Guten Tag,
Worauf Sie beim Erwerb Ihrer eigenen vier Wände unbedingt achten sollten.
Hansjörg Ryser
Werbung
Verschuldung. Die Eigenmittel sollten bei selbst bewohnten Liegenschaften mindestens 20 Prozent des Kaufpreises betragen. Mit dem Vorbezug von Guthaben aus der Pensionskasse sollte nicht fehlendes Eigenkapital beschafft, sondern die Eigenmittelausstattung über die geforderten 20 Prozent hinaus verstärkt werden.
Belastung. Die Kosten für Zinsen, Amortisation und Unterhalt sollten nicht mehr als ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen. Auch wenn die Tragbarkeit im Moment gegeben ist, kann sie durch familiäre oder berufliche Veränderungen in Frage gestellt werden.
Kosten. Die jährlichen Kosten für Wohneigentum betragen rund sechs Prozent des Kaufpreises. Darin enthalten sind die Zinsen und der Unterhalt. Liegen die effektiven Kosten tiefer, kann die Differenz für spätere Renovationen über ein Vorsorgekonto für die indirekte Amortisation angespart werden.
Bindung. Mit dem Kauf von Wohneigentum wird nicht nur das Vermögen langfristig gebunden, auch persönlich geht damit eine Einschränkung der Flexibilität einher. Ein unerwarteter Arbeitsplatzwechsel oder eine Ehescheidung kann zu einem frühzeitigen Verkauf des Eigenheims mit empfindlichen Verlusten führen.
Hypotheken. Neben den Bankangeboten sollten auch die Versicherungsangebote geprüft werden. Zudem können oft bei der eigenen Pensionskasse günstige Hypotheken aufgenommen werden. Zu vermeiden ist ein Split der ersten Hypothek in verschiedene Laufzeiten, weil beim Ablauf ein Wechsel zu einem günstigeren Anbieter kaum noch möglich ist.
Finanzierung. In der Regel gewähren die Banken lediglich für 65 Prozent des Kaufpreises eine meist preiswertere erste Hypothek. Für die Differenz zu den Eigenmitteln muss eine zweite Hypothek aufgenommen werden, die in der Regel einem teureren variablen Zinssatz unterliegt.
Standort. In der ländlichen Idylle ist Wohneigentum zu deutlich günstigeren Preisen zu erstehen als in zentrumsnahen Agglomerationen. Allerdings sollten neben dem Wohnobjekt auch die Verkehrslage oder bei Familien das Schulangebot in Betracht gezogen werden.
Steuern. Der Eigenmietwert muss als Ersatz für die fehlenden Mietkosten als Einkommen versteuert werden. Der Bund schreibt einen Mindestwert von 60 Prozent der Marktmiete vor. Die Hypothekarzinsen dürfen vom Eigenmietwert abgezogen werden. Solange sie mindestens gleich hoch sind, muss somit kein zusätzliches Einkommen aus dem Wohneigentum versteuert werden. Das Gleiche gilt für den Steuerwert der Liegenschaft.
Amortisation. Der Abbau von Hypothekarschulden durch Amortisation kommt einer risikofreien Rendite gleich, wobei die Einsparung der Zinskosten als indirekter Ertrag zu betrachten ist. Als Alternative könnte das Guthaben in sichere, festverzinsliche Anlagen investiert werden. Das lohnt sich, solange die Zinsen dort höher als bei der Hypothek sind. Eine weitere Variante ist der Einkauf in die Pensionskasse. Damit kann die Risikoleistung verbessert werden. Zur Verzinsung kommt die Einsparung bei den Einkommenssteuern hinzu. Allerdings nur, wenn zuvor nicht ein Vorbezug zum Kauf des Wohneigentums getätigt worden ist.
Werbung
Werbung