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Legende

Cadillac: Das amerikanische Traumauto

Kaum ein Mythos haftet den USA so sehr an wie die Verheissung grenzenloser Freiheit auf der Strasse. Seit 110 Jahren ist das Automobilunternehmen Cadillac Teil des amerikanischen LebensgefΓΌhls.

Patrick Lindner

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Cadillac Custom Limousine von 1941: Das amerikanische LebensgefΓΌhl auf vier RΓ€dern. (Bild: Keystone) RMS

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Hinter dem gekrΓΆnten Unternehmenswappen, das von einem silbernen Lorbeerkranz gesΓ€umt wird, verbirgt sich die Geschichte eines Abenteurers mit Namen Antoine Laumet de La Mothe, Herr von Cadillac. Im Jahre 1683 liess der Sohn franzΓΆsischer Hugenotten seine Heimat hinter sich und machte sich auf in die verheissungsvollen Kolonien Nordamerikas. Binnen achtzehn Jahren mauserte er sich vom mittellosen Trapper zum GrΓΌndervater und ersten BΓΌrgermeister der heutigen Autostadt Detroit. Ihm zu Ehren grΓΌndete Ingenieur und Unternehmer Henry Martyn Leland 1902 die Automarke Β«CadillacΒ» und verwertete das ΓΌberlieferte Familienwappen zu Imagezwecken gleich mit.
Der Ur-Cadillac
Auf den Überresten der ehemaligen Henry Ford Company liess Leland noch im Gründungsjahr seine Erstlingsmodelle Tonneau und Runabout vom Fliessband rollen und sorgte für Raunen in der Fachwelt: Nicht nur legten die «pferdelosen Kutschen» Wert auf hochklassige Extras wie Hutablagen, auch konnten sie dem 50 Stundenkilometer schnellen Marktführer «Model A» von Ford die Stirn bieten. Das Gesamtpacket überzeugte, sodass allein bei der Premiere 1903 in New York über 2000 Ur-Cadillacs geordert wurden. Weitere Meilensteine wie der erste serienmÀssig überdachte PKW im Jahre 1906 weckten Begehrlichkeiten bei Branchenführer General Motors, der Lelands florierende Luxusautomarke schliesslich 1909 aufkaufte.

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Das Luxusauto
Bekanntestes Markenzeichen frΓΌher Cadillacs ist der aberwitzige Hubraum ihrer Motoren. Als Archetyp jener Automobilgeneration gilt unter Kennern der Cadillac V16. WΓ€hrend seiner Produktionszeit zwischen 1930 und 1937 galt der elegante ZwΓΆlfzylinder als exklusivstes Fahrzeug des Nordamerikanischen Kontinents und wurde fΓΌr einen Basispreis von 6000 US-Dollar angeboten. Genau 4387 Roadster wurden in den Vorkriegsjahren gebaut und erzielen bei heutigen Auktionen Preisspannen von 300’000-500’000 US-Dollar.
Fleetwood 60 Special
Mit Wiederaufnahme der zivilen Automobilproduktion 1946 avancierte der Fleetwood 60 Special zum Spitzenmodell von Cadillac und lΓ€utete die Γ„ra der Strassenkreuzer ein. Mit KarosserielΓ€ngen um 5,70 und RandstΓ€nden von Minimum 3,30 Metern bot die Limousine Platz fΓΌr bis zu sechs Passagiere und unterstich ihr imposantes Antlitz durch weitlΓ€ufige ChromflΓ€chen und wuchtige Leuchten. In Spitzenjahren (1968-1971) brachte es der zwei Tonnen Koloss auf 375 PferdestΓ€rken.
Der Cadillac Eldorado
Γ„hnliche Kraft hatte auch der Cadillac Eldorado unter der Haube. Bei MarkteinfΓΌhrung 1953 wurden die Zweisitzer-CoupΓ©s serienmΓ€ssig von einem 6,4-V8-Ottomotor mit rund 350 PS-Leistung bewegt. Das progressive Karosserie-Design richtete sich erstmals an eine jΓΌngere, obgleich ebenso wohlsituierte, KΓ€uferschicht und erzielte gute Absatzzahlen – so gut, dass mit der Sonderedition Β«Cadillac Eldorado BroughamΒ» (1957) das teuerste Auto seiner Zeit geschaffen wurde. Gewinn fuhr Cadillac mit seinem Prestigeprojekt allerdings nicht ein: Zwar lag der Brougham mit 13'000 US-Dollar am Endpunkt der Preisskala, doch beliefen sich seine tatsΓ€chlichen Herstellungskosten auf 23'000 Dollar.

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Luxus-SUV der Gegenwart
Die EinfΓΌhrung des Lincoln Β«NavigatorΒ» im Jahre 1998 zwang General Motors zum schnellen Handeln, was den Β«EscaladeΒ» im Segment der Premium-SUVs hervorbrachte. Die neuesten Modelle verwenden einen 6,2 Liter Vortec-V8-Motor und erbringen eine Vortriebsleistung von 403 PS. Die Luxus-SUVs sind mit allerlei Spielereien gespickt, hierzu zΓ€hlen unter anderem RΓΌckfahrkameras, hydraulische Einstiegshilfen, klimatisierte Becherhalter sowie Lautsprechersysteme von Bose. FΓΌr 2015 steht eine neue Escalade-Generation in den StartlΓΆchern – die Einstiegspreise fΓΌr deutsche Kunden dΓΌrften weiterhin zwischen 80'000 und 90'000 Euro rangieren.
Dieser Artikel ist zuerst in unserer Schwester-Publikation Β«World's Luxury GuideΒ» erschienen.

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