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Vorsorge: Einkaufen lohnt sich

Zusätzliches Kapital in die Pensionskasse einzuschiessen, kann selbst bei turbulenten Finanzmärkten attraktiv sein.

Von Martin Wechsler
07.11.2008

Die US-Hypothekenkrise erschüttert die internationale Finanzbranche nachhaltig und beeinflusst auch die Schweizer Pensionskassen. Einige werden am ­Ende des Jahres eine Unterdeckung ausweisen, den ­Mindestzins knapp oder gar nicht erreichen, geschweige denn Überschussrenditen ­erwirtschaften.

Ernsthaft um sein Pensionskassengeld besorgt sein muss deshalb kein Versicherter. Das Kapital ist breit ­diversifiziert angelegt, Hauptkategorie sind solide Obligationen. Alternative Anlagen, wie zum Beispiel Hedge Funds, machen keine fünf Prozent der schweizerischen Pensionskassenvermögen aus. Zudem werden die Pensionskassen intensiv überwacht, und der Sicherheitsfonds ­garantiert die Leistungs­ansprüche der Versicherten.

Die Pensionskassengelder sind also nicht in Gefahr. Doch inwieweit lohnt sich ­gegenwärtig ein Pensionskasseneinkauf? Steuerlich ist und bleibt er in jedem Fall attraktiv. Denn der Einkaufsbetrag reduziert das steuerbare ­Einkommen. Die Auszahlung wird zu einem reduzierten ­Tarif versteuert. Je nach Kanton und persönlicher Situation resultiert daraus eine Steuer­ersparnis von rund 20 Prozent des Einkaufsbetrags. Zudem kostet er weder Vermögens- noch Ertragssteuer.

Wie wirkt sich nun eine Unterdeckung aus? Der individuelle Anspruch der Versicherten wird dadurch nicht beeinflusst. Wer aus einer Pensionskasse austritt, erhält immer 100 Prozent seines Pensionskassenkapitals mitsamt dem gesamten Einkauf als Freizügigkeitsleistung. Vorsicht ist lediglich geboten, wenn der Arbeitgeber vor ­einer Restrukturierung steht, in deren Folge die Pensionskasse ganz oder teilweise ­liquidiert wird. Dann müssen die Versicherten Unterdeckun­gen eventuell mittragen.

Spürbar wird eine Unterdeckung allerdings bei der mittelfristigen Verzinsung des Pensionskasseneinkaufs. Denn bevor die individuellen Guthaben der Versicherten von Überschussrenditen profitieren, muss die Pensionskasse die Unterdeckung ausgleichen und ihre Reserven auffüllen. Bis dahin gewährt sie nur den BVG-Mindestzins. Dieser ­beträgt 2009 voraussichtlich zwei Prozent.

Pensionskasseneinkäufe sind also «kapitalgeschützt» und steuerlich vorteilhaft. Wie attraktiv ihre Verzinsung ist, hängt wie bei allen Spar­formen von der Situation der Finanzmärkte ab.

Martin Wechsler
BILANZ-Vorsorgeexperte,

www.alters-vorsorge.ch

Zum BILANZ-Dossier "Altersvorsorge"

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