuell liegt die Untergrenze bei 7,25 Dollar.
Clinton will die Lohnschere zwischen Frauen und Männern schliessen: Gleiche Arbeit soll unabhängig vom Geschlecht gleich entöhnt werden.
Eines der wichtigsten Themen für Clinton sind die hohen Studiengebühren. Das liegt vor allem daran, dass ihr parteiinterner Rivale Bernie Sanders allen Amerikanern ein kostenloses Universitätsstudium versprach. Clinton geht weniger weit: Sie will jenen Studenten ein Gratisstudium ermöglichen, deren Familien weniger als 125'000 Dollar pro Jahr verdienen. Flickr/CC/Derek Springer
Clinton will die US-Einwanderungspolitik umfassend reformieren. Einwanderer sollen einfacher an die US-Staatsbürgerschaft gelangen. Sie erhofft sich dadurch viele Stimmen von den Latinos – Clintons Haltung gegenüber Einwanderern stösst bei diesen Wählern auf viel Zustimmung.
Die Reform des US-Gesundheitswesens ist eines der wichtigsten politischen Erfolge von Barack Obama - fast alle Amerikaner erhielten dadurch Zugang zu einer Krankenversicherung. Clinton will daran anknüpfen und «Obamacare» stärken und erweitern.
Das oberste US-Gericht fällte vor einigen Jahren den umstrittenen «Citizen United»-Entscheid: Wegen dieses Beschlusses fliesst das Geld im Wahlkampf praktisch unbegrenzt. Clinton will den Entscheid wieder umstossen. Allerdings profitiert sie momentan selber von finanzkräftiger Unterstützung.
Clinton ist kritisch gegenüber neuen Freihandelsabkommen – und stellt sich damit gegen Präsident Barack Obama, welcher für den pazifischen Freihandelsdeal TPP weibelt.
Clinton will neue Regeln für den Waffenkauf einführen. Sie riskiert damit den Widerstand von der einflussreichen Lobbygruppe NRA.
Die US-Infrastruktur ist in einem schlechten Zustand. Clinton will darum massiv in Brücken, Strassen oder Flughäfen investieren – insgesamt sollen 275 Milliarden Dollar in Bauprojekte fliessen. Keystone
Clinton plant Steuererhöhungen – aber nur für die reichsten Amerikaner. Eine Steuererhöhung für die Mittelklasse hat sie hingegen mehrfach ausgeschlossen. Flickr/CC/Fibonacci Blue/Bildquelle für die übrigen Fotos: Keystone
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Über die Autoren
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer
Gabriel Knupfer ist Redaktor Wirtschaft-Desk RMS für Blick und die Handelszeitung, für die er seit zehn Jahren arbeitet.

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