Guten Tag,
Mit dem Börsengang hat der Sportschuhhersteller einen beispiellosen Hype produziert, jetzt muss das Management liefern. Innenansichten einer ungewöhnlichen Firma.
Marc Kowalsky
FÜNF FREUNDE: Co-CEO Marc Maurer, die Gründer und Verwaltungsräte Caspar Coppetti, David Allemann und Olivier Bernhard, Co-CEO Martin Hoffmann (v.l.).
KrankheitGenau 4,8 Kilometer lang ist die Strecke von Schindellegi auf den Etzel, 347 Höhenmeter müssen dabei überwunden werden. Am 15. September um acht Uhr morgens machen sich mehr als 300 Menschen, Durchschnittsalter Anfang 30, trotz mässigem Wetter auf den Weg. Auf dem Gipfel mit Blick über den Zürichsee angekommen, gibt es einen Welcome-Drink und ein Mittagessen im Bergrestaurant.
Danach marschieren die jungen Leute weitere 6,3 Kilometer und 493 Höhenmeter hinab zum Luegeten. Von dort werden sie zu Barbecue und Party nach Kilchberg ZH gekarrt, wo ein Zelt, Holztische und Bänke auf sie warten. Am Nachmittag wird der grosse Monitor eingeschaltet: Live aus der New Yorker Börse sehen die Mitarbeitenden des Sportschuhherstellers On, wie Firmengründer Olivier Bernhard, sekundiert von den anderen beiden Gründern David Allemann und Caspar Coppetti sowie den Co-CEOs Marc Maurer und Martin Hoffmann, die massive Glocke zur Handelseröffnung läutet.
Grosse Emotionen, als rund vier Stunden später endlich die Erstnotierung der On-Aktie vermeldet wird: Fast 50 Prozent über dem Ausgabekurs liegt sie. Das IPO übertrifft sogar die hohen Erwartungen deutlich.Es gibt konventionellere Arten, einen Börsengang zu feiern, aber eine mittelschwere Teamwanderung passt zu einem Sportschuhhersteller, der von sich behauptet, anders zu sein als die anderen. Zwölf Milliarden Dollar ist On nun wert, viel für eine elf Jahre junge Firma mit rund 1000 Angestellten. Absurd viel im Vergleich zu Kontrahenten wie Nike, Adidas und Co., wenn man die zugrunde liegenden Geschäftszahlen ansieht.
Werbung