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Kolumne 
Her Business Lifestyle: Rückkehr der Handschrift?

Kolumnistin Nel-Olivia Waga über die Bedeutung der Handschrift im Business.

Handschrift ist sympathisch und persönlich - vor allem im Business. Doch die «alte Schule» hat es schwer gegen Smartphone und E-Mail. Eigentlich schade.

Von Nel-Olivia Waga*
am 09.04.2015

Handschrift? Gibt es die noch? Sie, die seit jeher als Ausdruck der Persönlichkeit galt - als Erkennungsmerkmal mit eigenem Charme. Heute, im Zeitalter von Smartphones, Touch-Screens, Voice-Notes und Emails befasst sich kaum noch jemand mit der Handschrift. Passt mal etwas nicht, wird einfach auf Delete gedrückt und der Satz von vorne begonnen. Früher undenkbar. Die jüngere Generation, zu welcher eigentlich auch ich zähle, ist viel mehr angetan von der neuen Technologie und Design. Eine Vielzahl von Apps ermöglicht es uns Geschäftsleuten per Smartphone das halbe Business Life mit einigen Fingerbewegungen zu managen.

Die älteren Generationen, meist in den Chef-Etagen hingegen sitzen gerne noch mit ihrem schönen Montblanc Füller am hölzernen Schreibtisch und schreiben genüsslich Notizen in die ledergebundene Agenda. Dies strahlt nicht nur eine gewisse Eleganz aus, sondern vor allem eine Wertigkeit, oder nennen wir es, die «alte Schule» die nicht nur im Business wieder zum Trend wird.

In meiner aktuellen Position als Luxus-Marketing-Consultant für diverse Brands befasse ich mich viel mit emotionalem Marketing, Kundenbindung und Qualität im Kundenumgang. Ein Überfluss an Technologie lässt die Menschen wieder umdenken. Das «Persönliche» wird wieder mehr geschätzt. Die Menschen freuen sich darüber, wenn sich jemand die Mühe macht, einen Stift zu zücken und seine Gedanken auf Papier zu bringen – selbst wenn es nur wenige Sätze sind. Sie fühlen sich «besonders», wenn sie eine handgeschriebene Karte erhalten statt einer Email oder einer Whatsapp-Nachricht. Es sind die kleinen Dinge…

Übung macht den Meister

Bei einem handgeschriebenen Brief oder Kärtchen lässt sich nicht einfach mal «delete» drücken. Man muss sich Gedanken machen, was genau und wie man es schreibt, um nicht noch einmal von vorne beginnen zu müssen. Unser Gehirn wird dadurch angeregt, es speichert Informationen schneller und merkt sich diese automatisch. Dies ist auch der Grund, wieso viele Menschen heute noch, trotz aller neuen Technologie die Einkaufsliste oder andere To-do-Listen immer noch von Hand aufschreiben.

Was tun, wenn man keine schöne Handschrift hat? Üben, ist die Antwort. Eine Handschrift ist zwar auch ein Ausdruck der Persönlichkeit, aber sie lässt sich verschönern durch tägliches Praktizieren. Ich habe beispielsweise eine recht unregelmässige Handschrift, die nicht so schön aussieht. Mein Trick dagegen ist, einfach alles in Grossbuchstaben zu schreiben. Dies gleicht den kleinen unebenen Makel aus, der Schriftstil wirkt ebenmässiger und sieht dazu noch lässig aus. Vor allem auf Gruss-Karten, in der Agenda oder in Briefen.

Handschrift ist und bleibt sexy - vor allem im Business.
 

*Nel-Olivia Waga (28) hat in ihrer Laufbahn bereits einige Stationen absolviert. Sie hat gemodelt, ist Diplom-Betriebswirtin und hat im Marketing von internationalen Banken gearbeitet, bevor sie ihre Boutique Agentur Her Concept gründete, wo sie mit Privatbanken und Luxus-Brands kooperiert. Ihr Talent ist es Job und Lifestyle zu vereinen, wie sie auf ihrem Blog Her Etiquette beweist. Auf Bilanz.ch äussert sie ihre persönliche Meinung.

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