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Technologie

Apple Pay muss sich erst noch durchsetzten

Diese Woche startete der Bezahldienst Apple Pay in den USA. Der Zahlungsverkehr per iPhone soll schnell und unkompliziert sein. Zur breiten Etablierung stehen noch einige HΓΌrden im Weg.

Dominic Benz

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Zahlungsverkehr: Apple Pay ist bisher nicht weitverbreitet.Β Β Keystone RMS

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In LΓ€den einkaufen und mit einem Druck auf den Fingerabdrucksensor des iPhone 6 bezahlen. Geld aus der Tasche klauben oder die Kreditkarte zΓΌcken, soll damit der Vergangenheit angehΓΆren. So zumindest stellt sich  Apple die Zukunft vor. Den ersten Schritt dafΓΌr hat der Techgigant Anfang Woche getan. Am Montag haben die Kalifornier in den USA ihren Bezahldienst Apple Pay lanciert. Apples iPhone 6 soll damit definitiv zur digitalen Brieftasche werden.
TatsΓ€chlich hat Apple Grosses vor. Β«Wir versuchen hier etwas BahnbrechendesΒ», sagte Eddy Cue, Verantwortlicher fΓΌr die Software und Internet-Dienste bei Apple, laut Β«Wall Street JournalΒ». Doch bis Apple Pay die Art des Bezahlens in den USA verΓ€ndert hat, wird es noch lange dauern. Daran Γ€ndert auch der reissende Absatz des iPhone 6 nichts. Denn die HΓΌrden sind gross. So fΓ€llt denn auch der Startschuss realtiv bescheiden aus.

HΓ€ndlern fehlt die richtige Technologie

Ein grosses Hindernis fΓΌr Apple ist die Technologie. Zum einen mΓΌssen Zahl-Terminals in LΓ€den mit sogenannten Nahfunk-GerΓ€ten (NFC) ausgestattet sein. Zum anderen mΓΌssen Smartphones das NFC-Signal empangen kΓΆnnen – das kΓΆnnen jedoch nur wenig gΓ€ngige Modelle, etwa das iPhone 6 oder das iPhone 6 Plus.

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Auch die HΓ€ndler stellen eine HΓΌrde dar. Zwar hat Apple die Fastfood-Kette McDonald's, den Biosupermarkt Whole Foods und die Drogerie Walgren als Start-Teilnehmer gewinnen kΓΆnnen. Der weltweit tΓ€tige Einzelhandelsriese Wal-Mart Stores oder der ElektronikhΓ€ndler Best Buy arbeiten hingegen an einem eigenen Bezahl-System. Laut Apple sind unter dem Strich 220'000 LΓ€den mit NFC-GerΓ€ten ausgestattet – eine verschwindend kleine Zahl. Laut Β«FAZΒ» gibt es im US-Einzelhandel rund 8 Millionen Kassen.

Β«Das grosse klaffende Loch bei Apple PayΒ»

FΓΌr seinen Dienst hat Apple die sechs grΓΆssten Anbieter von Kreditkarten an Bord geholt. Dazu gehΓΆren die US-Grossbanken JP Morgan, Bank of America, Citigroup und Wells Fargo. GemΓ€ss Apple sollen im kommenden Jahr 500 Banken hinzukommen. Mit Visa, Mastercard und American Express konnte Apple auch die grΓΆssten Kreditkartengesellschaften fΓΌr sich gewinnen.
Trotz allem gibt es noch eine grosse LΓΌcke im System von Apple Pay. Viele Firmenkreditkarten und Prepaid-Karten werden bislang nicht akzeptiert. So auch die Kreditkarten des Einkaufshauses Macy's oder Bloomingdale's. FΓΌr Richard Crone, Bezahl-Experte bei der US-Firma Crone Consulting, sind genau solche Karten ein Problem. Β«Sie sind das grosse klaffende Loch bei Apple PayΒ», zitiert ihn das Β«Wall Street JournalΒ».

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Trotz der HΓΌrden bleibt Apple zuversichtlich. Der Konzern erwartet, dass viele HΓ€ndler ihre Bezahlterminals auf den neusten Stand bringen werden, um das kontaktlose Zahlen per NFC-GerΓ€te zu ermΓΆglichen. Es sei wichtig, dass viele Menschen zusammenspielen wΓΌrden, sagt Apple-Mann Eddy Cue laut Β«Wallt Street JournalΒ». Β«Es gibt eine Menge zu tun, und vor uns liegt viel Arbeit.Β»

Schweiz kΓΆnnte Testland werden

Apple will denn auch seinen Dienst in Europa starten. Die Schweiz kΓΆnnte dabei eine Vorreiterrolle ΓΌbernehmen. Die hiesigen Kreditkartenbanken buhlen darum, dass die Schweiz Testland fΓΌr Apple Pay wird. Laut Roland Zwyssig, Marketing-Chef der Kartenfirma Viseca, sei die Branche diesbezΓΌglich in engem Kontakt mit den Kreditkartenkonzernen Visa, American Express und Mastercard, schrieb die Β«Schweiz am SonntagΒ».
GemΓ€ss Viseca habe die Schweiz reelle Chancen, Testland zu werden. Die Dichte an Bezahlterminals, die fΓΌr Apple Pay nΓΆtig sind, sei hierzulande sehr hoch. NFC-fΓ€hige GerΓ€te gΓ€be es etwa bei den Detailriesen Migros und Coop. Eine grosse Konkurrenz sei allerdings Polen. Die neusten Bezahlterminals seinen dort ebenfalls sehr verbreitet.

Apple Pay kΓΆnnte Mobile-VerkΓ€ufe weiter beflΓΌgeln

Apples Bezahldienst dΓΌrfte relativ wenig Geld direkt in die Konzernkasse spΓΌlen. FΓΌr jede Transaktion zahlen die Banken einen kleinen Prozentsatz an Apple. GebΓΌhren fΓΌr Kunden und HΓ€ndler fallen keine an. So dΓΌrfte Apple Pay im kommenden Jahr 118 Millionen US-Dollar abwerfen, schΓ€tzt Gene Munster, Apple-Experte bei Piper Jaffray. 2016 kΓΆnnten es schon 310 Millionen sein. Verglichen mit einem geschΓ€tzten Umsatz von 180 Milliarden Dollar in diesem Jahr ist das weniger als ein Prozent. Laut Munster kΓΆnnte mit Apple Pay aber die Nachfrage der neuen iPhones und auch iPads steigern wollen.

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Experten erwarten, dass die meisten Transaktionen bei Apple Pay durch KΓ€ufe bei der Verwendung von Apps anfallen werden. Solche In-App-KΓ€ufe sind auch mit Apples neusten iPad-Modellen mΓΆglich, die nun wie das iPhone einen Fingerabdrucksensor erhalten haben. Allerdings kann man mit den Tablets nicht in richtigen LΓ€den einkaufen, da sie keinen NFC-Chip enthalten. Ein solchen wird aber die fΓΌr Anfang 2015 angekΓΌndigte Apple Watch haben. Die Zahl der potentiellen Nutzer von Apple Pay steigt dann noch einmal rapide an.

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