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Vermögensverwaltung

Die Erfolgsgeheimnisse von Schweizer Privatbanken

In der Schweiz gibt es nur noch fünf echte Privatbanken, wo die Teilhaber mit ihrem Privatvermögen haften. Eine Anlagestrategie hat sich besonders bewährt.

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Stéphane (l.) und François Gutzwiller leiten die vom Urgrossvater gegründete Bank. Aggressive Strategien liegen ihnen fern. Kostas Maros für BILANZ
An einem Frühlingstag im Jahr 1886 spazierte John Pemberton mit seinem selbst entwickelten Sirup zur Jacobs’ Pharmacy in die Innenstadt von Atlanta. Die Apotheke mischte den Zuckersaft mit Sodawasser und verkaufte das Getränk als Coca-Cola. Im selben Jahr gründete Carl Gutzwiller in Basel eine Privatbank, die E. Gutzwiller & Cie. Coca-Cola hat heute 70'000 Mitarbeitende und ist eine der bekanntesten Marken der Welt, Gutzwiller beschäftigt keine 100 Menschen, ist weitgehend unbekannt und neben Basel nur noch in Genf vertreten. «Wir bringen das Beispiel gerne, es zeigt, wie konservativ wir unsere Geschäfte betreiben», sagt François Gutzwiller. Gemeinsam mit seinem Bruder Stéphane und zwei weiteren Teilhabern führt er die von seinem Urgrossvater gegründete Bank.
Die Gutzwillers gehören einer seltenen Spezies an. Bei lediglich fünf Schweizer Banken haften die Eigentümer noch solidarisch und unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen. In Zürich und Genf, den Hochburgen der Geldverwaltung, hat mit Rahn+Bodmer Co. und Bordier & Cie jeweils nur noch eine echte Privatbank ihren Hauptsitz. Reichmuth & Co ist ein junger Vertreter aus Luzern. In Basel zählt neben E. Gutzwiller & Cie die Privatbank Baumann & Cie zu dem kleinen Kreis. Um die Unterscheidung von «normalen» Privatbanken zu machen, setzt sich zunehmend der Begriff «Privatbankiers» durch.
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