Die Geschäftsidee? 
Mit unseren cloudbasierten Sofortlieferungen öffnen wir dem Handel in der DACHRegion den Marktzugang zu FinTech, InsureTech und weiteren datengetriebenen Businessmodellen.

Wie ist sie entstanden?
Hauptinitiator Daniel Gradenegger kommt aus der FinTech-Szene und hat früh erkannt, dass reine FinTech- und Insure-Tech-Lösungen oftmals zu abstrakt sind. Deshalb entstand die Idee der Digitalisierung von aussen nach innen statt von innen nach aussen.

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Warum der Name?
«Anna» ist ein schöner, weltweit bekannter Name und steht am Anfang des Alphabets. «Now» entspricht unserer Idee, alle Produkte und Dienstleistungen sofort zur Verfügung zu stellen.

Woher stammt das Startkapital?
Von den Gründern, Freunden, Familie und externen Investoren.

Womit erzielen Sie die Umsätze?
Mit Versicherungen, Payment und Logistik.

Die Vision?
Wir schaffen das erste «International Inventory». Wir wissen, wo welches Produkt zum jeweiligen Zeitpunkt verfügbar ist. Damit stärken wir alle beteiligten Unternehmen im Wettbewerb mit Global Playern wie Amazon und Alibaba. Wir verkürzen Lieferwege, erhöhen das Liefertempo, senken Versicherungskosten und schonen die Umwelt.

Die grösste Herausforderung?
Das Fokussieren auf die Umsetzung der wichtigsten Projekte.

Die grosse Stärke?
Wir vernetzen über unsere Online-Vermittlungsplattform Produkte, Shops, Kuriere und Endkunden. Über diese digitale Vernetzung entsteht eine Wertschöpfungskette, auf der sich diverse Dienstleistungen anbieten lassen.

Der bisher grösste Erfolg?
Wir haben innerhalb von zwei Jahren gezeigt, dass unser Geschäftsmodell am Markt funktioniert, und wir konnten Investments in Millionenhöhe erfolgreich abschliessen.

Das Überraschendste bisher?
Die hohe Eigendynamik unseres Geschäftsmodells: Wir haben bereits rund 100 000 Kuriere eingebunden. Logistik- und Taxiunternehmen wünschen von sich aus eine Integration in das Annanow-System.

Der nächste Schritt?
Der Abschluss unserer Investitionsrunde Serie A.

Website: www.annanow.ch // Gegründet: März 2017 // Gründer: Patrick Keller (42), CEO; Ivan Kovacevic (36), CTO; Daniel Gradenegger (44), Strategie; Daniel Stutz (37), COO // Firmensitz: Zug // Anzahl Mitarbeiter: 35 // Umsatzziel für 2019: 500 000 Franken // Profitabel ab: Juli 2021

Zwei Risikokapitalisten über die Chancen von Annanow

«Grosses Fragezeichen»

Mike Baur, Swiss Startup Group:

«Sofortlieferungen sind ein Riesenthema, der Markt wächst rasant, und das global. Aber es gibt auch schon viele Player, die ihn abdecken, LuckaBox etwa, Notime oder Tiramizoo. Kann da ein Start-up eine Nische zum Überleben finden, wenn es kein First Mover ist? Da setze ich ein grosses Fragezeichen. Aber vielleicht ist ja genau der Ansatz von Annanow, Lieferung mit Payment- und Versicherungsdiensten zu kombinieren, die Antwort darauf. Und mindestens ist er sehr gut skalierbar, wenn sich diese Plattform durchsetzen sollte. Der Gründer hat sehr viel Erfahrung als Entrepreneur und schon einiges erlebt. Er kennt es, wenn es mal rumpelt, das gefällt mir. Aber Fragen zu genauen Umsatzzahlen ist er ausgewichen, da fehlt mir das Fleisch am Knochen. Auch das Team hat ein breites Wissen. Woran es aber mangelt, ist die Marketing- und Verkaufserfahrung. Und die ist matchentscheidend, egal wie gut man technisch ist. Auch besteht so das Risiko, dass man zu sehr auf das Produkt fokussiert und die Sales vernachlässigt. Annanow hat eine ganze Reihe von Firmen und Brands, die mit ihnen einen Pilotversuch machen. Die Firma muss jetzt zeigen, dass sie diese nachhaltig zu Kunden konvertieren kann, und Traction auf der Umsatzseite generieren. Wenn das gelingt, kann es sehr spannend werden.»

Mike Baur

Mike Baur ist Mitgründer und Chef der Swiss Startup Group, der grössten VenturePlattform der Schweiz.

Quelle: ZVG

«Gut unterwegs»

Philipp Stauffer, Fyrfly Venture Partners:

«Annanow bewegt sich in einem hyperkompetitiven Markt, in dem viele Start-ups mit viel Funding, aber auch etablierte Grosskonzerne unterwegs sind. Der Zug ist abgefahren, und es ist eigentlich verrückt, als Nachzügler da auch hinzuwollen. Aber es geht ja nicht nur um Lieferung, sondern Annanow kombiniert das mit Versicherung und Bezahlung als nahtloses Paket mit Synergien – da sind die Margen auch deutlich interessanter. Zudem kann man viele Daten aus den Transaktionen gewinnen. Ein mehrseitiger Markt also, und wenn man es richtig anstellt, kann man die Abläufe für alle Beteiligten vereinfachen und entsprechend davon profitieren. Der Gründer gefällt mir sehr gut; er hatte in der Vergangenheit seine Erfolge und Misserfolge und hat daraus Lehren gezogen. Vor allem dreht er jeden Stein um, um Kunden oder Investoren zu finden, das tun die wenigsten. Und er hat Erfahrung im Versicherungs- und Liefergeschäft. Die Herausforderung liegt darin, dass der Markt regional sehr unterschiedlich ist, was Konkurrenz, aber auch Regulierung angeht. Annanow muss in einigen Märkten drei, vier Pilotkunden haben, um zu zeigen, dass ihr Modell funktioniert. Dafür ist die Firma gut unterwegs, aber noch nicht angekommen. Und sie muss damit rechnen, kopiert zu werden, sollte sie erfolgreich sein. Schnelles Wachstum ist daher jetzt essenziell.»

Foto: Anja Wurm, 15.01.2017, Laax, Galaaxy, Who is Who World Web Forum

Philipp Stauffer ist als Co-Gründer und Partner von Fyrfly Venture Partners seit 2001 im Silicon Valley aktiv.

Quelle: Anja Wurm