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Mächtige Dreierbande

Kelleher, Hamers und Khan: Wie das Alpha-Trio der UBS zusammenspielt

Auf der ­Suche nach ­einem Gleich­gewicht: Wie sich die Machtbalance an der Spitze der ­Grossbank neu austariert.

Dirk Schütz

Colm Kelleher vor dem Hauptsitz der UBS in Zürich.

Colm Kelleher, einer des Spitzentrios, ist Verwaltungsratspräsident der UBS.

Keystone

Es war eine illustre Runde, die sich zur Abschiedsfeier eingefunden hatte. Geladen war ins Restaurant Kindli am Rande der Zürcher Altstadt, und mehr als 50 hochkarätige Banker waren an diesem Septemberabend gekommen, um einen Mann zu ehren, der 22 Jahre für die UBS gearbeitet hatte und einst sowohl für Sergio Ermotti als auch für Oswald Grübel die wichtigste Stütze der Bank war: Tom Naratil. Seine beiden Ex-Chefs, kommunikativ mit eher geringem gegenseitigem Austauschbedarf, waren beide vor Ort. Es war ihnen wichtig.

Das Überraschende an dem Anlass, wie mehrere Teilnehmer berichteten: Naratil, bis dahin als Co-Chef des Wealth Managements und Amerika-Chef Herr über den Markt mit den meisten Milliardären der Welt, liess wenig Zweifel daran, dass er gern geblieben wäre – und dass er sich jetzt woanders umschaue. Offenen Groll zeigte der 61-Jährige zwar nicht, da blieb der Veteran professionell bis zum Schluss. Aber so ganz harmonisch war der Abschied des Mannes, den Ermotti sogar als seinen Nachfolger portiert hatte, auch nicht.

Für die einen ist der Abgang des verdienten Amerikaners ein Zeichen, dass CEO Ralph Hamers auch vor den grossen Namen beim Umbau nicht haltmacht. Für andere ist es der erste grosse Fehler des Holländers, der seit zweieinhalb Jahren die Grossbank führt. Denn mit dem Abgang Naratils stellte er gleichzeitig das gesamte Wealth Management unter eine Führung – und schafft damit nicht nur einen Koloss innerhalb der Bank, was nicht unbedingt die von Hamers propagierte Agilität verkörpert, zumal das US-Geschäft bei Struktur und Regulatorien mit dem Rest der Welt chronisch unkompatibel ist.

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Dirk Schütz

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