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Telekom-Rating 2023

Salt ist der beste Universalanbieter für Privat- und Grosskunden

Swisscom und Sunrise sind out, kleine Player sind in: Das zeigt die Rangliste der besten Telekom-Anbieter dieses Jahr.

Marc Kowalsky

BERLIN, GERMANY - JANUARY 12: Server racks in a server center on January 12, 2018, in Berlin, Germany. (Photo Illustration by Thomas Trutschel/Photothek via Getty Images)

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Photothek via Getty Images

In der Öffentlichkeit sind sie weitgehend unsichtbar, ihre Namen ausserhalb der Branche kaum bekannt: Christoph Aeschlimann, André Krause, Max Nunziata. Dabei leiten sie die drei grössten Telekom-Anbieter der Schweiz, Swisscom, Sunrise und Salt. Ihre Vorvorgänger waren noch Haushaltsnamen: Carsten Schloter, Christoph Brand, Andreas Wetter – extrovertierte, bisweilen streitlustige CEOs, die keinem Mikrofon aus dem Weg gingen. Doch das waren die Boomjahre im Schweizer Telekom-Markt. Tempi passati. «Heute ist man eher im Verteidigungs- als im Angriffsmodus, weil der Markt nicht mehr wächst und der rasante Technologiewandel gleichzeitig viele Anbieter überfordert», sagt Peter Messmann von der Firma mepAdvice: «Jetzt sind Stabilisierung und Konsolidierung gefragt, deshalb nehmen sich die Chefs zurück.»

Messmann muss es wissen: Zusammen mit Jörg Halter hat er exklusiv für BILANZ die 24. Ausgabe des grössten Schweizer Telekom-Ratings erstellt. 10 145 Privat- und 1061 Geschäftskunden beantworteten seine Fragen nach der Zufriedenheit mit ihren Anbietern, aufgeschlüsselt nach den Kategorien Qualität, Innovation, Preis, Flexibilität und Support. Zwei Trends aus dem letzten Jahr kristallisieren sich auch heuer aus den Antworten heraus: Zum einen sind die Kunden noch williger geworden, von den grossen Universalanbietern zu den kleinen Carriern zu wechseln, weil diese flexibler auf Kundenwünsche reagieren. Und: Das Qualitätsniveau steigt stetig.

Netzqualität reicht nicht

Exemplarisch zeigt sich das im Mobilfunkmarkt für Privatkunden. Gewonnen hat dieses Jahr Digital Republic, die letztes Jahr zum ersten Mal überhaupt im Ranking auftauchte. Auch die Nächstplatzierten, Teleboy, Digitec Connect und iWay, sind kleine Player. Und: Die Gesamtpunktezahl des letztjährigen Siegers hätte heuer gerade mal für Platz 4 gereicht. Ebenfalls auffällig: Die Top 10 besitzen kein eigenes Netz, sondern nutzen jenes von Swisscom, Sunrise oder Salt. Die beiden Erstplatzierten setzen auf Sunrise, die selber aber nur auf dem vorletzten Platz landet. «Eine gute Beurteilung hängt nicht mehr nur von der Netzqualität ab, sondern auch von Support, Preis und Flexibilität – und da ist Sunrise schwach, ebenso wie die Swisscom», sagt Messmann. Was bei beiden erschwerend hinzukommt: Die Swisscom liefert seit Jahren immer wieder negative Schlagzeilen wegen ihrer Netzunterbrüche. Und Sunrise hat nach der Fusion die UPC-Kunden zum Wechsel auf den eigenen Brand gedrängt, was von den Betroffenen nie gerne gesehen wird. «Zudem vermisse ich bei Sunrise die Themen Innovation und Visibilität der neuen Firma», sagt Messmann: «Sie ist nach der Fusion immer noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt.»

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Marc Kowalsky
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