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Kunst

Asiatischer Zauber

Renommierte chinesische Künstler wie Ai Weiwei, Ni Youyu oder Liu Heung Shing zeigen während zehn Tagen ihre Werke im Engadin.

Katrin Bachofen

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Künstler, Schriftsteller, Filmemacher und Philosophen lieben von jeher das Engadin als Inspirationsquelle. An diese Tradition knüpft das St. Moritz Art Masters (SAM), das in diesem Jahr bereits zum 6. Mal stattfindet. Zehn Tage lang, vom 23. August bis 1. September, werden bei diesem Festival Ausstellungen im ­öffentlichen Raum ­sowie in ­einheimischen Institutionen, Ga­lerien und Hotels vor der einzigartigen Kulisse des Engadins ­gezeigt. Renommierte Galerien, welche sonst an internationalen Kunstschauplätzen auftreten, präsentieren Kunst aus West und Ost und garantieren ein ­hohes künstlerisches Niveau. Beim Rundgang durch St.Moritz, Zuoz und Sils begegnen die Besucher Textskulpturen, Werken aus Beton, Stahl oder Bronze. Der Walk of Art führt Besucher auch dieses Jahr an über 30 Orte in und um St.Moritz.

Ein Schwerpunkt ist aktuellen chine­sischen Strömungen und Entwicklungen gewidmet, heisst doch das diesjährige Gastland China. Zwischen Tradition und internationalen Einflüssen bestehen in China mannigfaltige Kunstszenen, in die das Festival Einblick gibt.

Uli Sigg, renommierter Sammler und wichtigster Kenner der aktuellen chinesischen Kunstszene, kuratiert eine Ausstellung mit Werken der Künstler Ni Youyu, Xue Feng, Li Zhenwei, Liu Wie und Li Xi und stellt damit junge Positionen aus ­seiner weltweit angesehenen Sammlung vor. Mit dem Künstler und Aktivisten Ai Weiwei und dem Maler Fang Lijun sind gleich zwei international bekannte Stars der chinesischen Gegenwartskunst vertreten.

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Eine Fotoausstellung des chinesischen Pulitzer-Preisträgers Liu Heung Shing setzt sich mit der journalistischen Entwicklung von Fotografie in China von der Kultur­revolution bis heute auseinander und wird durch Werke internationaler Fotokünstler wie Patrick Demarchelier und ­Peter Lindbergh ergänzt. Der chinesische Maler und Bildhauer Shao Fan wiederum wie auch der Fotograf Chen Fuli, dessen phantasievolle Arbeiten an der Grenze zur Malerei angesiedelt sind, werfen in ihrem Werk einen poetischen Blick auf das Kulturerbe ihres Heimatlandes. Zudem werden am SAM junge chinesische Künstler aus der Sichuan-Region vorgestellt. Diese Künstlergruppe vermittelt eine dezentralisierte Sicht weit weg von den politischen und wirtschaftlichen Zentren Chinas. Gespräche und Veranstaltungen, die in das kulturell so vielschichtige Land einführen, begleiten den diesjährigen Länderschwerpunkt China.

Internationalität ebenso wie lokale ­Verankerung spiegelt sich in zahlreichen künstlerischen Beiträgen wider. Aus den USA sind etwa der Multimedia-Künstler Robert Wilson, der mit seiner geisterhaft wirkenden Snowy-Owl-Videoinstallation den Innenraum der französischen Kirche verwandeln wird, sowie der Maler Donald Baechler vertreten. Starke Akzente im ­öffentlichen Raum setzen der belgische Künstler und Biennale-Teilnehmer Jan Fabre, der Kölner Bildhauer Hubert Kiecol und der Schweizer Künstler Olaf Breu­ning, während Rolf Sachs und seine Frau Maryam eine gross angelegte Fotoserie präsentieren, die sich auf die Landschaft des Engadins bezieht. Ein weiteres Highlight ist die Ausstellung des renommierten Fotografen Steve McCurry, der mit seinem Fotoworkshop (30. und 31. August) bereits ein fester ­Bestandteil des SAM ist.

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Bei den Engadin Art Talks (E.A.T.) im Rahmen der St.Moritz Art Masters diskutieren und philosophieren zudem natio­nale und internationale Künstler, Architekten und Schriftsteller über ihre Arbeiten und nehmen damit konkret Bezug auf die Bergwelt des Engadins. Das hochkarätig besetzte Symposium wird von Hans Ulrich Obrist, Co-Direktor der Londoner Serpentine Gallery, und Beatrix Ruf, Direktorin der Kunsthalle Zürich, geleitet.

St. Moritz Art Masters, 23.8.–1.9.2013

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