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USA 
Fünf Erkenntnisse aus den Midterm-Wahlen

Donald Trump an einer Wahlveranstaltung.
Donald Trump hat die Kongresswahlen in den USA überstanden – mit halbwegs moderaten Verlusten. Quelle: 2018 Getty Images

Die Republikaner verlieren das Repräsentantenhaus, gewinnen aber im Senat. Es zeigt sich: Trump bleibt eine politische Macht, an der keiner vorbeikommt.

Veröffentlicht 07.11.2018

Der nächste US-Kongress ist gespalten. Die Demokraten eroberten bei der Wahl am Dienstag die Mehrheit im Repräsentantenhaus, die Republikaner bauten ihre Vormachtstellung im Senat aus. Die Abstimmung galt als Votum über die Politik von Präsident Donald Trump, der selbst nicht zur Wahl stand. Die fünf wichtigsten Erkenntnisse der sogenannten Midterms:

1. Zwischen Stadt und Land verläuft weiterhin ein tiefer Graben

Die Demokraten haben wie erwartet in Vorstadt-Wahlkreisen triumphiert, etwa in Virginia und Pennsylvania. Aber bei Senatswahlen in ländlich geprägten Bundesstaaten kamen sie unter die Räder. So verloren sie ihre Sitze in Indiana, Missouri und North Dakota. Der Partei fällt es vor allem weiter schwer, weisse Wähler der Arbeiterschicht für sich zu gewinnen.

2. Präsident Trump bleibt eine politische Macht, an der keiner vorbeikommt

Donald Trump geniesst grosse Beliebtheit in sogenannten Swing States, also Bundesstaaten, die zwischen Demokraten und Republikanern unentschieden sind und in denen sich oft die Präsidentenwahl entscheidet. Bei den zeitgleich zu den Kongresswahlen stattfindenden Gouverneurswahlen konnten die Demokraten zwar einige Siege in Bundesstaaten einfahren, in denen Trump bei der Präsidentenwahl 2016 triumphierte. Aber in Schlüsselstaaten wie Florida und Ohio setzten sich die von Trump unterstützten republikanischen Kandidaten durch.

3. Die Republikanische Partei wird mehr denn je von Trump geprägt

Einflussreiche parteiinterne Kritiker im Senat wie Bob Corker und Jeff Flake gehen in den Ruhestand. Im Repräsentantenhaus verloren Vertreter des moderaten Parteiflügels ihre Sitze, wie Barbara Comstock in Virginia und Mike Coffman in Colorado.

4. Die Republikaner profitierten von polarisierenden Themen, die erst relativ spät im Wahlkampf aufkamen

Die Partei tat sich schwer, ihre Basis zu mobilisieren, bis die Demokraten auf die Barrikaden gingen gegen Trumps Wunschkandidaten für den Obersten Gerichtshof, Brett Kavanaugh. Die drei demokratischen Senatoren, die für Trumps ersten Supreme-Court-Nominierten Neil Gorsuch stimmten und dann gegen Kavanaugh votierten, verloren ihre Sitze.

Auch Trumps Fokus auf den Migranten-Trek, der sich von Mittelamerika aus auf den Weg in die USA macht, wurde zu einem Thema, das einigen Republikanern zu überraschenden Siegen in Senats-Duellen verhalf. Womöglich trugen die Breitseiten gegen die Migranten aber auch zur Niederlage im Repräsentantenhaus bei.

5. Für aufstrebende Stars in der Demokratischen Partei entpuppte sich der Abend als enttäuschend

Beto O'Rourke unterlag in Texas, Andrew Gillum in Florida and Richard Cordray in Ohio. Keinem von ihnen gelang der Durchbruch, obwohl sie im Wahlkampf Begeisterungswellen über die Grenzen ihrer Bundesstaaten hinaus auslösten. Für das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten könnte das bedeuten, dass es linksliberale Bewerber schwer haben werden.

(reuters/ccr)

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