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Eine der ersten Adresse für klassische Schaumweine aus Italien ist die Franciacorta. Das Gebiet am Lago d'Iseo ist ein verstecktes Juwel.

Ursula Geiger
Das kleine, feine Schaumweingebiet Franciacorta liegt in der Lombardei und ist eine entdeckenswerte, nicht überlaufene Genussdestination.
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Das Projekt von Verpackungskünstler Cristo hiess «The Floating Piers». Dank der Ponton-Installation konnte man im Sommer 2016 übers Wasser des Lago d'Iseo spazieren. In den Bars und Ristorante auf Monte Isola, der grössten Binnensee-Insel Italiens, lockten Fritto misto mit Fischen aus dem See zu einem Glas Franciacorta.
In den letzten 35 Jahren hat sich die Region am Südufer des Lago d'Iseo zu einer aufstrebenden Schaumweindestination entwickelt. Wurden 2011 noch 11,6 Millionen Flaschen verkauft, lag der Absatz 2024 bei 19,2 Millionen. 12 Prozent davon gehen in den Export. Hauptabnehmerin ist die Schweiz mit 22 Prozent des Exportvolumens, gefolgt von den USA mit 12,6 Prozent.
Trauben für Franciacorta werden auf rund 3400 Hektar produziert. Für den Schaumwein sind nur vier Sorten zugelassen: Chardonnay, Pinot noir, Pinot blanc sowie die uralte, wiederentdeckte Traube Erbamat. Erbamat reift spät und hat einen hohen Säuregehalt — in Zeiten der globalen Erwärmung ein Schlüsselfaktor für die Schaumweinproduktion.
Die zweite Gärung erfolgt nach der Metodo classico ausschliesslich auf der Flasche. Die Zusammensetzung der Rebsorten und die Verweildauer auf der Hefe bestimmen die Qualitätsstufen, die Dosage die Typenbezeichnung von Pas Dosé bis Extra Dry.

Vom Südufer des Lago d'Iseo bis nach Brescia erstreckt sich die Franciacorta. In den letzten 15 Jahren legten Absatz und Export des flaschenvergorenen Spumante kontinuierlich zu.
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Vom Südufer des Lago d'Iseo bis nach Brescia erstreckt sich die Franciacorta. In den letzten 15 Jahren legten Absatz und Export des flaschenvergorenen Spumante kontinuierlich zu.
ShutterstockDie Franciacorta-Produzenten haben fünf Qualitätsstufen herausgearbeitet: Für den Basis-Franciacorta sind Chardonnay und Pinot noir die wichtigste Sorte in der Cuvée. Pinot blanc darf zu maximal 50 Prozent enthalten sein und der Erbamat-Anteil ist auf zehn Prozent limitiert. Der Schaumwein muss mindestens 18 Monate auf der Hefe reifen.
Satèn heisst der Blanc de Blancs der Region. Zugelassen sind dafür nur die weissen Sorten Chardonnay und Pinot blanc (maximal 50 Prozent). Pinot blanc verleiht eine diskrete Fruchtaromatik und weil der Schaumwein mindestens 24 Monate auf der Hefe reifen muss, sind die Bläschen fein. Satèn kommt nur als Brut auf den Markt.
Chardonnay (maximal 65 Prozent), Pinot Noir (mindestens 35 Prozent) sowie Pinot Blanc (maximal 50 Prozent) und Erbamat (maximal zehn Prozent) sind die Leitlinien für Franciacorta Rosé. Pinot noir gärt bei der Grundweinherstellung so lange auf den Beerenhäuten, bis die gewünschte Farbintensität erreicht ist. Auch der Rosé reift nach der zweiten Gärung mindestens 24 Monate auf der Hefe.
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Die Hefereifung darf nach Belieben ausgedehnt werden. «Franciacorta Reserve» steht auf dem Etikett ab fünf Jahre Hefereifung. Stecken zu 85 Produzent Trauben eines guten Jahrgangs in der Schaumweinflasche, erhält der Franciacorta das Prädikat Franciacorta Millesimato. Dann gilt eine Mindestreifezeit von 30 Monaten.
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