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Digitalisierte Landwirtschaft

«SAP» für Bauern: So wird die Landwirtschaft digitaler

Landwirte sehen die Initiativen zu Trinkwasser und Pflanzenschutz als Angriff auf ihre Existenz. Die Abhilfe: Business-Software für den Hof.

Dirk Ruschmann

Ein Traktor mit einer Drillmaschine fährt unweit der Wachsenburg in Thüringen über ein Feld. Es ist der Start der Flächenansaat für neue blühende Feldraine.

Moderne Landwirtschaft: Diesel günstig kaufen oder effiziente Fahrwege auf dem Acker – Software für den Hofbetrieb umfasst viele Arbeitsprozesse.

Keystone

Morgens bei Sonnenschein spontan beschliessen, heute mal gemütlich mit dem Traktor ins Grüne zu fahren, später vielleicht eine Runde mit der Kulturegge wild durch den Acker grubbern, die Menge an Saatgut oder Pflanzenschutz nach Gefühl und Tagesform bemessen und Jahr für Jahr schön Direktzahlungen kassieren – nicht viele Berufe sind derart romantisiert und von Vorurteilen umzingelt wie das Bauern-Dasein.

In Wahrheit findet, gerade in der hoch regulierten Schweizer Landwirtschaft, ein grosser Teil der Arbeit vor Formularbergen statt. Rund 4000 Vorschriften von Bund und Kanton, schätzt ein Insider, sind zu beachten, will man einen rechtmässigen Anspruch auf Direktzahlungen sicherstellen.

Und neben den ausufernden Dokumentationspflichten sollte man stetig kalkulieren, wie viel Input in Form von Saatgut, Düngemittel und Arbeitsaufwand den Erlösen aus der späteren Ernte gegenübersteht – «ein riesiger Aufwand», sagt Christian Schönbächler, der auf 900 Metern Höhe in Einsiedeln einen Bauernhof mit Grünlandwirtschaft, 24 Kühen und Käsereimilch-Produktion betreibt.

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Dirk Ruschmann
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