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Der IMD-Professor für Handels- und Geopolitik über Filter, Fokus und drohende Fehlentscheide in der Ära Trump 2.0.
Im Brennpunkt: Als weltweit anerkannter Experte für Handel, Investitionen und geopolitische Dynamiken ist Simon Evenett ein führender Analyst des globalen Geschäftsumfelds.
Remy Steiner für BILANZBei Simon Evenett sorgt das, was US-Präsident Donald Trump derzeit in Sachen Zölle veranstaltet, für Highlife: Er konzentriert sich seit 30 Jahren in seiner Forschung und in seiner Praxis auf die Schnittstelle zwischen Unternehmensentscheidungen, Politik und Diplomatie sowie Märkten – und ist aktuell ein gefragter Mann. Wir treffen ihn an einem verregneten Tag in seiner Wirkstätte IMD in Lausanne.
Ich bin tatsächlich schwer beschäftigt. Wir als Kompetenzzentrum für Geopolitik versuchen einzuordnen, was wo warum passiert. Und Sie vermuten richtig, es schmeichelt natürlich auch etwas, wenn die eigene Kompetenz so breit anerkannt wird.
In der Handelspolitik herrscht derzeit das Chaos. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Fundamentaldaten, die zeigen, dass vieles wie gewohnt weiterläuft. Die grosse Herausforderung besteht nun darin, herauszufiltern, was vom Chaos man ignorieren kann und was nicht und welche Strukturen für langfristiges Wachstum noch intakt sind. Dafür verfolge ich einerseits eng, was Regierungen sagen und was sie dann wirklich tun. Der Unterschied zwischen dem einen und dem anderen ist oft recht gross. Andererseits ziehe ich Präzedenzfälle aus der Vergangenheit hinzu, um die Aktualität zu interpretieren.
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