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Mann des Monats

Pierre-Alain Ruffieux über seinen Wechsel zu Lonza: «Ein Perfect Match»

Zum ersten Mal spricht Lonza-Chef Pierre-Alain Ruffieux. Bisher ein unbeschriebenes Blatt, soll er dem Pharmakonzern kräftiges Wachstum einimpfen.

Dirk Ruschmann

Pierre-Alain Ruffieux

DER MANN AUS LAUSANNE: Ruffieux stammt aus der Westschweiz, lebt aber seit zwei Jahrzehnten in Basel. Die Lifte bei Lonza sind übrigens eher klein. 

Paolo Dutto für BILANZ

Lonza-Hochhaus in Basel, ein trister Flur im 18.  Stock, die Tür springt auf – und statt vor der üblichen CEO-Security mit Personenschleuse, im deutschsprachigen Raum auch als Chefsekretariat bekannt, steht man direkt vor Pierre-Alain Ruffieux: drahtig und gross gewachsen, im Gesicht ein Lächeln und dieselbe Professorenbrille, die man von offiziellen Lonza-Firmenfotos kennt.

Das Büro, traditionell Residenz der Lonza-CEOs, bezaubert zwar mit Panoramablick auf den SBB-Rangierbahnhof, hat aber allenfalls Kinderzimmergrösse und ist bis auf wenige weisse USM-Boards minimalistisch möbliert. Auf dem Schreibtisch vereinsamen Bildschirm und aufgeklapptes Laptop, kein Blatt Papier weit und breit. «Ich arbeite gern elektronisch und bin ein grosser Fan von diesem hier», sagt Ruffieux und nimmt ein Pad vom Besprechungstisch hoch, «das hab ich mir vor einigen Jahren angeeignet, als ich viel auf Reisen war.»

Er hat so gar nichts Professorales an sich. Eher schon eine gewisse Jugendlichkeit, dank dem völligen Mangel an gravitätischem CEO-Gehabe und seiner Hilfsbereitschaft, das komplexe Lonza-Geschäft laienverständlich zu beschreiben; um Wasser und Kaffee für den Gast kümmert sich Ruffieux gleich selber. Allerdings, Fist Bump oder gar Händeschütteln zur Begrüssung bietet er nicht an – aber wenn jemand qua Amt zum Schweizer Vorbild für Corona-konformes Verhalten auserkoren ist, dann wohl der Lonza-Boss. Denn er ist der König der Impfstofflieferanten. Mister Vaccination of Switzerland.

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Dirk Ruschmann

Dirk Ruschmann

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