Guten Tag,
Die verheerenden Folgen des Corona-Einschlags zeigen sich teilweise erst mit langer Verzögerung. Was alles noch auf uns zukommt.
Der Lockdown im März hat die Schweizer Wirtschaft tief getroffen. Die verheerenden Folgen für Arbeitsplätze und Firmen werden erst jetzt langsam spürbar.
Melk Thalmann für BILANZZunächst machte man mal dicht und wartete ab. Doch knapp sechs Monate nach der Corona-bedingten Schliessung von Anfang März zogen die Betreiber des Hotels X-tra in Zürich im August endgültig den Stecker: Das Hotel, das vor allem auf Gäste aus Asien spezialisiert war, nahm den Betrieb nicht wieder auf.
Neun Angestellte verlieren ihre Arbeit. Das Beispiel reiht sich ein in unzählige ähnliche Fälle in den letzten Wochen. Industriekonzern Sulzer in Winterthur: minus 55 Stellen, Liftbauer Schindler in Luzern: minus 200 Stellen, die Uhrenhersteller Girard-Perregaux und Ulysse Nardin aus dem Kanton Neuenburg: minus 100 Stellen. Fast täglich prasseln derzeit neue Abbaumeldungen auf die Schweizer Wirtschaft ein.
Dabei sah man schon Hoffnungsschimmer, zeigte die Wirtschaft doch Tendenzen, sich nach dem historischen Rekordtaucher beim Bruttoinlandprodukt von minus 9,3 Prozent zu erholen und sich langsam wieder aufzurichten. So zeigte die Credit Suisse Mitte September in einer Studie, dass die Schweizer Privathaushalte zwei Drittel der Gelder, die sie während des Lockdowns angespart hatten, derzeit wieder ausgeben – es gilt, Verpasstes nachzuholen. Doch dies sei nur ein «Zwischenspurt»: «Die Nachholeffekte schwächen sich zusehends ab, sodass die Erholung in den kommenden Monaten an Schwung verlieren dürfte», so die Konjunkturexperten der Bank.
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