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Frau des Monats

Kann Hanneke Faber Logitech zurück in die Erfolgsspur bringen?

Ihre Ernennung zum CEO war eine Überraschung, und sie hat eine grosse Aufgabe: den Konzern nach einer schwierigen Phase wieder stabilisieren.

Marc Kowalsky

PremiereFaber leitet zum ­ersten Mal einen Konzern – auch wenn das Geschäft deutlich kleiner und weniger komplex ist als bei ihrem bisherigen ­Arbeitgeber Unilever.

Premiere: Faber leitet zum ersten Mal einen Konzern – auch wenn das Geschäft deutlich kleiner und weniger komplex ist als bei ihrem bisherigen Arbeitgeber Unilever.

Dan Cermak für BILANZ

Hanneke Faber hat ein festes Ritual: Jeden Morgen um 7  Uhr steigt die Holländerin von ihrer Airbnb-Wohnung unweit des Logitech-Hauptsitzes in Lausanne hinunter an den Strand des Genfersees und trifft sich dort mit Freunden. Eine halbe Stunde gehen sie dann gemeinsam schwimmen, immer am Ufer entlang. Weiter hinaus auf den See traut sie sich nicht, wegen der Schiffe und weil sie keine der orangen Schwimmbojen hat, mit der sie deren Kapitäne auf sich aufmerksam machen könnte. «Man muss da ein bisschen vorsichtig sein», sagt sie. «Aber es ist grossartig, um körperlich aktiv zu sein und den Kopf freizubekommen.»

Vorsichtig ist sie auch in ihrem neuen Job, denn dort befindet sie sich ebenfalls in für sie unbekannten Gewässern. Die letzten 30 Jahre verbrachte Faber (55) in der Konsumgüterindustrie, unterbrochen nur von einem Abstecher zur niederländischen Supermarktkette Ahold Delhaize. Mit Hightech hatte sie in ihrer Karriere kaum etwas am Hut. Jetzt aber muss sie den Elektronikkonzern Logitech, der die letzten Jahre von Turbulenzen und Krisen gebeutelt war, wieder in ruhigere Fahrwasser und zurück zum Erfolg führen. Und nicht wenige Mitarbeiter und Aktionäre fragen sich besorgt: Kann sie das?

«Ich denke, ja», sagt Robert Jongstra, der vor über 30 Jahren ihr erster Chef war. «Ich will CEO von Procter & Gamble werden», schrieb Faber, damals 23-jährig, auf das Formular, mit dem sie sich um ihren ersten Job bewarb: «Das zeigte schon damals die Zielstrebigkeit und die Intensität, mit der sie ihre Karriere lebt», so Jongstra. «Wird Hanneke die nächste Maus erfinden? Nein, dafür wurde sie auch nicht geholt», sagt Paul Polman, früherer CFO und Amerika-Chef von Nestlé, der sie vor sechs Jahren in die Konzernleitung von Unilever holte: «Aber wenn sie gute Leute um sich hat, kann sie Logitech zum Erfolg führen. Sie ist eine bemerkenswerte Allrounderin, die sehr schnell lernt.»

Über die Autoren
Marc Kowalsky

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