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Genfer Privatbanken: Ärger von aussen

Die Genfer Privatbanken setzen immer wieder auf Kräfte von aussen, um ihre Teilhabergremien aufzufrischen. Das Risiko ist allerdings gross.

Erik Nolmans

Boris F.J.Collardi, CEO Julius Baer orientiert an einer Medienkonferenz in Zuerich am Mittwoch, 1. Februar 2017 ueber das vergangene Geschaeftsjahr. Die Privatbanken-Gruppe Julius Baer machte 2016 mehr Gewinn als im Vorjahr. Zudem stiegen die verwalteten Vermoegen um 12 Prozent auf den neuen Rekordstand 336 Milliarden Franken. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Boris Collardi ist Partner bei Pictet. 

Keystone

Insgesamt nur 43 Teilhaber zählt die 1805 gegründete Pictet in ihrer langen Geschichte. Geprägt wird das Führungsgremium stark von den Mitgliedern einiger weniger Genfer Bankiersfamilien mit Namen wie Pictet, de Saussure oder Demole. Aber so rund alle zwanzig Jahre holt das Unternehmen eine Person von aussen, die direkt ins erlauchte Teilhabergremium einzieht.

1998 war das Renaud de Planta, der von der UBS kam. Ein Glücksgriff: De Planta führte den ihm anvertrauten Bereich Asset Management in neue Höhen. 2019 wurde er Senior Partner, also der Primus inter Pares im siebenköpfigen Teilhabergremium. 2018 war es dann Boris Collardi, vorher Chef der Bank Julius Bär, der ins Gremium einziehen durfte. Dies allerdings – bisher zumindest – nicht zur ungetrübten Freude.

Collardi ständig in der Presse

Denn mit Collardi hat sich Pictet auch einen Schwall von Imageproblemen ins Haus geholt. In Collardis Amtszeit bei Bär fielen jene Geldwäschereiskandale, die der Zürcher Bank jetzt um die Ohren geschlagen werden. Für Pictet aber ist Diskretion oberstes Gebot, Skandale gibt es kaum je. Und nun dies: Teilhaber Collardi fast konstant im Fokus der Presse.

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