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IAA

Autobranche sieht sich selbst vor einer Revolution

Das Credo an der IAA ist einstimmig: Intelligente, vernetzte Autos, die mit ihrer Umwelt kommunizieren sind die Zukunft. Doch abseits des Schweinwerferlichts stehen viele existenzielle Fragen im Raum.

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Rolls-Royce: Der Autobauer zeigt das mehrere hunderttausend Euro teure Luxus-Cabrio Dawn.Keystone RMS

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Ob Autos, die als Smartphone auf vier RΓ€dern autonom zum Ziel fahren oder solche, die am Stauende selbst bremsen - an der Automesse IAA in Frankfurt sehen viele Branchenvertreter die Industrie am Beginn einer Revolution.

Es ist das ΓΌbliche IAA-Ritual: PrΓ€sentationen und Spektakel im Viertelstunden-Takt zu dramatischer Musik wie im Hollywood-Blockbuster. Ein Appell an GefΓΌhle, Γ„sthetik und Fahrfreude, gemΓ€ss welchem ein Auto mehr sein soll als nur ein Gegenstand aus Blech, Kunststoff und Glas.

So ruft Rolls-Royce-Chef Torsten MΓΌller-Γ–tvΓΆs am Dienstag Β«Ist sie nicht schΓΆn?Β», nachdem der Vorhang den Blick freigegeben hat auf das mehrere hunderttausend Euro teure Luxus-Cabrio Dawn (MorgenrΓΆte). Bei Jaguar setzt man derweil eher auf Action, und fΓ€hrt einen Looping - wie auf einer Carrera-Bahn, nur mit einem echten Wagen.

Doch abseits von Scheinwerferlicht und glΓ€nzender Fassade stehen auf der IAA viele existenzielle Fragen im Raum. Werden die Leute auch morgen noch Autos kaufen? Oder ist die Zukunft ein unscheinbares und austauschbares Google-Mobil, das bei Bedarf fahrerlos vor der TΓΌr steht und danach verschwindet, ohne dass man sich gross darΓΌber Gedanken macht?





MobilitΓ€t statt Autos

Nur wenige hundert Meter vom Rolls-Royce-Luxus entfernt sagt Toyota-Chef Karl Schlicht: Β«Wir bereiten uns auch auf eine Zukunft vor, in der wir eher MobilitΓ€t statt Autos verkaufen kΓΆnnten.Β» Der Trend, dass der Autobesitz vor allem jΓΌngeren Leuten weniger wichtig werde, sei da. Und Studien besagen, dass mit selbstfahrenden Autos deutlich weniger Fahrzeuge gebraucht werden dΓΌrften.

Doch in Frankfurt will die Branche demonstrieren: Was Konzerne wie Google kΓΆnnen, kΓΆnnen wir schon lange. So verspricht Daimler-Chef Dieter Zetsche, den Wettbewerb auf das Spielfeld des Internet-Riesen zu tragen. Neue Dienste durch Daten-Auswertung. Ein Auto, das selbst zum Arzt fΓ€hrt, wenn das fΓΌr den Besitzer nΓΆtig ist. Oder als selbstfahrendes Carsharing-Fahrzeug von sich aus vor der TΓΌr steht, wenn es der Terminkalender verlangt.

Gegen Google und die anderen Internetkonzerne teilt Zetsche einen unverblΓΌmten Seitenhieb aus: Β«Kunden bezahlen unsere Produkte mit Geld, nicht mit persΓΆnlichen Daten. Anders als manche IT-Unternehmen sind wir deshalb nicht darauf angewiesen, aus den Daten Profit zu schlagen.Β»



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MΓΆgliche Partner

Bei Opel Γ€ussert man sich etwas zurΓΌckhaltender ΓΌber die neuen Player aus dem Silicon Valley - man weiss ja nie, wessen Hilfe man noch braucht. Β«Die Welt verΓ€ndert sich und wir wollen vorne mit dabei sein. Aber wir brauchen Partner, um das zu erreichenΒ», sagt Opel-Chef Karl-Thomas Neumann.

Dass sich das Auto in den kommenden Jahren grundlegend verΓ€ndern wird, gilt in den Messehallen als sicher. In der Vision des IAA-Veranstalters VDA wird das intelligente, vernetzte Auto schon bald mit seiner Umwelt und anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren: Β«Es kann selbststΓ€ndig einparken, warnt frΓΌhzeitig vor Verkehrshindernissen, verhindert UnfΓ€lle.Β»

Β«In den kommenden fΓΌnf Jahren wird es mehr VerΓ€nderungen geben als in den vergangenen 50Β», ist GM-Chefin Mary Barra ΓΌberzeugt. FΓΌr JΓΌrgen Pieper vom Bankhaus Metzler steht fest, dass Autos, die keinen Fahrer mehr brauchen, die Strassen erobern werden. Schon 2025 kΓΆnne das fΓΌr mehr als ein Viertel aller Neuwagen gelten: Β«Je mehr selbstfahrende Autos im Strassenbild sichtbar sind, desto mehr wird diese Technik nachgefragt werden.Β»



(sda/ccr)

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