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Peter Fankhauser: Der Hartnäckige

Seit November Chef des Tourismuskonzerns Thomas Cook: Peter Fankhauser.

Der Schweizer Peter Fankhauser war mehrmals im Gespräch als Kuoni-CEO. Nun hat er bei Thomas Cook den weitaus grösseren Karrieresprung gemacht.

Von Karin Kofler
06.01.2015

Applaus sieht anders aus: Als Peter Fankhauser (54) am 26. November per sofort zum neuen Chef des Tourismuskonzerns Thomas Cook ernannt wurde, stürzte der Kurs der Cook-Aktie erst mal kräftig ab. Die Reaktion der Investoren dürfte indes weniger ein Misstrauensvotum gegen den Schweizer gewesen sein als vielmehr eine Reaktion auf den verhaltenen Jahresausblick und die abrupte Absetzung von Fankhausers Vorgängerin Harriet Green nach gut zwei Jahren.

Die charismatische Managerin, eine Quereinsteigerin im Reisegeschäft, hatte Thomas Cook (Umsatz 2013/14: 8,6 Mrd. Pfund) in einem desolaten Zustand übernommen. Green musste den hoch verschuldeten Konzern auf Sanierungskurs bringen; ein Refinanzierungspaket im Umfang von 1,6 Milliarden Pfund wurde aufgegleist, in dessen Rahmen die Banken ihre Kredite verlängerten. Green war dabei auch auf Fankhauser angewiesen, der ihr als Chief Operating Officer das Tagesgeschäft führte. Professionell, aber nicht innig soll das Verhältnis zwischen den beiden gewesen sein.

Nun hat der Schweizer die Chance, Thomas Cook als Nummer zwei in Europa hinter TUI weiterzuentwickeln. Der Verwaltungsrat wollte für den Job ­explizit einen Touristiker. Bei Kuoni dürfte man es zähneknirschend registrieren: Fankhauser war beim letzten Kuoni-CEO-Wechsel 2014 auf der Liste.

Die Freunde

Während seiner langen Karriere hat Peter Fankhauser eine Reihe von engen Weggefährten in der Schweiz und im Ausland gewonnen. Zu seinen besten Freunden zählt einer, der die direkte Konkurrenz ­vertritt: der Schweizer Martin Wittwer, langjähriger Chef von TUI Schweiz. Die beiden haben sich bei Kuoni kennen gelernt und waren auch über diese Festtage, wie so oft schon, zusammen Ski fahren.

Thomas Cook ist in der Schweiz unter anderem mit der Marke ­Neckermann Reisen und Öger Tours präsent. Auch Professor ­Thomas Gutzwiller, Leiter der HBM Unternehmerschule an der Hochschule St. Gallen (HSG) und Götti von Fankhausers Tochter, ­gehört zur Schweiz-Connection. Hauptsächlich aber ist Fankhauser inzwischen in Deutschland verwurzelt.

Mit Ralf Teckentrup, dem Chef der konzerneigenen Airline Condor und Ex-Lufthanseat, ist er eng verbunden. Auch Karlheinz Kögel, Gründer des Last-Minute-Reise-Anbieters L’tur, und Christoph Debus, Airline-Chef bei ­Thomas Cook, zählen zum Freundeskreis.

Die Gegner

Als bodenständiger Manager mit «hoher Sozialkompetenz» (ein Freund) schafft sich Peter Fankhauser wenig Feinde. Nicht gut zu sprechen soll er auf seinen Ex-Vorgesetzten bei Thomas Cook, Thomas Holtrop, sein. Auch für den ­früheren Kuoni-CEO und Ex-TUI-Manager Peter Rothwell hat er wenig ­übrig.

Im hart umkämpften Reisegeschäft machen ihm Darren Huston, der Chef des Online-Giganten Priceline Group (unter anderem Booking.com), ­sowie TUI-CEO Friedrich Joussen das Leben schwer.

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