Jean-Frédéric Dufour (54) wirkt auf Fotos richtig schüchtern, ist er offenbar in echt aber nicht, im Gegenteil. Dufour zählt zu der Sorte Mensch, die einen Raum füllt, wenn sie ihn betritt. Und als einer mit enorm viel Ehrgeiz. Der hat aus ihm einen Supersegler, -golfer und -skifahrer gemacht – und einen Rechtshänder: Dufour war Linkshänder und hat sich umtrainiert, vom Schreiben bis zum Putten. Seit 2015 ist der Genfer Rolex-Chef – der sechste seit der Firmengründung durch Hans Wilsdorf im Jahr 1905. Damit sind wir schon beim Kern von Rolex: Hier dreht sich alles um Kontinuität. Die Uhren sind hochpräzis, keine «art pour l’art», neue Modelle basieren auf bestehenden, und das Neue sticht meist nicht ins Auge, Gleiches gilt fürs Storytelling. Rolex ist so zur bekanntesten, erfolgreichsten und grössten Uhrenmarke der Welt geworden und galoppiert mit Dufour von Rekord zu Rekord. Offizielle Zahlen zum Geschäft gibt es nicht, und Dufour äussert sich nie zu nichts öffentlich. Der Output 2021 wird auf eine Million Uhren geschätzt – und Entwicklungen ausserhalb Dufours Machthabe deuten darauf hin, dass der Markt viel mehr Rolex vertragen könnte: Es gibt Modelle, auf die warten Kunden jahrelang. Oder aber sie kaufen sie überteuer secondhand, nicht nur wegen Präzision und Prestige, sondern als Geldanlage.