5. Kettenreaktion als politischer Worst Case
Ob die Verhandlungen zwischen Grossbritannien und der EU von Freundlichkeit oder Feindschaft geprägt sein werden, lässt sich aktuell noch nicht abschätzen. Ebenso wenig lässt sich abschätzen, ob
der Brexit zu einer Kettenreaktion und dem Austritt weiterer Staaten führen wird – inklusive Staaten wie Frankreich oder der Niederlande, die auch Mitglieder der Eurozone sind.
Wird ein solches Szenario am Finanzmarkt in den kommenden Monaten zunehmend als reale Gefahr verstanden, bleibt einerseits der Franken unter Druck. Andererseits wird die realwirtschaftliche Entwicklung in Europa gebremst. Das Wachstum von 1,5 bis 2,0 Prozent, das die Prognostiker für die Schweiz fürs Jahr 2017 veranschlagen, wird sich unter diesen Umständen nicht materialisieren.
Kaum quantifizierbar ist, welche Konsequenzen eine tatsächliche, fortschreitende Desintegration der EU und insbesondere der Währungsunion für die Schweiz hätte. Massive Kapitalströme in den Franken, gepaart mit einer Rezession und einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit wären in diesem Fall das Mindeste, mit dem das Land rechnen müsste.