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Thomas Gottstein muss ausmisten: Der CS-Chef steht vor einer Herkulesaufgabe

Er wollte eigentlich nie Chef werden. Jetzt muss er um seinen Job kämpfen. Schafft es Thomas Gottstein, sich und die Bank wieder aufzurichten?

Erik Nolmans

Thomas Gottstein Illustration BILANZ

Thomas Gottstein, CEO der Credit Suisse, hier illustriert als angeschlagener Kämpfer, musste wegen der Skandale um Greensill und Archegos heftige Schläge einstecken.

CMAC

Einen Termin hat Thomas Gottstein schon vor Längerem dick in seiner Agenda eingetragen – Mittwoch, 23.  Juni, nachmittags bis Freitag, 25.  Juni, frühmorgens: Strategiemeeting. Ort: Grand Hotel Quellenhof, Bad Ragaz. Im noblen Resort von Zementbaron Thomas Schmidheiny, vor vielen Jahren selber einmal im Board der Credit Suisse, treffen sich die Konzernleitung und der Verwaltungsrat jeweils zur jährlichen Retraite in Sachen Strategie.

So war es auch dieses Mal. Es ist auch ein Schaulaufen für den jeweiligen CEO, denn man wird in langen Sitzungen gefordert. Und Gottstein steht schon seit Längerem unter verschärfter Beobachtung. Mit António Horta-Osório ist Ende April ein neuer Präsident angetreten, der als äussert fordernder Chef gilt. Gottstein muss nicht nur strategische Perspektiven präsentieren, er muss dem Verwaltungsrat auch das Gefühl vermitteln, dass man mit ihm in die Zukunft gehen kann.

Milliardenabschreiber

Die Zahlen sprechen nicht für ihn. Verlust beim Hedgefonds Archegos: 5,4 Milliarden. Ausfallrisiko bei den Lieferkettenfonds von Lex Greensill: bis zu 2,3 Milliarden. Aktienkurs seit Anfang Jahr: minus 17 Prozent. Die Aktie der CS ist gar die einzige aller grossen Schweizer Unternehmen, die dieses Jahr überhaupt im Minus ist (Stand 22. Juni).

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Erik Nolmans

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