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Business-Woman 
Office on the go

Nel-Olivia Waga ist beruflich viel auf Reisen und teilt sich ihre Zeit effizient ein.

Wie effizient ist das Arbeiten tatsächlich auf Reisen oder am Wochenende? Wie frau trotz Feierabend-Stimmung oder lauter Geräuschkulisse auch unterwegs konzentriert arbeiten kann.

Kommentar  
Von Nel-Olivia Waga
29.04.2015

Geschäftliche Telefonate nach Feierabend führen, am Wochenende Emails schreiben oder ins Office System einloggen? Im Flieger, Auto oder im Zug kreative Ideen entwickeln, statt gemütlich Zeitung lesen und zu entspannen, bevor es zum nächsten Termin geht? Früher war das für mich ein Ding der Unmöglichkeit.

Das Büro war mein Arbeitsplatz, an dem ich Montag bis Freitag meine Aufgaben abgearbeitet habe und mich bestens konzentrieren konnte, da wo ich meinen PC, das Telefon, meine Agenda und all die Dinge hatte, die ich im Alltag brauche. In den letzten zwei Jahren hat sich dies geändert.

Ich war beruflich oft auf Reisen und habe internationale Länder mit Zeitverschiebungen oder anderem Arbeitsrhythmus betreut. Selbstredend bedeutet dies: Überstunden, Telefonkonferenzen in der Nacht und Arbeiten «on the go», denn die Arbeit muss ja trotzdem erledigt werden. Heute bin ich selbstständig und arbeite zwei bis drei Tage die Woche vom Büro - der Rest passiert von unterwegs zu fast jeder Tages- oder Nachtzeit.

Wer eine Weile so arbeitet, gewöhnt sich an diese Situation und nimmt es nach einer Zeit als Routine an. Doch selbst diese bedarf einiges an Vorbereitung, Organisation und vor allem Motivation.

Die Zeit effizient nutzen

Strecken bis zu 4 Stunden versuche ich nach Möglichkeit mit dem Zug zu fahren. Die 1. Klasse bietet Ruheabteile an, in denen man (im Normalfall) weder von Gesprächen, noch anderen Geräuschen gestört wird und in Ruhe arbeiten kann. Hier lohnt es sich den Aufpreis zu zahlen. Einige Firmen übernehmen ein 1.Klasse-Ticket erst ab 3 Stunden Reisezeit. Sollten Sie daher nicht 1. Klasse fahren können, gibt es immer noch Kopfhörer und Ipod mit entspannter Musik oder Ohrenstöpsel, die für Ruhe sorgen.

Gleiches gilt für den Flieger. Den Laptop (ein leichtes MacBook Air ist unersetzbar) immer im Handgepäck mit dabei, zusammen mit dem Smartphone, welches als Notepad und Kalender gleichzeitig dient. Um all dies zu verstauen, hält eine elegante Aktentasche her oder eine grosse Handtasche. Auf Reisen sollte schweres Handgepäck wie Ordner, schwere Laptops oder grosse Agenden gemieden werden.

Flieger und Zug eigenen sich perfekt, um Emails zu beantworten und kreative Ideen für neue Projekte zu schmieden. Internet gibt es per Hotspot über das Smartphone, falls man keinen Mobile-Chip für den Laptop besitzt.Wenn ich doch mal das Auto nehme, versuche ich mir Telefonkonferenzen oder Calls auf diese Zeit zu legen, um diese auch dort effizient zu nutzen. Selbstverständlich geht hier nichts ohne Freisprechanlage oder Headset.

Sich ärgern raubt mehr Zeit

Eine Motivation für mich am Sonntag zu arbeiten - beispielsweise mit Kunden in Israel, deren Wochenende Freitag bis Samstag ist -  ist die, dass dies nicht jeden Tag passiert und dass ich Spass am Projekt habe. Eine halbe Stunde für eine Email oder einen Anruf ist ausnahmsweise auch mal am freien Tag oder nach Feierabend drin. Sich darüber ärgern, dass es von der Freizeit abgeht, raubt mehr Energie und Zeit, als die Email zu schreiben oder den Anruf zu erledigen.

So sitze ich gerade im Flieger von Los Angeles nach Zürich, während ich diese Kolumne schreibe und nutze die Zeit zum Arbeiten. Und ganz ehrlich - ist es nicht schöner immer unterwegs zu sein, etwas Abwechslung zum Büroalltag zu erleben und dafür die Überstunden oder portablen Bürobedinungen in Kauf zu nehmen?

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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