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Elektroauto 
Im Stromfieber: Die Schweiz bleibt Teslas Vorzeigemarkt

Elon Musk mit dem Tesla Model X
Magier der Stromfahrzeuge: Tesla-Chef Elon Musk und sein Model X.Quelle: Justin Sullivan/Getty Images

Elektroauto-Pionier Elon Musk ist ein Meister der Ankündigung. Doch im Schweizer Markt feiert er erstaunliche Erfolge.

Dirk Ruschmann
Von Dirk Ruschmann
am 02.02.2018
Einerseits wird Tesla-Oberstromer Elon Musk von der harten Wirklichkeit eingeholt: Sein demokratisch bepreistes Modell für die Masse, genannt Model 3, schafft es einfach nicht in die Serienproduktion. Von dem 35 000 Dollar teuren Auto sollten längst mehrere tausend pro Woche von den Bändern laufen, stattdessen waren es im gesamten dritten Quartal 2017 nur 260, immer wieder muss Musk seine Prognosen korrigieren.
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Die Misserfolgsmeldungen kontert er mit immer neuen Ankündigungen: Ein 400 km/h schneller Supersportwagen soll von Tesla kommen, ein kompaktes SUV und zudem ein Pick-up für den US-Markt, grösser noch als der dortige Marktführer Ford F-150, nicht zu vergessen ein Elektro-Lastwagen – ein Trommelfeuer an Versprechungen, während eine halbe Million Kunden auf ihr vorbestelltes Model 3 warten und die europäischen Hersteller fieberhaft an eigenen E-Autos arbeiten. Der Tesla-Aktienkurs tendiert folgerichtig schon seit Monaten nicht mehr nach oben, sondern seitwärts.
Teslas Zukunftsprojekt Truck
Teslas Zukunftsprojekt: ein Truck.
Quelle: ZVG

Verkaufsrekord in der Schweiz 2017

In der Schweiz, seit Jahren ein Erfolgsmarkt für Tesla, stromert die Marke andererseits von Erfolg zu Erfolg und hat 2017 einen Verkaufsrekord erzielt. 2015 verkaufte Tesla 1556 Exemplare seiner etablierten Limousine Model S (aktueller Listenpreis ab 79 200 Franken), 2016 waren es bereits 1701 Autos, davon entfielen 402 auf das neu eingeführte Grossraum-SUV Model X (Listenpreis Basismodell 90 750 Franken) – und 2017 verkaufte Tesla sogar 2024 Fahrzeuge, davon waren 893 Model X.
Supersportler von Tesla
Ein 400 km/h schneller Supersportwagen soll von Tesla kommen.
Quelle: ZVG

Das grosse SUV kannibalisiert also die Verkaufszahlen der Limousine so gut wie nicht. Damit hat 2017 etwa das Model S doppelt so viele Käufer gefunden wie die S-Klasse von Mercedes-Benz, das Model X mehr Käufer als der beliebte Range Rover Sport.

Brancheninsider spötteln, viele dieser Tesla-Käufe könnten notwendige Ersatzbeschaffungen sein: Die Unfallzahlen der Tesla-Besitzer gelten als aufsehenerregend hoch, viele Fahrer seien mit der überfallartig einsetzenden Beschleunigung überfordert. Zugleich wächst die Konkurrenz: Die etablierten Hersteller wollen bis Ende des Jahrzehnts zahlreiche Elektroautos auf die Strassen bringen. Tesla geht einer unsicheren Zukunft entgegen.

Die 15 skurrilsten Fakten rund um Tesla

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Die 15 skurrilsten Fakten rund um Tesla Das Wichtigste zuerst: Elon Musk hat Tesla nicht gegründet. Das waren Martin Eberhard und Marc Tarpenning. Keystone