Grübel: «Ich denke nicht über einen Rücktritt nach»
Er fühlt sich verantwortlich, aber nicht schuldig: UBS-CEO Oswald Grübel gibt sich im Milliarden-Verlust-Skandal machtlos gegenüber Angestellten mit krimineller Energie.
Oswald Grübel: «Das wird es in unserem Job immer geben» (Bild: Keystone) RMS
Ein Investment-Banker hat der UBS einen Verlust von rund 2 Milliarden Dollar eingebrockt und sitzt dafür nun in London in Haft. Jetzt meldet sich erstmals der in die Kritik geratene CEO Oswald Grübel zu Wort.
Rücktrittsforderungen, wie sie etwa von SP-Politikern kommen, weist er zurück: «Das ist rein politisch», sagt Grübel im Gespräch mit «Der Sonntag». «Ich denke nicht über einen Rücktritt nach.» Diese Frage sei «Sache des Verwaltungsrats».
Der will laut der «NZZ am Sonntag» an Grübel festhalten. Der CEO geniesse weiterhin die Unterstützung wichtiger Grossaktionäre wie des Staatsfonds von Singapur, schreibt die Zeitung unter Berufung auf ein Verwaltungsratsmitglied. Eine Alternative zu Grübel sei nicht in Sicht.
«Ich habe die Verantwortung für alles, was in der Bank passiert», sagte Grübel in «Der Sonntag». «Aber wenn Sie mich fragen, ob ich mich schuldig fühle, dann sage ich Nein.» Wenn jemand mit krimineller Energie vorgehe, könne man nichts machen. «Das wird es in unserem Job immer geben.»
Keine näheren Angaben will Grübel laut der Zeitung dazu machen, wann er selber von dem 2-Milliarden-Verlust erfahren hat.